Hamburg  Vorsicht beim Autoverkauf: Das sind die Tricks von Betrügern

Christopher Chirvi
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Von Christopher Chirvi
| 15.07.2023 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Private Autoverkäufer müssen aufpassen, dass sie nicht an Betrüger geraten. Foto: Imago Images/Ralph Peters
Private Autoverkäufer müssen aufpassen, dass sie nicht an Betrüger geraten. Foto: Imago Images/Ralph Peters
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Den Wert des Fahrzeugs kennen, den Wagen selbst ummelden und vorsichtig bei "Kärtchen"-Händlern sein – beim Verkauf eines Autos gibt es einiges zu beachten. Diese Fehler sollten Sie vermeiden.

Der Scheck platzt, ein Vertrag wird versehentlich per E-Mail abgeschlossen oder der Käufer gibt an, das Auto umzumelden – macht es aber nicht: Beim privaten Auto-Verkauf drohen einige Fallen, die alle beachten sollten, die ihr Auto privat verkaufen wollen. Ein paar Tipps:

Wer etwas kaufen will, versucht natürlich den Preis zu drücken. Gerade bei professionellen und sogenannten "Kärtchen"-Autohändlern kommt es regelmäßig vor, dass auf Mängel hingewiesen wird, die möglicherweise gar nicht so schwerwiegend sind. Deswegen sollte der Verkäufer den Wert seines Autos im Vorfeld bereits kennen.

Wer seinen Wagen auf einem öffentlichen Parkplatz oder an einer Straße abgestellt hat, kennt es: Interessenten, die professionell unterwegs sind, hinterlassen Visitenkarten mit einem Kaufinteresse an der Fensterscheibe oder unter dem Scheibenwischer.

Neben der bereits erwähnten gebotenen Vorsicht beim Preis sollte vorab auch darauf geachtet werden, was für eine Telefonnummer angegeben ist. Teilweise handelt es sich um teure 0900er-Rufnummern.

Werden sich Verkäufer und Käufer einig, sollte der Vertrag auf jeden Fall schriftlich festgehalten werden. Dabei gilt es, die wesentlichen Eckpunkte aufzuschreiben, im Internet gibt es aber auch Musterkaufverträge – beispielsweise vom ADAC.

Wer seinen Wagen privat verkauft, sollte ihn möglichst selbst abmelden, bevor er ihn an den Käufer übergibt. Ansonsten haftet der Verkäufer weiter für Versicherungsprämie und Kfz-Steuer. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Käufer Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung begeht und die entsprechenden Bußgeldbescheide beim Verkäufer eingehen.

Will der Käufer den Wagen sofort mitnehmen, sollte man gemeinsam zur Zulassungsstelle gehen, um ihn umzumelden.

Eine häufige Masche der Betrüger ist es, dem Verkäufer den Kaufpreis über ein Online-Bezahlsystem zukommen zu lassen und gleichzeitig mitzuteilen, dass der Wagen von einer Spedition abgeholt wird.

Ist der vermeintliche Spediteur dann weg, gibt der Käufer aber an, das Auto wäre nie bei ihm angekommen und er friert das Geld ein. In diesem Fall wird der grundsätzlich sinnvolle Käuferschutz des Online-Bezahlsystems durch den Betrüger ausgehebelt – da der Verkäufer nicht nachweisen kann, dass der Wagen tatsächlich angekommen ist.

Ein anderer Trick ist der Vertragsabschluss per E-Mail: Der Kaufinteressent schreibt eine Mail und bittet um die Bestätigung für einen Besichtigungstermin, indem der Verkäufer einen Button anklickt oder mit "Ok" antwortet. Tatsächlich wird dadurch aber bereits ein Kaufvertrag bestätigt – selbstverständlich zu einem deutlich geringeren Preis.

Verkäufer sollten vertraulichen Dokumente – beispielsweise Fahrzeug- oder Ausweispapiere – auch besser nicht digital versenden. Potenzielle Betrüger könnten diese leicht manipulieren.

Immer wieder kommt es vor, dass angebliche Käufer per Scheck einen deutlich höheren Preis bezahlen, die Differenz soll dann entweder in bar übergeben oder zurück überwiesen werden. Ist das passiert, platzt der Scheck.

Aus diesen Gründen haben die Internet-Fahrzeugmärkte "Autoscout24" und "mobile.de" zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) vor einigen Jahren die Initiative "Sicherer Autokauf im Internet" ins Leben gerufen, die auch von der Polizei unterstützt wird. Diese hat es sich zum Ziel gemacht, insbesondere Nutzer von Online-Autobörsen für Sicherheitsfragen zu sensibilisieren und Hilfestellung zu geben. Auf ihrer Website hat sie einige der bereits erwähnten sowie weitere Betrugsmethoden aufgeführt und gibt dazu Tipps, wie diese vermieden werden können.

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