436 Fans sahen starke Emder  Gleich zwei Kickers-Teams bieten Werder Bremen II Paroli

| | 16.07.2023 19:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Emder hatten es mit der Bewässerung des ansonsten herausragenden Bodens an einer Stelle wohl etwas zu gut gemeint. Diese Pfütze stoppte gleich mehrfach den BSV-Supersprinter Said Abbey (rechts). Fotos: Doden
Die Emder hatten es mit der Bewässerung des ansonsten herausragenden Bodens an einer Stelle wohl etwas zu gut gemeint. Diese Pfütze stoppte gleich mehrfach den BSV-Supersprinter Said Abbey (rechts). Fotos: Doden
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Kickers-Trainer Stefan Emmerling wechselte insgesamt neunmal. Nur ein Testspieler war beim BSV über 90 Minuten mit von der Partie und zeigte ein starkes Spiel.

Emden - Mit einem Bein befand sich Torjäger Tido Steffens nach dem Abstieg des BSV Kickers Emden in die Oberliga bereits beim Regionalligisten SSV Jeddeloh. In letzter Sekunde überzeugten ihn Trainer Stefan Emmerling und der neue Kickers-Manager Henning Rießelmann vom Verbleib in Emden. Am Sonntag zeigte sich Steffens beim 2:2 des BSV im Testspiel gegen Werder Bremen II froh über diese Entscheidung. „Ich bereue es ganz und gar nicht. Wir haben in Emden wirklich eine tolle Truppe mit Super-Typen.“

Ex-Profi Nelson Valdez (links) ist Co-Trainer von Coach Christian Brandt.
Ex-Profi Nelson Valdez (links) ist Co-Trainer von Coach Christian Brandt.

Von der Qualität der Mannschaft zeigte sich nicht nur Steffens angetan, sondern auch die 436 zahlenden Zuschauer. In der vergangenen Saison hatte Kickers gegen den Mitabsteiger keine wirkliche Chance und verlor die Duelle 2:4 und 0:3. Nun hielten gleich zwei Emder Mannschaften gegen Werders Reserve mit. Denn Emmerling tauschte bereits zur Pause fünf Akteure aus und nahm danach noch vier weitere Wechsel vor. „Wir haben überragende Einzelspieler und sind in der Breite auch viel besser aufgestellt als im Vorjahr“, sagte Steffens. Seine Schlussfolgerung: „Wenn es auch in den Punktspielen einigermaßen gut läuft, spielen wir oben mit.“

Gastspieler schwärmte vom BSV

Noch enthusiastischer beurteilte jener Emder Feldspieler die Aussichten, der als einziger im blauen Dress 90 Minuten lang rennen, kämpfen und grätschen musste. Testspieler Kosta Keissoglou empfahl sich mit seiner Zweikampfstärke nachdrücklich für einen BSV-Vertrag. „Ich würde sehr gerne nach Emden kommen. Diese Mannschaft spielt zu 100 Prozent in der Oberliga ganz oben mit.“ Der Kicker, der zuletzt beim westfälischen Oberligisten SF Lotte spielte, hinterließ auch beim Trainer einen starken Eindruck. „Wir führen jetzt Gespräche“, kündigte Emmerling an. „Das könnte wirklich ein guter Transfer sein.“

Empfahl sich für einen Vertrag bei Kickers: Kosta Keissoglou.
Empfahl sich für einen Vertrag bei Kickers: Kosta Keissoglou.

Keissoglou, der auch das Trainingslager in der Hotel-Residence Klosterpforte mit dem Team absolviert hatte, wirkte mit gerade mal 21 Jahren fast wie ein Abwehrchef und gewann fast jeden Zweikampf. So hatte auch er seinen Anteil an einer starken ersten Halbzeit der Emder, die sich den Luxus leisteten, Leistungsträger André N‘Diaye und Dennis Engel und zunächst auch Tido Steffens auf der Bank zu lassen. „In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft“, urteilte Emmerling. Trotzdem erzielte Werder das 0:1 durch Philipp Kühn, als die BSV-Abwehr etwas unsortiert wirkte (27.).

Steffens mit der Pike

Kickers ließ sich nicht beirren. Mit einem herrlichen Kopfball glückte David Schiller nach schöner Flanke von Yanic Konda das 1:1. Wenig später verfehlte Kai Kaissis nach Vorarbeit des starken Janek Siderkiewicz nur knapp das Werder-Tor. Zudem enteilte der wieselflinke Said Abbey mehrmals den Kickern seines ehemaligen Klubs. Er hatte nur Pech, dass die Gastgeber den Strafraum an der Parkplatzseite offenbar zu heftig gewässert hatten. So wurde Abbey gleich mehrfach von einer Pfütze im Werder-Strafraum gestoppt.

Für den Ex-Emder Timo Daniel war es das Abschiedsspiel als Schiedsrichter.
Für den Ex-Emder Timo Daniel war es das Abschiedsspiel als Schiedsrichter.

Kurz nach der Pause pfiff der frühere Emder Timo Daniel bei seinem Abschiedsspiel als Schiedsrichter nach einem Foul im Kickers-Strafraum einen Elfmeter für die Bremer. Joel Imasuen traf aber nur den Pfosten. Dann zeigte der eingewechselte Tido Steffens seine Klasse. Er sprintete den Gästen an der Torauslinie davon und zirkelte den Ball aus spitzem Winkel clever zum 2:1 ins lange Eck. „Ich wollte erst abspielen. Dann habe ich es einfach mit der Pike probiert“, sagte Steffens und lachte.

Nach den vielen Wechsel der Gastgeber agierte Werder letztlich stärker. Pech hatte Jascha Brandt, dessen Schuss vom linken an den rechten Innenpfosten und dann in die Arme des starken BSV-Test-Torwarts Moritz Onken sprang. Der rettete übrigens am Ende mehrfach bravourös. Das 2:2 von Dominik Kasper konnte Onken allerdings nicht verhindern.

„Es war ein guter Test“, resümierte Stefan Emmerling. Tido Steffens sieht angesichts der starken Leistung aller 20 Akteure nur ein Problem: „Der Trainer hat es sehr schwer, bei so vielen guten Spielern am Ende die erste Elf zu nominieren. In seiner Haut möchte ich nicht stecken.“

Statistik

Emden: Onken, Keissoglou, Dassel (46. Eilerts), Konda (62. Frerichs), Abbey (46. Akkermann), Visser (69. Möhle), Siderkiewicz (46. Lameyer), Steffen (46. Buß), Kaissis (62. Stöhr), Schiller (78. Hoffmann), Steinwender (46. Steffens).

Tore: 0:1 Kühn (27.), 1:1 Schiller (33.), 2:1 Steffens (59.), 2:2 Kasper (80.).

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