Torwart verlässt Holtland Fußball-Zukunft von Jann Hellmers ist offen
Der 35-Jährige könnte sich eine neue sportliche Herausforderung vorstellen, ist aber noch verletzt. Eine spezielle Therapie macht Hoffnung auf eine Karrierefortsetzung.
Holtland - Die Fußball-Saison ist in vielen Spielklassen beendet. In einigen wird am Wochenende der letzte Spieltag ausgetragen – so zum Beispiel in der Landesliga und Bezirksliga. Die allermeisten Kicker wissen bereits, wie es nach der Sommerpause bei ihnen fußballerisch weitergeht. Einer, bei dem das nicht so ist, ist Jann Hellmers. Beim Torwart gibt es sogar gleich zwei Fragezeichen bezüglich der Fußball-Zukunft.
Zum einen ist nicht gesichert, dass der 35-Jährige aufgrund einer Oberschenkel-Verletzung überhaupt wieder Fußball spielen kann. Und – sollte das möglich sein – weiß der OZ-Sportler des Jahres 2021 noch nicht, für welchen Verein er auflaufen würde. Fakt ist aber: Es würde nicht für den SV Holtland sein, bei dem Hellmers seit 2019 gespielt hatte. „Ich verlasse den SV Holtland“, bestätigt der gebürtige Holtlander, der auch in Holtland wohnt, auf Nachfrage. „Wo es für mich weitergeht, wenn es denn weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Ich kann Vereinen noch keine Versprechungen machen“, so Hellmers, der jedoch verrät: „Die Landesliga ist eine Liga, die mich durchaus reizt.“
Verletzung vor der Pandemie
Jann Hellmers war bis zur C-Jugend Feldspieler beim SV Holtland, ehe er zu Kickers Emden wechselte und sich fortan die Handschuhe überzog. Im Herrenbereich hütete er lange Jahre das Landesliga-Tor für Germania Leer, Concordia Ihrhove und Frisia Loga, ehe er über den Bezirksligisten Ramsloh zu seinem Heimatverein SV Holtland zurückkehrte. Nun zieht es einen der besten Torhüter der Region noch einmal woandershin – sofern es seine Gesundheit zulässt.
Zu Jahresbeginn sah es danach aus, dass Jann Hellmers seine aktive Karriere beenden muss. Jetzt gibt ihm eine spezielle Therapie wieder einen Hoffnungsschimmer. „In Leer konnte man mir auch nach drei MRT-Untersuchungen nicht genau sagen, was ich habe. Ein Arzt in Bremen hat das nun herausgefunden und mir vorgeschlagen, wie man das behandeln könnte“, erzählt Jann Hellmers. „Vor der Corona-Pandemie muss ich mir den Oberschenkelmuskel am Becken abgerissen haben. Das ist nun zu lange her, um es zu operieren. Mit Eigenblut-Therapien versuchen wir nun, dem restlichen Muskelgewebe mehr Stabilität zu geben.“ Drei bis fünf solcher Therapien sind angedacht, die erste erfolgte in dieser Woche. „Jetzt soll ich mich ein paar Tage schonen“, sagt Jann Hellmers. Deshalb hat er auch das Angebot abgelehnt, im letzten Saisonspiel am Sonnabend noch einmal für den SV Holtland aufzulaufen.
Mehrere Trainer-Abschiede in der Bezirksliga
20 Partien betritt Hellmers trotz der Verletzung in dieser Saison. „Eigentlich ging das nur mit Schmerzmitteln und einem dick bandagierten Oberschenkel“, sagt der 35-Jährige, der als Einkäufer bei einer hiesigen Reederei arbeitet. Auch ohne Einsatz am Sonnabend gegen Germania Wiesmoor dürfte Hellmers gebührend verabschiedet werden. Die Bühne wird ihm aber nicht alleine gehören. Weitere Spieler verlassen den Verein – den größten Applaus dürfte aber dem scheidenden Trainer gehören. Jörn Janssen hört am Sonnabend nach fast 17 Jahren als Cheftrainer beim SV Holtland auf. Er hat eine Ära geprägt, den Klub von der Kreisklasse in die Bezirksliga geführt und dort etabliert. Dem SV Holtland bleibt Janssen aber treu, er wechselt in die Sportliche Leitung.
Den Trainerposten beim SVH übernehmen wird in der kommenden Saison Stefan Marx. Es ist beileibe nicht der einzige Trainerwechsel in der hiesigen Fußball-Bezirksliga. Bei sieben weiteren Vereinen wird der Coach am Sonnabend verabschiedet: Uwe Welzel (SG Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel), Bernd Buß (TuS Pewsum), Erhan Colak (TuRa Westrhauderfehn), Arndt Watzema (Germania Leer), Thomas Jakobs (FC Norden), Frank Winkler (TuS Strudden) und Bruno Mönck (TuS Middels).
Während die Entscheidungen um die Meisterschaft (TuS Esens) und den direkten Abstieg (Concordia Suurhusen, Ostfrisia Moordorf) schon längst gefallen sind, gibt es um den Relegationsrang 16 noch einen Zweikampf, der im direkten Duell entschieden wird. Die SG Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel benötigt im Heimspiel am Sonnabend um 17 Uhr einen Sieg, um Gegner SpVg Aurich noch zu überholen und in die Relegation zu schicken. Diese wird gegen den Dritten der Ostfrieslandliga – voraussichtlich Holtriem – ausgetragen.