Berlin  Burghart Klaußner enthüllt das Geheimnis seines Namens

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 23.06.2023 00:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Burghart Klaußner führt seinen Familiennamen auf einen Einsiedler-Abt zurück, der mit einer Nonne durchgebrannt ist. Foto: dpa
Burghart Klaußner führt seinen Familiennamen auf einen Einsiedler-Abt zurück, der mit einer Nonne durchgebrannt ist. Foto: dpa
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Burghart Klaußners Nachname bedeutet „Einsiedler“. Er selbst führt ihn auf einen mittelalterlichen Abt zurück, der eine Nonne „geraubt“ hat.

Schauspieler Burghart Klaußner (73) führt seinen Nachnamen auf einen historischen Klausner zurück, also auf einen Einsiedler: „Es gibt sogar eine Familienlegende dazu. Demnach gehen wir Klaußners auf einen Einsiedler-Abt zurück, der eine Nonne gestohlen hat“, sagte der Schauspieler unserer Redaktion. „Ich hoffe, die beiden sind nur miteinander durchgebrannt“, ergänzte er zur Frage des Nonnenraubs. „Wie unser Urahn Abt eines Klosters und gleichzeitig Einsiedler sein konnte, habe ich allerdings nie verstanden.“

Hier lesen Sie das Interview mit Burghart Klaußner im Wortlaut.

Der mönchische Name präge ihn tatsächlich, sagte Klaußner: „Ich bin gut und gern allein, wenn auch nicht immer. Gerade habe ich ein Kloster besichtigt. Was da zu leben versucht wird, spricht mich an: die klösterliche Bescheidenheit, die Versenkung, die Einsamkeit.“

Kritisch äußerte der Schauspieler sich über den Umgang der Bühnen mit Tabuthemen: „Das Theater ist dazu da, zu konfrontieren. Wenn das nicht mehr erlaubt ist, kann ich gleich zu Hause bleiben.“ Die neue Praxis, Spielpläne mit „Trigger-Warnungen“ vor Inhalten wie sexueller Gewalt oder Suizid zu versehen, hält Klaußner für überflüssig: „Ich muss nicht wie ein Kind durch die Theaterwelt geführt werden, damit weder ein Gedanke noch ein Gefühl aufkommt. Das geht einfach zu weit.“

„Was immer wir tun, wird als politisch unkorrekt aufgefasst“, so Klaußner weiter. „Unsere Sprache wird kontrolliert. Selbst in historischen Werken soll Kontrolle ausgeübt werden. Das N-Wort heißt N-Wort und jeder soll verstehen, was gemeint ist.“ Auch die Debatte um Aneignung fremder Schicksale sieht Klaußner kritisch: „Ich wurde selbst schon in der Rolle eines Behinderten angefeindet – obwohl wir da ja gerade die Geschichten erzählen, die sonst nicht erzählt werden.“

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