Hamburg Betrug beim Autokauf: Diese Maschen sollten Autokäufer kennen
Laut Bundeskriminalamt fallen in jüngster Zeit immer wieder Autokäufer auf betrügerische Maschen herein. Wir erklären, welche das sind und was Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens von privat beachten sollten.
Da ist es endlich, das lang ersehnte Wohnmobil oder das Traumauto – und dann auch noch so billig. Doch Vorsicht: Wer aktuell im Netz nach einem gebrauchten Auto oder anderen Fahrzeugen wie etwa einem Wohnmobil sucht, sollte bei ungewöhnlich niedrigen Preisen besser misstrauisch werden.
Denn häufig handelt es sich bei den angebotenen Schnäppchen um im Ausland geklaute Fahrzeuge. Für den Käufer stellt sich das aber erst dann heraus, wenn er das gekaufte Auto anmelden möchte.
Unwissende Käufer können rechtlich kein Eigentum an gestohlenen Fahrzeugen erlangen. Mit dieser Regelung schützt das Gesetz Betrugsopfer. Dem Autokäufer bleibt in so einem Fall nur die Möglichkeit, Strafanzeige zu stellen, während die Polizei das gestohlene Fahrzeug sicherstellt. Der Kaufpreis ist dann in der Regel weg.
Auch wenn das Inserat, der Verkäufer und die Dokumente vertrauenswürdig erscheinen, sogar die Fahrgestellnummer auf Auto und Fahrzeugpapieren übereinstimmen, ist Betrug nicht ausgeschlossen.
Betrüger entwenden beispielsweise bei einem Einbruch in eine Zulassungsstelle Blanko-Zulassungspapiere und tragen darin die Daten des gestohlenen Fahrzeugs ein. Auch beim Vergleich von Zulassungsbescheinigungen und Fahrgestellnummer ist der Betrug für den Käufer nicht feststellbar, die Papiere wirken echt.
Und wenn der Verkäufer zur vermeintlichen Vertrauensbildung einen Ausweis oder Führerschein sendet, sollte man bedenken, dass es sich unter Umständen um gestohlene oder gefälschte Dokumente handelt.
Betrüger erklären den Schnäppchenpreis, der oft mehrere Tausend Euro unter dem üblichen Marktwert liegt, häufig mit von ihnen selbst verursachten Kratzern oder durch Lackschäden.
Außer bei einem ungewöhnlich niedrigen Preis sollte man auch skeptisch werden, wenn der Verkäufer nicht sofort alle relevanten Papiere sowie zwei funktionierende Originalschlüssel aushändigen kann. Das sei Dieben und Hehlern in den meisten Fällen nämlich nicht möglich, sodass sie auf verfälschte, etwa bei Einbrüchen in Kfz-Zulassungsstellen erlangte Blankopapiere, Stempel, Plaketten und Siegel zurückgreifen müssten, teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit.
Bei einem legalen Verkauf gehören Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein sowie die CoC-Papiere dazu. Letztere werden beim Neuwagenkauf ausgegeben und bestätigen, dass ein Fahrzeug den EU-Normen entspricht. Wenn der Verkäufer behauptet, er würde Fehlstücke nachreichen, rät das BKA, sich nicht darauf einzulassen.
Auch bei noch so rührseligen Geschichten, die möglicherweise aufgetischt werden: Interessenten sollten misstrauisch werden, wenn sich kurz vor dem Kauf der Ort der Übergabe ändern soll. Dabei werden zuweilen auch Orte im angrenzenden Ausland genannt. „Damit beabsichtigen die Täter, sich möglichen polizeilichen Maßnahmen zu entziehen“, so das BKA.
Wer ein Auto kauft, sollte dieses auf keinen Fall mit Bargeld auf der Straße bezahlen. Für hohe Summen bieten sich laut BKA Bank- oder Treuhänderkonten an. Wichtig sei, dass der Inhaber des Empfangskontos verifiziert und der Rückruf der Kaufsumme gegebenenfalls möglich ist. Zudem ist die rechtliche Obergrenze für Geschäfte mit Bargeld in europäischen Staaten unterschiedlich geregelt.
Der ADAC rät, keine Anzahlungen zu leisten. Wer ein Auto über einen Online-Fahrzeugmarkt kaufen möchte, sollte die Übergabe und Bezahlung nie über einen Treuhandservice oder ein Logistikunternehmen laufen lassen. Werden Autokäufer per E-Mail dazu aufgefordert, deutet das oft auf Betrug hin.
In solchen E-Mails steht zum Beispiel, dass vertrauenswürdige Partner, wie beispielsweise der Fahrzeugmarkt selbst, der ADAC oder auch die Polizei, Fahrzeug und Verkäufer geprüft hätten – obwohl dies nicht der Fall ist.
Der Zweck ist dabei, das Vertrauen des Käufers zu gewinnen, um Übergabe und Zahlung über ein bestimmtes Logistikunternehmen oder einen Treuhandservice abzuwickeln. Das Geld verschwindet dann häufig, ohne dass der Käufer das Auto erhält.
Mit Material der dpa