Schleswig-Holstein  Air Defender 2023 startet: Was Sie zur größten Nato-Luftübung aller Zeiten wissen müssen

Ann-Kathrin Clausen
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Von Ann-Kathrin Clausen
| 07.06.2023 11:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
F16-Kampfjets aus den USA sind für die NATO-Luftwaffenübung im Schleswig-Holsteinischen Jagel gelandet. Foto: Georg Wendt
F16-Kampfjets aus den USA sind für die NATO-Luftwaffenübung im Schleswig-Holsteinischen Jagel gelandet. Foto: Georg Wendt
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Laut der Bundeswehr ist Air Defender 2023 die größte Luftoperationsübung seit Bestehen der Nato: Noch bis zum 23. Juni 2023 trainieren tausende Soldaten unter Führung der Luftwaffe im deutschen Luftraum. Auch zwei Standorte in Schleswig-Holstein sind dabei.

Das Luftwaffenmanöver Air Defender 2023 hat am 12. Juni begonnen und der Hauptaustragungsort ist Schleswig-Holstein.

Reichlich Flugbetrieb über Hohn gab es schon vor Beginn des bis 23. Juni laufendenden Manövers Air Defender. Schon seit Ende Mai wurde vermehrt Militärflugzeuge auf dem Flugplatz zur Landung gebracht. Und auch in Jagel bei Schleswig liefen wochenlang Vorbereitungen für die größte Nato-Luftoperationsübung seit ihrem Bestehen.

Nach Angaben der Bundeswehr nehmen insgesamt 10.000 Soldaten aus 25 Nationen mit etwa 250 Flugzeugen an Air Defender in ganz Deutschland teil. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen den Nationen und deren Streitkräften trainieren, verbessern und ausbauen, um für einen Bündnisfall besser gerüstet sein.

Aber was passiert da eigentlich bei dem Manöver? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt:

Wenn ein Nato-Mitgliedsland angegriffen werden würde, tritt der Bündnisfall ein. Laut Artikel 5 des Nato-Vertrags sind dann die anderen Mitgliedsländer verpflichtet, den Bündnispartner zu unterstützen. Ein solcher Ernstfall wird bei Air Defender geprobt.

Laut der Bundeswehr üben 25 Nationen und die Nato die gemeinsame Reaktionsfähigkeit ihrer Luftstreitkräfte in einer Krisensituation. Deutschland übernimmt dabei die führende Rolle.

Folgende Nationen sind bei Air Defender 2023 dabei: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA und Großbritannien.

An der Übung nehmen etwa 10.000 Soldaten teil. Unter den 250 beteiligten Flugzeugen befinden sich 23 verschiedene Flugzeugtypen. 100 dieser Flugzeuge kommen aus den USA. Sie wurden bereits nach Europa gesandt. Allein in Schleswig-Holstein heben 80 der 250 beteiligten Militärjets ab.

Die Einsätze werden hauptsächlich von den folgenden Standorten gestartet:

Die drei Hauptdrehkreuze liegen in Jagel/Hohn, in Wunstorf und in Lechfeld. Die Übungen werden hauptsächlich in drei Lufträumen über Deutschland durchgeführt:

Nachts und am Wochenende finden keine Übungsflüge statt.

Der Übungsraum Ost wird zwischen 10 und 14 Uhr, der Übungsraum Süd zwischen 13 und 17 Uhr und der nördliche Übungsraum Nord zwischen 16 und 20 Uhr für die Militär-Übung zeitweise reserviert sein.

Die drei Luftübungsräume werden nur zeitversetzt und nie zeitgleich für bis zu vier Stunden täglich militärisch genutzt. Dadurch soll die Belastung für die Bevölkerung gering gehalten werden. In diesem Zeitfenster stehen die Lufträume dem zivilen Luftverkehr allerdings nicht zur Verfügung.

In einer Stellungnahme der Bundeswehr heißt es, die Luftwaffe, die Deutsche Flugsicherung, Eurocontrol, die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber tun alles dafür, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört beispielsweise die zeitversetzte Nutzung der drei Luftübungsräume.

In enger Zusammenarbeit mit den für die Flugsicherung zuständigen Behörden, den Fluglinien sowie den Flughäfen werden Abläufe und Verfahren optimiert, um die Auswirkungen auf den zivilen Flugverkehr weitestgehend zu minimieren.

Laut Bundeswehr ist mit keinen Flugausfällen zu rechnen, höchstens mit Verzögerungen. Es wird aber geraten, sich vor Abflug noch einmal mit seiner Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

Laut Bundeswehr sind in den Übungsgebieten mit Ausnahme der an der Übung beteiligten Luftfahrzeuge alle Flüge untersagt, das gilt auch für Drohnen und Modellflugzeuge. Von den Flugbeschränkungen ausgenommen sind Flugzeuge des Bundes und der Polizei, Rettungshubschrauber, Ambulanzflüge und Flüge nach Instrumentenflugregeln nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Flugverkehrskontrollstelle.

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