58-Jährige verletzt Nach Zugunfall in Emden – Bundespolizei ermittelt gegen eine Person
Weil die Schranken oben waren, hatte eine Emderin in ihrem Fahrzeug einen Bahnübergang passiert. Sie wurde von einem Güterzug erfasst. Ein technischer Fehler ist jetzt wohl auszuschließen.
Emden - Anfang Mai hat ein Güterzug am Emder Bahnübergang der Schlesierstraße (Combi-Kreuzung) das Fahrzeug einer Emderin erfasst. Die 58-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie über Nacht blieb. Sie war jedoch nicht so schwer verletzt, wie zunächst von der Polizei angeben. Schnell war allerdings klar: Die Schranken waren oben, als die Frau die Gleise befuhr. Unklar war, ob es sich um einen technischen Fehler bei der Schranken-Steuerung oder dem Kontakt zum Zugführer handelte oder der Zugführer hätte warten müssen. Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der zuständigen Bundespolizei heißt es nun von Sprecher Ralf Löning: „Die Bundespolizei ermittelt in dem Fall im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich gegen einen namentlich bekannten Beschuldigten.“
Ob es sich um menschliches Versagen oder eine bewusste Tat gehandelt hat und ob der Zugführer oder jemand anderes beschuldigt ist, teilt der Sprecher nicht mit. Aufgrund der noch laufenden Ermittlungen, würden im Augenblick darüber hinaus keine weiteren Auskünfte gegeben, erklärt er. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde die Behörde das Ergebnis der Staatsanwaltschaft vorlegen. Derzeit würden noch Vernehmungen durchgeführt und Beweise erhoben, so Löning.
Nach Zugunfall – wie geht es der 58-jährigen Emderin?
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Am 3. Mai war die Emderin abends über den Bahnübergang gefahren. Sie wurde trotz Schnellbremsung in ihrem Fahrzeug von dem wohl mit etwa 20 Kilometern pro Stunde fahrenden Güterzug des Logistikunternehmens Captrain vom Übergang geschleudert und kam ein paar Meter weiter auf einem Grünstreifen und halb in einem Graben neben den Gleisen zum Stehen. In ihrem Auto wurde sie dabei eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Der Zugführer erlitt einen Schock. Schnell hatten sich nach dem Zusammenstoß, der wohl von einem lauten Knall begleitet wurde, Passanten an der Bahnhofsbrücke und in der Nähe des Unfallorts eingefunden.