Ein Fahrstreifen sorgt für Stau In der Neutorstraße sollen die Ampeln ganz ausgeschaltet werden
Seit die Verkehrsachse neu markiert ist und dort Bäume stehen, staut es sich. Weil die Neuprogrammierung der Ampelschaltung noch dauert, überlegt man sich was anderes. Was das mit Otto zu tun hat.
Emden - Sie gehören zu den beliebtesten Fotomotiven in der Emder Innenstadt: die Otto-Waalkes-Ampeln zwischen altem Rathaus und Otto-Huus. Doch höchstwahrscheinlich wird über die Haupturlaubszeit im Sommer nur noch die Ampel vor dem Otto-Huus den hüpfenden Komiker zeigen. Denn: Die Ampelanlage soll abgeschaltet werden, das sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) im Emder Rat am Donnerstag.
Was und warum
Darum geht es: die weitere Entwicklung eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Emden, der Neutorstraße
Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Gäste der Stadt, die durch die Neutorstraße kommen oder sich in der Innenstadt aufhalten
Deshalb berichten wir: Die Verkehrsexperimente in der Neutorstraße sind schon länger beendet, aber die Diskussion um die finale Lösung dauert noch einmal ein paar Monate. Jetzt hat man endlich einen Ratsbeschluss gefasst. Kurzfristig gibt es schon eine Änderung der Ampelschaltung, die für alle Verkehrsteilnehmer wichtig ist. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Das hat mit den Verkehrsexperimenten in der Neutorstraße zu tun. Seit die wichtige Verkehrsachse neu markiert wurde und das so - Stand jetzt - auch bis zur Sanierung der Straße so bleiben soll, staut es sich zu den Stoßzeiten. Die Arbeiten sollen, so hieß es zuletzt, Mitte 2026 beendet sein. Wann sie beginnen, ist aber noch nicht klar. Es staut sich, weil es vor der Ampel am alten Rathaus nur noch eine Fahrspur gibt, auf der früheren Geradeausspur stehen ein paar der 50 Kübelbäume. Zuvor hatte es auch in den Verkehrsexperimenten noch die Abbiegespur gegeben. Dadurch war der Verkehr entzerrt worden. Um das Problem aktuell abzumildern, soll die Ampelschaltung umprogrammiert werden.
Ampelanlage könnte auf Dauer ausgeschaltet bleiben
Doch das kann nur die Firma Unify (ehemals Siemens) übernehmen, so Kruithoff. Es sei sehr ärgerlich, dass das Unternehmen für so etwas Einfaches wie das Umschalten einer Ampelanlage so lange brauche. Die Stadt könne dagegen aber nichts unternehmen, man hänge am Fliegenfänger. Anfang August will Unify nun anrücken. Um die Wartezeit zu überbrücken, wolle man nach der Hafenmeile und dem Christopher-Street-Day (CSD) am Wochenende im Stadtkern die Ampel ausschalten. Das funktioniere auch sehr gut in den Nachtstunden von 22 bis 10 Uhr.
In der gesamten Ferienzeit will man so den Verkehrsfluss verbessern. Sollte sich zeigen, dass sich die Maßnahme bewährt, könnte langfristig die Ampel ausgeschaltet bleiben. Im Gespräch war auch schon ein Zebrastreifen wie bei den anderen Ampelanlagen an der Neutorstraße. Matthias Arends (SPD) kritisierte, dass die anderen Zebrastreifen „ruckzuck“ entstanden seien, man hier aber so lange warte. „Warum erst in zwei Wochen und nicht schon vor vier Wochen?“, wandte er ein. Die Otto-Ampeln könnten - so die Überlegung im Rat - auch woanders aufgestellt werden.
Politik stimmt mehrheitlich für Neutorstraßen-Lösung
Im Rat wurde nun aber final darüber abgestimmt, dass die Neutorstraße nach dem Vorschlag der Verwaltung in Zukunft als Einbahnstraße mit der Fahrtrichtung vom Agterum zum alten Rathaus mit breiten Radstreifen rechts und links der Autofahrbahn umgestaltet wird. Es gab 36 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und eine Nein-Stimme. In dem Abschnitt der Neutorstraße ist bereits ein sogenannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich eingerichtet, in dem die Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Kilometern die Stunde gilt.
Bei der Straßensanierung soll der Abschnitt der Fahrbahn angehoben werden, um Verkehrsteilnehmern gegenüber noch deutlicher zu machen, dass ein Spezialbereich folgt. Polleranlagen, die automatisch hoch- und runtergefahren werden können, sollen an der Zufahrt installiert werden, um die Straße etwa bei Festlichkeiten für den Autoverkehr zu sperren. Einige der beliebten mobilen Sitzmöbel am Straßenrand sollen vor dem Delftfest, das am 14. Juli beginnt, wieder aufgestellt werden, sagte Martje Merten, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing GmbH, im Wirtschaftsausschuss am Mittwoch. Nach dem Fest soll der Rest folgen, der dann repariert und gesäubert wurde.
Mit der Politik hatte sich die Verwaltung nach einiger Diskussion auf den Zusatz im Neutorstraßen-Beschluss geeinigt: „Vor der abschließenden Umsetzung der Baumaßnahme wird parallel eine Lösung für die Verkehrssituation in Klein- und Großfaldern gutachterlich entwickelt. Vor der Beauftragung der Straßenumbaumaßnahme wird dies in die politische Beratung gegeben.“ Denn: Seit die Neutorstraße nicht mehr wie früher zweispurig und in beide Richtungen befahren werden kann, weicht zum Teil viel Verkehr über die Friedrich-Ebert-Straße aus. Anwohner hatten sich darüber immer wieder beschwert.