Berlin Chrupalla sorgt mit Vergleich zwischen Ukraine und Nazi-Deutschland für Empörung
Während nur jeder Fünfte in Deutschland zufrieden mit der Bundesregierung ist, befindet sich die AfD im Umfragehoch. Wie aber begegnet die Partei den aktuellen politischen Herausforderungen? Ein Auftritt des AfD-Fraktionsvorsitzenden Tino Chrupalla in der Talksendung von Sandra Maischberger gibt Aufschluss.
Ukraine-Krieg, Heizungsgesetz, Inflation: Die deutsche Politik muss sich momentan gleich mit mehreren brisanten Themen beschäftigen. Wie aber sieht ein vernünftiger Weg durch die verschiedenen Krisen aus? Das wollte Moderatorin Sandra Maischberger am Mittwochabend von Christian Dürr (FDP) und Tino Chrupalla (AfD) wissen. Es wurde ein hitziges Gespräch.
Die Talkmasterin fragte den AfD-Fraktionsvorsitzenden, ob Deutschland trotz der russischen Invasion in der Ukraine weiter Gas aus Russland beziehen solle. „Absolut, günstiges Gas war unser Standortvorteil“, antwortete Chrupalla. Dagegen zwinge das Heizungsgesetz die Menschen, Gasheizungen „rauszureißen“ und ihre Häuser zu dämmen, die sie gerade abgezahlt hätten.
Mehr noch: Das geplante Gesetz sei „grüne Ideologie“ und – an den anwesenden Fraktionsvorsitzenden Christian Dürr gerichtet – die FDP mache „voll mit“. Daher sei es für Chrupalla nach eigenen Angaben auch nicht verwunderlich, dass die Liberalen in Umfragen so schlecht abschneiden.
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Dürr wiederum warf dem AfD-Chef eine Verdrehung der Tatsache vor. So müsse niemand seine Gasheizung rausreißen, darüber hinaus sei im Gesetz eine Technologieoffenheit festgeschrieben. Chrupalla mache eine „parallele Realität“ auf und versuche, „die Fakten wegzuwischen“.
Doch der AfD-Politiker ließ sich nicht beirren – auch nicht, als er einen Energiemix mit russischem Gas für Deutschland ins Spiel brachte und Dürr konterte, dass russisches Gas kein Energiemix sei. Der Austausch mit Russland sei wichtig, so Chrupalla weiter. „Russland gehört zu Europa und wir werden auch wieder mit Russland wirtschaftliche Kontakte knüpfen.“ Der von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) initiierte „Wirtschaftskrieg“ müsse beendet werden.
Doch wie könnte eine Aufnahme der Wiederzusammenarbeit mit Russland funktionieren, wollte Moderatorin Sandra Maischberger wissen. Es gehe nicht um Kapitulation, erklärte Chrupalla. „Eine Gesprächsbereitschaft, gesichtswahrend für beide Seiten, sollte das Ziel sein.“ Sein Gegenüber Christian Dürr reagierte mit Unverständnis. „Es ist absurd geradezu. Das würde er wahrscheinlich auch für Deutschland empfehlen, wenn wir diese Bedrohung in der Realität hätten. Kapitulation, das kann es natürlich nicht sein.“
„Das haben wir 1945 auch gesagt“, entgegnete Chrupalla, was der FDP-Politiker als „absurden Vergleich“ wertete. Maischberger aber wollte es genauer wissen: „Haben Sie gerade gesagt, Hitler-Deutschland, die Wehrmacht, die kapitulieren musste, ist vergleichbar mit der Ukraine?“ Der AfD-Fraktionsvorsitzende antwortete, er vergleiche gar nichts.
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