Reichsbürger „Commander“ aus Bad Zwischenahn ist gestorben
Ein 55 Jahre alter Reichsbürger aus Bad Zwischenahn ist in einer psychiatrischen Klinik gestorben. Der Mann hatte zu Lebzeiten viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt.
Bad Zwischenahn/Oldenburg - Er hatte über verschiedene Messenger-Dienste reihenweise selbstverfasste Todesurteile gegen Amtsträger verschickt und zahlreiche Menschen bundesweit in Angst und Schrecken versetzt. Jetzt ist der 55-Jährige aus Bad Zwischenahn, der sich selbst „Commander“ oder „Major“ nannte, tot. Er starb am 18. März in einem psychiatrischen Krankenhaus und zwar eines natürlichen Todes. Das bestätigte am Dienstag Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue von der Staatsanwaltschaft in Göttingen. Eine Obduktion der Leiche habe keinen Hinweis auf Fremdverschulden ergeben.
Die Staatsanwaltschaft Göttingen, Zentralstelle zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet, hatte das Verfahren gegen den 55-Jährigen geführt. Wegen des Aufrufens zu Tötungsdelikten inklusive der zu wählenden Tötungsart wie „Tod durch Erhängen“, „Tod durch Erschießen“ oder „Tod durch Giftspritzen“ hatte sich der 55-Jährige letztes Jahr vor dem Oldenburger Landgericht verantworten müssen.
Gutachter sprach von Wahnvorstellungen
Ein Psychiater hatte damals Wahnvorstellungen diagnostiziert und ihn als schuldunfähig eingestuft. Der Bad Zwischenahner wurde am 1. September in der Sache freigesprochen, seine zeitlich unbegrenzte Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie aber angeordnet. Das Urteil war im März dieses Jahres rechtskräftig geworden.
Den Feststellungen zufolge war der Mann ein Reichsbürger. Er hatte unter anderem die Existenz der Bundesrepublik geleugnet. Er sei Soldat und Befehlshaber von Shaef in Deutschland, dem „Supreme Headquarter Allied Expeditionary Force“. Das Hauptquartier der alliierten Streitkräfte gibt es zwar seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr, der 55-Jährige hatte aber stets das Gegenteil behauptet.