Osnabrück  Ausgebuht: massive Ablehnung von Claudia Roth bei jüdischem Musikwettbewerb

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 23.05.2023 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kulturstaatsministerin Claudia Roth redete am Freitag fünf Minuten lang auf der Bühne gegen laute Buhrufe und Pfiffe an. Foto: Britta Pedersen/dpa
Kulturstaatsministerin Claudia Roth redete am Freitag fünf Minuten lang auf der Bühne gegen laute Buhrufe und Pfiffe an. Foto: Britta Pedersen/dpa
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Pfiffe und Buhrufe schlugen Kulturstaatsministerin Claudia Roth am Freitag entgegen. Die Politikerin sprach ein Grußwort bei einem jüdischen Wettbewerb.

Fünf Minuten lang redete Kulturstaatsministerin Claudia Roth am vergangenen Freitag gegen laute Buhrufe und Pfiffe an. Beim jüdischen Musikwettbewerb Jewrovision stand Roth für ein Grußwort auf der Bühne. Von Anfang an drückte das Publikum massive Ablehnung gegenüber der Grünen-Politikerin aus. Roth hielt zunächst am Redemanuskript fest, lobte Wettbewerb und Teilnehmer und hielt mit lauter Stimme gegen den Unmut des Publikums. Der Auftritt erinnerte weniger an ein fröhliches Musikfest, als an einen besonders hitzigen Parteitag. Als es gegen Ende besonders laut wurde, wich Roth offenbar von ihrem Text ab und kommentierte: „Das ist Demokratie.” Sie nehme diese Kritik an.

Hintergrund ist unter anderem Roths Umgang mit Antisemitismus bei der 15. Documenta im vergangenen Jahr. Roth habe sich allzu defensiv verhalten und Warnungen vor Antisemitismus nicht ernst genug genommen, so Kritiker.

Der Sprecher der Grünen-Politikerin sagte dem „Tagesspiegel” anschließend, Roth habe auf Einladung des Präsidenten des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, an dem Wettbewerb teilgenommen. Während ihres Grußwortes hätten einige, die mit ihrer Politik und Ausrichtung nicht einverstanden seien, dies „lautstark zum Ausdruck gebracht”. Sie habe im Rahmen der Veranstaltung mit Schuster und jungen Teilnehmern zu Mittag gegessen und sich ausgetauscht und habe mit Schuster Künstler vor deren Auftritt besucht. Das sei ein „sehr guter und spannender Austausch gewesen”.

Veranstalter des Wettbewerbs ist der Zentralrat der Juden. Die Organisation sprach anschließend gegenüber dem Tagesspiegel von „lange aufgestautem Frust”, der sich bei der Veranstaltung deutlich entladen habe. Dies sei eine Konsequenz der Entwicklung im deutschen Kulturbetrieb der vergangenen Jahre. Es müsse sich „jetzt erkennbar etwas ändern, damit jede Form von Antisemitismus aus dem deutschen Kulturbetrieb nachhaltig verbannt wird“, heißt es in der Stellungnahme. (mit dpa)

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