Sylt „Letzte Generation“ beschmiert Privatjet auf Sylt mit Farbe – was bislang bekannt ist
Auf Sylt haben Mitglieder der „Letzten Generation“ einen Privatjet mit oranger Warnfarbe besprüht. Sie fordern den Bundeskanzler auf „Herr Scholz, handeln Sie!“. Was die Aktivisten nun erwartet, welchen Schaden sie angerichtet haben und wem das Flugzeug gehört.
In leuchtendem Orange steht ein Privatjet am Dienstagvormittag auf dem Rollfeld des Sylter Flughafens. Nur wenige Momente zuvor war er noch weiß. Verantwortlich für den rasanten Farbwechsel sind Klimaaktivisten der „Letzten Generation“, wie sie kurz danach selbst in einer Pressemitteilung verkünden.
Der Sylter Flughafenchef Peter Douven bezeichnet die Protestaktion gegenüber unserer Redaktion als „völlig inakzeptabel“. „Das ist keine Demo für den Klimaschutz, sondern Linksaktivismus“, wie er betont. Die einzig angemessene Reaktion sei deshalb, Strafanzeigen zu erstatten.
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Die haben die fünf Klimaaktivisten, die auf dem Sylter Flughafengelände von den alarmierten Einsatzkräften aufgegriffen wurden, auf jeden Fall auch zu erwarten, wie eine Polizeisprecherin danach mitteilte: „Sehr wahrscheinlich wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.“ Bei den Aktivisten der Letzten Generation soll es sich um Menschen im Alter von 60, 43, 31, 23 und 21 Jahren handeln, von denen zunächst die Personalien aufgenommen wurden.
Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich bei dem beschmierten Flugzeug um eine Cessna des Modells Citation 525 CJ1., die offenbar einer wohlhabenden Familie aus der Nähe von Mönchengladbach gehört. Für ein neues Flugzeug dieser Art sind bis zu 4,5 Millionen Euro fällig, gebraucht werden solche Modelle für um die 1,5 Millionen Euro gehandelt.
Die genaue Höhe des entstandenen Schadens am Flugzeug ist noch unklar, dürfte aber im sechsstelligen Bereich liegen. Die Reparatur beziehungsweise Reinigung des Fliegers werde wohl ein paar Wochen in Anspruch nehmen, wie Flughafenchef Douven sagt.
Die Mitglieder der „Letzten Generation“ verschafften sich unerlaubt Zutritt zum Gelände des Sylter Flughafens, indem sie laut Flughafenchef einen Sicherheitszaun gewaltsam zerstörten. Anschließend besprühten sie mit präparierten Feuerlöschern die Privatmaschine, entrollten Banner, auf denen zu lesen war „Euer Luxus = Unsere Dürre“ sowie „Euer Luxus= Unsere Ernteausfälle“, und kleben sich an und vor dem Flugzeug fest.
Wie schlecht die Klimabilanz von Privatjets ist, zeigt diese Statistik:
Laut eigener Aussage wollten sie damit auf die klimaschädlichen Auswirkungen von Privatflügen aufmerksam machen. Die Aktivisten fordern, dass die Bundesregierung für „Klimagerechtigkeit“ sorgt und dazu gehöre, reiche Menschen per Gesetz einzuschränken. Denn „die Besitzer der Privatjets, Limousinen und Superyachten werden diese nicht freiwillig stehen lassen“.
Die Grünen im Bundestag fordern bereits höhere Kosten für Flüge mit Privatjets. Die im Schnitt zehnmal höheren Pro-Kopf-Emissionen von Privat- und Geschäftsflugzeugen gegenüber Linienfliegern müssten etwa durch höhere Flughafengebühren ausgeglichen werden.