Berlin  Krankenhaus für alles und nah – das wird es nicht mehr geben

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 01.06.2023 16:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nach den Beratungen mit den Ländern: Bei den von ihm geforderten Qualitätskriterien für Krankenhäuser ist man sich nicht einig. Foto: Felix Müschen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nach den Beratungen mit den Ländern: Bei den von ihm geforderten Qualitätskriterien für Krankenhäuser ist man sich nicht einig. Foto: Felix Müschen
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Es wird künftig weniger Krankenhäuser in Deutschland geben – so viel ist sicher. Die Versorgung muss deshalb nicht schlechter werden.

Von den 1700 Kliniken im Land schreibt die Hälfte seit Langem rote Zahlen. Betten werden vorrätig gehalten, sind aber nicht belegt. Notwendige Investitionen sind nicht mehr finanzierbar. Es wird zu viel operiert, und nicht jede Behandlung wird in der Qualität durchgeführt, in der es in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt eigentlich selbstverständlich sein sollte. Entweder gehen Krankenhäuser also demnächst pleite und dann womöglich auch solche, deren Weiterbetrieb sinnvoll wäre. Oder es gelingt eine gesteuerte Reform, die Spezialversorgung in Unikliniken und Nahversorgung in Notfällen weiterhin sichert. 

Insbesondere für die Bundesländer, die für die Krankenhäuser zuständig sind, wird das ein schmerzhafter Prozess. Kein Landespolitiker möchte seiner Bevölkerung erklären, dass das Krankenhaus um die Ecke demnächst schließen wird. Diese Aufgabe des schwarzen Peters dem Bund und Minister Karl Lauterbach zu überlassen, wäre deshalb nur folgerichtig.

Beim Treffen zwischen Bund und Ländern gab es im entscheidenden Punkt der Lauterbach-Reform aber keine Einigung. Um die Krankenhauslandschaft der neuen Realität anzupassen will Lauterbach die Häuser in Qualitätsstufen einteilen. Nicht jedes Krankenhaus wird dann noch vom Schlaganfall bis zum Brustkrebs alles behandeln können, manche Häuser werden ganz schließen. Dagegen wehren sich die Länder noch vehement. Doch Lauterbach scheint fest entschlossen, den unpopulären Eingriff auch gegen ihren Willen vorzunehmen. Anders wird es nicht gehen.

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