Hamburg „Letzte Generation“ plant Protest gegen „die Reichen“ – warum das Quatsch ist
Die „Letzte Generation“ hat den Plan für den Sommer vorgestellt. Die Aktivisten wollen in den nächsten Wochen mit ihren Aktionen „die Reichen“ treffen. Dieser Strategiewechsel ist zwar gut gemeint, aber das Kernproblem der „Letzten Generation“ bleibt bestehen.
Die „Letzte Generation“ verfolgt eine neue Strategie. In den kommenden Wochen wollen die Klimaaktivisten gezielte Aktionen gegen „die Reichen“ starten. Das mag aus Sicht der Aktivisten nach einer guten Idee klingen. Ganz normale Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit oder zum Arzt könnten aufatmen und vermögende Menschen als Hauptverursacher von CO₂-Emissionen würden die Proteste treffen.
Auch die Klimaaktivisten selbst könnten profitieren, sie brauchen dringend eine neue Strategie, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Straßenblockaden haben heute kaum noch Nachrichtenwert, sie gehören zum Alltag der Berichterstattung.
Der erste Eindruck trügt allerdings. Die Aktivisten wollen sich mit ihren Aktionen „an die Symbole des modernen Reichtums gehen“, ohne zu erklären, was das bedeutet. Werden bald Privatjets auf dem Rollfeld mit Farbe besprüht, wie es jüngst in Berlin schon geschehen ist? Oder heißt es, dass in Großstädten Bioläden mit Farbe blockiert werden, weil dort „die Reichen“ einkaufen. Statussymbole von Reichtum sind vielfältig, bewusster Konsum gehört auch dazu.
Das Kernproblem der „Letzten Generation” bleibt also auch mit dem Strategiewechsel bestehen. Die Aktivisten wollen mit ihren Aktionen Menschen überzeugen, mehr für den Klimaschutz zu tun, aber die Vermittlung scheitert komplett. Bei den Straßenblockaden ist es nicht gelungen, zu erklären, was der entstandene Stau mit den Klimakipppunkten zu tun hat. Auch Aktionen gegen „die Reichen“ werden für Kopfschütteln sorgen, wenn nicht erklärt wird, was das mit Klimaschutz zu tun hat. Es ist vollkommen realistisch, dass wir in einigen Wochen statt über Dieselverbrauch im Stau einer Blockade, über die Definition von Reichtum sprechen – allerdings nicht über die Klimakrise.