Westoverledinger vor Gericht 39-Jähriger soll 14-jährige Tochter vergewaltigt haben
Erst rauchten Vater und Tochter gemeinsam. Als dem Mädchen schwindelig wurde, soll der 39-Jährige sich an ihr vergangen haben. Der Westoverledinger wurde schon einmal wegen Kindesmissbrauchs verurteilt.
Aurich - Ein 39-jähriger Westoverledinger soll mit seiner 14-jährigen Tochter Geschlechtsverkehr gehabt haben. Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen muss er sich seit Dienstag vor der ersten Großen Jugendkammer des Auricher Landgerichts verantworten. Nach längerer Befragung räumte er die Tat ein.
Die Staatsanwaltschaft legte ihm zur Last, er habe mit seiner Tochter an einem nicht näher konkretisierbaren Tag im März oder April 2021 einen Joint vor der Wohnung seiner Mutter geraucht. Als dem Mädchen schwindlig geworden ist, soll er sie nach drinnen gebracht haben, wo er ihren Zustand ausgenutzt und trotz ihrer Abwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben soll. Der Vorwurf der Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige wurde im Laufe der Verhandlung im Hinblick auf den Missbrauch eingestellt.
„Ich kann mich gar nicht richtig an den Abend erinnern“
Zunächst versuchte sich der Angeklagte herauszureden. „Ich kann mich gar nicht richtig an den Abend erinnern“, meinte er. Dann fielen Sätze wie „Sowas würde ich nie mit meiner Tochter machen“ und „Meine Tochter ist mein ein und alles“ zwischen bruchstückhaften Erinnerungsfetzen. „Sie hat sich hingelegt und ist eingeschlafen“, sagte er. Und: „Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht eventuell doch so passiert ist.“
An dieser Stelle hakte der Vorsitzende Richter Bastian Witte ein und legte dem 39-Jährigen nahe, noch einmal genau zu überlegen. Im Falle eines Geständnisses würde er seiner Tochter die Aussage ersparen.
„Ich will das gar nicht wahrhaben“
„Ich glaube meiner Tochter auf jeden Fall“, räumte der Angeklagte ein. Witte hielt ihm die Handlungen laut Aktenlage vor. „Muss ja“, antwortete der Westoverledinger, zunehmend zerknirscht. Seine Mutter habe währenddessen geschlafen. Seine Tochter zum Drogenkonsum verführt zu haben, stritt er aber ab. Es seien selbstgedrehte Zigaretten gewesen, was sie geraucht hätten. Unter der Befragung durch das Gericht murmelte er Sätze wie „Wenn, dann muss es ganz kurz gewesen sein“ und „Ich will das gar nicht wahrhaben“.
Witte unterbrach, um dem Angeklagten eine Beratungspause mit seinem Verteidiger Renold Graalmann zu gewähren. Danach legte der Angeklagte ein Geständnis ab, das recht einsilbig geriet. „Dass ich was mit ihr hatte“, räumte er ein. „Können Sie da mehr zu sagen?“, fragte Witte. Kopfschütteln seitens des Angeklagten. Die Vorhalte des Richters zur mutmaßlichen Handlung nickte er ab.
Ein paar Krümel Cannabis
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter Professor Wolfgang Trabert räumte der 39-Jährige am Tatnachmittag den Konsum von drei bis vier Bier der Größe 0,33 Liter ein. Sonst trinke er weniger, abends mal ein Bier, meinte er. In der Zigarette könnten ein paar Krümel Cannabis drin gewesen sein. Es sei aber kein „richtiger Joint“ gewesen.
Der Mann ohne Ausbildung wurde bereits vor knapp zehn Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Weitere drei Einträge wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoßes gegen das Waffengesetz und unerlaubten Umgangs mit Abfällen stehen in seinem Zentralregister.
Der Prozess wird am 30. Juni ab 9 Uhr in Saal 003 fortgesetzt.