Osnabrück  Forken für den Frieden: Künstler bringt über Tausend Heugabeln am Osnabrücker Rathaus an

Jule Rumpker
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Von Jule Rumpker
| 29.06.2023 07:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Will mit seinem neuen Projekt ein Zeichen für den Frieden setzen: Volker-Johannes Trieb. Foto: Hermann Pentermann
Will mit seinem neuen Projekt ein Zeichen für den Frieden setzen: Volker-Johannes Trieb. Foto: Hermann Pentermann
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Volker-Johannes Trieb will ein Zeichen setzen für den Frieden – und sammelt dafür über Tausend Heugabeln. Sein Werk wird bald am Osnabrücker Rathaus zu sehen sein.

Heugabeln dienen als Werkzeug in der Landwirtschaft. Dass sie als Waffe verwendet werden, geschieht nur in größter Not. Während des Dreißigjährigen Kriegs blieb vielen Menschen, vor allem auf dem Land, keine andere Möglichkeit, als sich mit Alltagsgegenständen zu wehren. Ihnen möchte der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb jetzt – 375 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg – ein Denkmal setzen. „Die größte menschliche Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges waren nicht die Toten auf den Schlachtfeldern, sondern die Toten bei Plünderungen, Brandschatzungen und Vergewaltigungen in der Zivilbevölkerung, durch Soldaten“, sagt Trieb.

Er möchte ein Zeichen setzen für den Frieden. Denn auch heute noch sei die Heugabel in den ärmsten Ländern der Welt oft das einzige Mittel, sich gegen die Gier der Machthabenden zur Wehr zu setzen. „Wenn Gegenwehr überhaupt möglich ist“, so Trieb.

„FORX. Pitchforks for Peace“, hat Trieb das Projekt getauft. Sein Ziel: 1648 Heu-, Erd-, Mist- und Rübengabeln zusammentragen – aus allen Ländern, die Konfliktparteien des Dreißigjährigen Krieges waren. 1648, weil in dem Jahr der Westfälische Frieden geschlossen und der Dreißigjährige Krieg damit beendet wurde.

Und jeder kann Teil des Projekts werden: „Wir haben Sammelstellen eingerichtet, bei denen die Forken abgegeben werden können. Für jede abgegebene Forke gibt es im Tausch eine neue“, sagt Trieb. Anschließend werden sie in der Werkgemeinschaft „Die BRÜCKE“ in Bramsche aufbereitet. Der Künstler taucht die Forken dann in weiße Farbe ein und versieht sie mit einem vierhundert Jahre alten Stück Holz. „Das Holz stammt aus einem Osnabrücker Fachwerkhaus. Wenn es reden könnte, wäre es in der Lage, von den Taten des Krieges berichten zu können.“

Als Symbol der 375-jährigen Wiederkehr des Westfälischen Friedens legen wir die Forken über den Teil des Rathauses, in dem sich der Friedenssaal befindet“, sagt Trieb. Sie würden sich zu einem „Friedensnetz“ verbinden. Warum genau dieser Ort? „Das Rathaus stammt aus einer Zeit der politischen Macht der Eliten, heute ist es ein Ort demokratischer Prozesse.“

Im Oktober soll die Installation stehen und für vier Wochen zu sehen sein. Trieb plant, die umgestalteten Forken anschließend weiterzuverkaufen, um mit den Einnahmen ein Teil des Projekts zu finanzieren. „Entweder einzeln oder als Installation“, sagt der Künstler. „Ich möchte diese Friedenszeichen aus Osnabrück in der Welt verteilen.“

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