Attraktiver Weihnachtsmarkt Leeraner Innenstadt soll eine Weihnachts-Kirmes bekommen
Nicht viel los war beim letzten Weihnachtsmarkt im Bereich zwischen Ledastraße und Wörde. Neue Ideen sollen verhindern, dass dieses Stück der Fußgängerzone beim nächsten Weihnachtsmarkt leer bleibt.
Leer - Lange hat der Ernst-Reuter-Platz in Leer trotz seiner Lage zwischen Fußgängerzone und Sporthafen eher ein Schattendasein geführt. Zweimal in der Woche findet dort halbtags der Wochenmarkt statt, das war‘s. Nun gibt es gleich zwei Initiativen, die neues Leben auf das idyllische Areal bringen sollen. Noch in diesem Sommer soll auf den bisherigen Parkplätzen direkt am Wasser die Nordbar eröffnen. Und während des Weihnachtsmarktes soll auf dem Platz eine Weihnachts-Kirmes stattfinden.
Was und warum
Darum geht es: Auf dem Ernst-Reuter-Platz soll während des Weihnachtsmarktes eine Weihnachts-Kirmes sein. Der Wochenmarkt müsste in dieser Zeit weichen, allerdings nicht weit.
Vor allem interessant für: Freunde des Leeraner Weihnachtsmarktes und diejenigen, die ihn bisher wenig attraktiv fanden
Deshalb berichten wir: Die Pläne für die Weihnachts-Kirmes wurden im Feuerwehr- und Marktausschuss vorgestellt. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Hintergrund für die Kirmespläne ist, dass die Schausteller und die Werbegemeinschaft im vergangenen Jahr unzufrieden mit der Resonanz auf den Weihnachtsmarkt, vor allem im Bereich zwischen Wörde und Ledastraße, waren. Ihre Befürchtung: Dort können in den kommenden Jahren keine Buden mehr aufgestellt werden, weil sie nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Damit wäre die immer wieder geforderte Anbindung der Altstadt ein Stückchen mehr in Frage gestellt. Außerdem hatten die Verantwortlichen festgestellt, dass Kinder, Jugendliche und Familien beim Weihnachtsmarkt in seiner jetzigen Form nicht richtig auf ihre Kosten kämen.
Riesenrad, Beleuchtung und Verpflegung
Die Lösung all dieser Probleme könnte die erwähnte Weihnachtskirmes sein, meinen Schausteller und Werbegemeinschaft. Auf dem Ernst-Reuter-Platz könnten ein Riesenrad, ein weiteres Fahrgeschäft, ein Kinderkarussell und Verpflegungsstände stehen, gedämpfte Weihnachtsmusik, weihnachtliche Beleuchtung und Dekoration sollen für eine schöne Atmosphäre sorgen. Auch der malerische Hafen und einige Schiffe könnten durch besondere Beleuchtung in Szene gesetzt werden.
Das hat allerdings Konsequenzen für den Wochenmarkt in der Zeit, in der die Kirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz stünde. Er muss ausweichen. Man habe den Beschickern verschiedene Standorte vorgeschlagen, die aber allesamt nicht auf große Begeisterung gestoßen seien, sagte Marktmeister Michael Meyer: untere Mühlenstraße, Parkplatz Ostersteg, Ledastraße, Liesel-Außen-Platz – alle diese Vorschläge seien von den Beschickern abgelehnt worden.
Ledastraße wird nicht mehr gesperrt
Deshalb habe man sich nun zunächst auf den Parkplatz neben dem Ernst-Reuter-Platz verständigt. Für die Zeit des Wochenmarktes werde die Straße Kupenwarf gesperrt, die Behinderten-Parkplätze blieben aber erreichbar. Der kurzfristige Wegfall der Parkplätze ist nach Einschätzung der Stadtverwaltung verschmerzbar, weil beispielsweise in der Ledastraße oder am Ostersteg ausreichend andere Parkplätze in der näheren Umgebung zur Verfügung stünden. Einen ersten Probelauf gab es am vergangenen Wochenende. Eine der Bühnen für das Stadtfest stand auf dem Ernst-Reuter-Platz. Die Wochenmarkt-Stände wurden nun auf den Parkplatz und einige Wege verteilt.
Eine weitere Änderung hat die Stadtverwaltung für den nächsten Weihnachtsmarkt geplant: Die Ledastraße soll dieses Mal nicht für den Verkehr gesperrt werden, sondern von der Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße aus durchgängig bleiben. Diese Sperrung habe wegen weiterer Sperrungen im vergangenen Jahr zu Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt geführt. Ähnliches sei auch in diesem Jahr zu erwarten. „Ich möchte nicht, dass Leer als Stadt der Staus bekannt wird“, sagte Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Feuerwehr- und Marktausschusses. Der Glühweinstand, der bisher als Sperrung diente, soll einen attraktiven Platz auf dem Ernst-Reuter-Platz bekommen, kündigte Marktmeister Michael Meyer an.
Feuerwehr hat Bedenken
Die Feuerwehr sieht diese Planungen allerdings mit einigen Bedenken. Florian Schmidt, Ortsbrandmeister Leer, sagte, dass die gesperrte Ledastraße es den Einsatzkräften deutlich leichter machen würde, zu einem möglichen Einsatzort in der Innenstadt zu kommen. Zudem könnten die Feuerwehrleute die Ledastraße als Aufstellfläche für ihre Gerätschaften nutzen.
Die Mitglieder des Feuerwehr- und Marktausschusses stellten sich einstimmig hinter die Überlegungen der Stadtverwaltung. Sie kann nun weiter für eine Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz planen und dabei davon ausgehen, dass die Ledastraße in diesem Jahr nicht gesperrt wird.