Neuer Lebensmittelmarkt in Aurich Im Caro eröffnet im Herbst Aurichs erster Rewe-Markt
Im Einkaufszentrum Caro in Aurich gibt es in wenigen Monaten endlich wieder einen Nahversorger. Die Rewe Markt GmbH hat mit dem Eigentümer einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen.
Aurich - Edeka ist weg, Rewe kommt: Sechs Monate, nachdem der Lebensmittelkonzern aus Minden seine Filiale im Caro geschlossen hat, wird jetzt eine Nachfolgeregelung bekannt. Das Gerücht gab es schon lange, jetzt ist es bestätigt: Die Rewe Markt GmbH mit Sitz in Köln hat einen langfristigen Mietvertrag für den rund 1300 Quadratmeter großen Markt in dem Einkaufszentrum am Fischteichweg unterzeichnet. Das hat Caro-Sprecherin Katrin de Buhr am Freitag mitgeteilt. Nach einem umfangreichen Umbau sei die Eröffnung für den Spätherbst geplant. Es ist für Rewe der erste Standort in Aurich. Das Unternehmen betreibt in Ostfriesland lediglich einen Markt in Emden. Überdies gibt es kleine Rewe-to-go-Stores in einigen Tankstellen.
„Mit der Vermietung an Rewe ist es dem Eigentümer des Caro trotz der Konkurrenzsituation in Aurich gelungen, einen starken Partner für das Einkaufszentrum Caro zu finden, der die bereits gute Frequenz im Center weiter erhöhen wird“, schrieb Katrin de Buhr in einer Pressemitteilung. Betreiber des Marktes werde ein selbstständiger Kaufmann sein, der sich den Aurichern rechtzeitig vor der Eröffnung vorstellen werde. Da kein weiterer Rewe-Verbrauchermarkt in Aurich ansässig sei, stelle der neue Lebensmittelmarkt auch für die Auricher „eine willkommene Abwechslung“ dar. Auf Nachfrage spricht Katrin de Buhr von „langen Verhandlungen“ zwischen TB Investments, dem Eigentümer des Caro, und Rewe. Bereits in der vergangenen Woche sei der Deal dann perfekt gewesen. „Es hat allerdings dann eben noch einige Tage gedauert, bis ich die Freigabe für die Pressemitteilung erhalten habe“, sagt die Sprecherin. Es sei Rewe offenbar sehr wichtig gewesen, „Präsenz am Markt“ zu zeigen.
Die Standortbedingungen sind nicht ideal
In Branchenkreisen wurde die Nachricht, dass der neue Mieter im Caro seinen Sitz in Köln hat, mit Überraschung aufgenommen. Die Rede sei immer davon gewesen, dass der zu Edeka gehörende Discounter Netto den Markt am Fischteichweg übernehmen wolle. Allgemein gilt der Lebensmittelstandort im Caro als schwierig. Sehr viel Laufkundschaft, kaum jemand, der seinen Wocheneinkauf tätigt, ausreichend Parkfläche nur in der vielfach ungeliebten Tiefgarage – das sind alles Punkte, die den Standort nicht gerade aufwerten.
Deshalb freut sich Udo Hippen umso mehr, dass es gelungen sei, den Leerstand im Caro so schnell aufzuheben. Der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins (KV) sagte, dass spreche zum einen für die Attraktivität des Einkaufszentrums, zum anderen für Aurich als Einkaufsstadt. „Deren Strahlkraft reicht aus, um einen Lebensmittelkonzern in die Stadt zu holen“, sagt Udo Hippen. In den sozialen Medien hat die Nachricht von der Ansiedlung des Kölner Unternehmens hohe Wellen geschlagen. „Wunderbar, endlich mal was anderes als Bünting und Edeka“, schrieb eine Nutzerin auf Facebook. Abwechslung ist eben gerade in der Warenwelt immer willkommen.
Über Konzept ist noch nichts bekannt
In Emden wird der erste Rewe-Markt in Ostfriesland gerade modernisiert. Er hatte sich im Juli 2022 auf dem ehemaligen Real-Standort an der Fritz-Reuter-Straße in Harsweg etabliert und soll im Herbst wiedereröffnet werden. Dort wird es sogenannte Workpoints geben, die im Backshop, an der Fleisch- und Käsetheke und im Frischebereich integriert sind. Die Kunden können sich dort live anschauen, wie die Produkte zubereitet werden. Wie das Konzept des Auricher Marktes aussehen wird, konnte Katrin de Buhr nicht beantworten.
Dass die Region noch ein weißer Fleck in Sachen Rewe-Standorte ist, verwundert. In anderen Gegenden Deutschlands reiht sich eine Filiale an die nächste. Rewe gilt als zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler nach Edeka. Bei der Jahreshauptversammlung des Unternehmens in der vergangenen Woche in Berlin hatte der Rewe-Vorstandsvorsitzende Lionel Souque optimistische Töne angeschlagen und gesagt, man werde trotz der schwierigen Marktbedingungen den Kurs halten.