Interview mit dem Bürgermeister  Diese Themen sind dieses Jahr in Hinte wichtig

| | 14.07.2023 15:41 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Uwe Redenius ist der Bürgermeister der Gemeinde Hinte. Foto: Archiv
Uwe Redenius ist der Bürgermeister der Gemeinde Hinte. Foto: Archiv
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Hinter Kirchgang, Bedarfszuweisung und Tourismus. Wir haben uns zur politischen Sommerpause mit Bürgermeister Uwe Redenius über die für ihn wichtigsten Themen des Jahres unterhalten.

Hinte - Die erste Hälfte das Jahres ist rum, die Politik in der Sommerpause. Wir haben das zum Anlass genommen, um mit Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) ein Zwischenfazit zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Was und warum

Darum geht es: ein Interview mit dem Bürgermeister von Hinte, Uwe Redenius

Vor allem interessant für: alle, die aus Hinte kommen

Deshalb berichten wir: Zur politischen Sommerpause wollten wir den Verwaltungschef einmal fragen, wie das erste Jahr so lief und welche Ziele sich die Gemeinde für die Zukunft gesetzt hat.

Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de

Moin Herr Redenius, wie zufrieden sind Sie mit der ersten Hälfte des Jahres?

Uwe Redenius: Wir sind eigentlich sehr zufrieden. Wir haben ganz kurzfristig jetzt die Rückabwicklung des Hinter Kirchgangs absolviert, so dass wir da wieder Zugriff haben. Das mit dem Sielweg nimmt auch Formen an. Außerdem haben letzte Woche eine Information aus Hannover bekommen, dass wir bei der Bedarfszuweisung auch wieder berücksichtigt werden – das bedeutet etwa 655.000 Euro für die Gemeindekasse. Die haben uns aber schon zugestanden, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Das erste Halbjahr ist also gut gelaufen und jetzt mal schauen, was der Rest des Jahres bringt.

Was passiert nach der politischen Pause?

Redenius: Wir werden uns nach dem Sommer mit Hannover und dem Landkreis zusammensetzen, um dann eine Zielvereinbarung für die Bedarfszuweisung der nächsten fünf Jahre zu erarbeiten. Was bei uns ganz hoch angesiedelt ist, ist der Haushalt des Jahres 2024. Wir haben es ja im letzten Jahr zum ersten Mal sehr gut geschafft, dass wir Ende des Jahres den Haushalt des Folgejahres verabschiedet haben und das wollen wir jetzt auch wieder machen. Wir haben einen internen Workshop jetzt Ende dieses Monats, als Juli. Und dann wird es auch schon in die Haushaltsberatungen gehen mit den politischen Vertretern. Mit ähnlicher Priorität geht es dann sicher auch an den Hinter Kirchgang. Dass wir dort gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht. Da muss es nämlich weitergehen. Und da wird es auch zeitnah weitergehen.

Zeichnet sich da schon eine Richtung ab?

Redenius: Als erstes muss abgerissen werden, da sind wir uns alle einig. Das wird wohl im Herbst erfolgen. Es gibt Anfragen von potenziellen Investoren, die dort etwas realisieren wollen. Wir werden uns deren Konzepte ansehen und dann mit Rat und Verwaltung entscheiden, was davon umgesetzt werden soll. Aber es ist schon so, dass wir da keine Bank hinstellen und einen Baum pflanzen wollen, sondern es soll Wohnraum entstehen. Was hier natürlich immer knapp ist, ist Wohnraum für ältere Menschen. Vielleicht geht es in die Richtung. Aber so genau legen wir uns da jetzt noch nicht fest.

Welche strategischen Ziele hat sich die Gemeinde denn für die nächsten Jahre sonst noch so gesetzt?

Redenius: Mein Team und ich haben uns überlegt, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Das ist zum einen die lebenswerte Gemeinde. Wir brauchen uns sicherlich nicht vor anderen Kommunen verstecken. Seien es die Sportvereine, das Ehrenamt, die Schulen oder Kitas. Wir haben viele attraktive Wohnmöglichkeiten, zum Beispiel am Wasser, wir sind also eine attraktive Gemeinde. Und das wollen wir nicht nur jetzt sein, sondern wir wollen es auch bleiben. Das zweite Ziel heißt „Modernisierung der Infrastruktur“. Innerhalb der Gemeinde gibt es Straßen, bei denen wir etwas machen mussten und machen müssen. Und das arbeiten wir jetzt priorisiert ab. Wir haben gesagt, Oktober/November ist der Sielweg fertig. Nächstes Jahr wollen wir uns den Krummen Weg vornehmen, der es auch sehr nötig hat. Da gehören aber auch Themen wie Energiebewusstsein oder Klimamanagement dazu. Der dritte Punkt heißt „positive Personalentwicklung“. Ich sehe die Verwaltung ein bisschen so wie ein Unternehmen. Und für Unternehmen sind Mitarbeitende das wichtigste überhaupt. Deshalb wollen wir versuchen, attraktiv zu bleiben und uns zu verbessern. Da sind wir aber auch schon auf dem richtigen Weg, glaube ich. An vierter Stelle stehen die Finanzen, denn wir müssen natürlich handlungsfähig bleiben. Wir kümmern uns ja jetzt relativ schnell um den Haushalt und schauen natürlich auch, wo wir sparen können und wo wir noch etwas reinholen können. Die letzten Jahresabschlüsse sind sehr gut, deutlich im Plus. Wir werden das Geld natürlich nicht verprassen, sondern unsere Alt-Schulden abbauen. Gleichzeitig ist ja die kapitalisierte Bedarfszuweisung ausgelaufen. Und da wird es natürlich spannend. Wir machen jetzt eine neue Zielvereinbarung, das heißt aber nicht, dass man jetzt wieder entsprechende Summen bekommt. Wir müssen da schon auch unseren Beitrag leisten.

Wie steht es denn um das Thema Tourismus? Da geht noch mehr, oder?

Redenius: Wir haben leider keine Tourismus Gmbh. Wir haben zum Beispiel ein tolles Team, das die Mühle und drum herum super gut in Stand hält. Die haben dort auch einen kleinen Tourismus-Bereich mit Flyern und so weiter. Wobei ich sagen muss, das ist suboptimal und nicht mehr aktuell. Wir wollen einen Wohnmobilstellplatz. Wenn wir den als Gemeinde nicht realisieren können, gibt es ein sehr positives Signal von dem Hotel Novum. Das wäre dann kein kommunaler Platz, sondern von einem Privatier. Da sind die Gespräche ziemlich weit fortgeschritten. Über das Thema Kirchturm-Tour hatte ich mit den Kirchenverantwortlichen gesprochen, das war zu sportlich für diesen Sommer, aber das steht dann im nächsten Sommer auf der Agenda. Da habe ich auch schon vielen positiven Zuspruch erhalten. Es gibt unser jährliches Jazzkonzert, das ist jetzt nicht mehr in der Burg, sondern wir gehen in den Seniorenwohnpark Seniorenwohnpark Concordia nach Suurhusen am 30. Juli, das finde ich ganz toll. Wir haben einen Flyer in Vorbereitung. Wir sind aber generell mit dem Tourismus noch lange nicht da, wo ich es mir eigentlich wünschen würde.

Wäre es nicht nett, da jemand in der Verwaltung zu haben, der für das Thema Tourismus zuständig ist?

Redenius: Es ist schwierig. Aus dem Ärmel kann ich mir natürlich keinen schütteln, der das halbtags oder ganztags macht. Ehrenamt kann ich das auch von keinem verlangen. Ich bin ja froh, dass solche Vereine so aktiv sind hier nebenan. Das ist total toll. Aber das könnte natürlich ne Option sein, dass wir ein paar Stunden für den Tourismus generieren. Das könnte man vielleicht in der Haushaltsplanung berücksichtigen, dass ich noch zwei Stunden oder so brauche.

Gibt es etwas Neues aus dem Dorfentwicklungsprogramm?

Redenius: Im nächsten Rat wird das Ergebnis präsentiert. Jede Ortschaft hat zwei Favoritenprojekte formuliert, die sie am liebsten umsetzen wollen. Das wird dann im Rat besprochen und sicherlich eine Reihenfolge für die Umsetzung festgelegt. Wir werden schon einen Teil davon im Haushalt für 2024 einplanen. Ich gehe also davon aus, dass im nächsten Jahr schon die ersten Projekte umgesetzt werden. Ich bin gespannt!

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