Ermittlungen laufen weiter Spezialisten suchen nach Brandursache in Emder Bürgerbad
Ein Brandermittler und ein Sachverständiger haben an diesem Montag mit den Untersuchungen im zerstörten Gebäudeteil des Van-Ameren-Bades begonnen. Sie werden von weiteren Polizisten unterstützt.
Emden - Nach dem verheerenden Feuer im Emder Van-Ameren-Bad sollten ein Brandermittler der Polizei und ein Sachverständiger an diesem Montag die Brandursache aufklären. Die beiden Experten hatten am Montagvormittag in Schutzanzügen die Untersuchungen in dem fast zerstörten Umkleidetrakt des Freibades begonnen.
Weil das Gebäude vom Einsturz bedroht ist, wurden sie von Beamten einer Sonderheit der Zentralen Polizeidirektion aus Oldenburg technisch unterstützt, teilte Frauke Bruhns, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, dieser Zeitung auf Nachfrage mit.
Zum Einsatz kam auch ein speziell ausgebildeter Spürhund, der auch an bereits erkalteten Brandorten Reststoffe von Brandbeschleunigern aufspüren kann. Solche Hunde sind auf Grund ihres hochempfindlichen Geruchsinns in der Lage, auch noch nach Tagen auch kleinste Restmengen brennbarer Flüssigkeiten im Brandschutt zu erkennen.
Ermittlungen nach Auto laufen weiter
Bei dem Großbrand am frühen Morgen des 11. Juli waren große Teile des Gebäudekomplexes zerstört worden. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund zwei Millionen Euro. Wie es zu zu dem Feuer kam, war bislang unklar geblieben. Die Beamten stellten Einbruchsspuren in die Räume der Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeister fest. Inwieweit diese mit dem Brand in Verbindung stehen, wird nun ermittelt.
Die Ermittler befragen auch Anwohner und Zeugen. Mittlerweile gibt es auch eine erste heiße Spur. Seit einigen Tagen wird nach einem Auto gesucht, das nach Angaben von Zeugen in der Nacht zum vergangenen Dienstag gegen 2 Uhr in der nahe am Freibad gelegenen Uferstraße gewendet und dann mit hohem Tempo in Richtung Wolthuser Straße weitergefahren ist. Mehrere bislang unbekannten Leute seien zuvor zu dem Fahrzeug gerannt und eingestiegen. Mittlerweile gibt es laut Polizei einen weiteren Hinweis auf das Fahrzeug. Der werde jetzt geprüft.
Ermittlungen dauern doch etwas länger
Im Gespräch mit Frauke Bruhns am Nachmittag erklärte sie: „Es dauert wohl noch länger.“ An diesem Montag gebe es kein Ergebnis mehr. Bei einem Gebäude, das einsturzgefährdet sei, sei es immer schwer zu kalkulieren, wie lange die Untersuchungen dauern könnten. Man müsse schauen, in welche Räume man wie komme. Nun gehe sie davon aus, dass am Dienstagmittag eine abschließende Erklärung zu den Ermittlungen abgegeben werden könne.
Nach Angaben des Fördervereins, der das Bad in eigenen Regie und ohne größere öffentliche Mittel betreibt, hat die Polizei das Gebäude am Abend wieder freigegeben. Deshalb können die Verantwortlichen des Vereins sich den genauen Zustand der Technik anschauen und den angestrebten Notbetrieb des Freibads konkreter planen. Im Gespräch waren schon Container- und/oder Zeltlösungen, um die zerstörten Umkleiden und Sanitärräume zu ersetzen. Auch ein Kassen-Ersatz muss her.
Das Unglück hat in Emden große Betroffenheit und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Es laufen zahlreiche Spendenaktionen, bei denen bereits mehr als 200.000 Euro zusammengekommen sind. Am Sonntag beispielsweise hatten die jungen Töchter der Familie Beckmann-Ihnen auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb beim Uphuser Grashaus ein Ponyreiten und einen Waffelverkauf organisiert. Insgesamt rund 500 Euro kamen zusammen. In Emder Geschäften, die an der Aktion teilnehmen wollen, sollen in diesen Tagen Spendendosen für das Freibad aufgestellt werden.