Langsamer fahren Die neuen Tempo-Schilder stehen in der Emder Innenstadt
In drei Straßen in Emden gibt es neue Tempo-Anzeigen. Wir erklären, wie die funktionieren und was genau die bewirken sollen. Es gibt bereits mehrere Studien dazu.
Emden - Wenn man unter oder genau die vorgegebene Geschwindigkeit fährt, lächelt ein grüner Smiley einem wohlwollend entgegen. Ist man drüber, gibt es ein enttäuschtes Gesicht. Neue Schilder mit solchen Geschwindigkeitsanzeigen sind in Emden seit kurzem an der Friedrich-Ebert-Straße sowie der Nordertorstraße, wo 30 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, und der Neutorstraße, wo Tempo 20 gilt, aufgestellt. Die Tafeln sind keine „Blitzer“, werden aber die gemessenen Geschwindigkeiten aufzeichnen, erklärte die Stadt Mitte Mai. So will man langfristig auswerten, wie schnell auf den genannten Straßen gefahren wird.
Was und warum
Darum geht es: Maßnahmen in der Stadt Emden, damit die Verkehrsteilnehmer langsamer unterwegs sind und mehr Rücksicht aufeinander nehmen
Vor allem interessant für: Leute, die in Emden mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind sowie Anwohner der Straßen, in denen langsamer gefahren werden soll
Deshalb berichten wir: Seit kurzem stehen die neuen Tempo-Anzeigen in der Neutorstraße, der Friedrich-Ebert-Straße und der Nordertorstraße. Wir haben uns das Prinzip genauer angesehen. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Diese Straßen waren ausgewählt worden, weil in der Neutorstraße, einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt, seit kurzem ein sogenannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich eingerichtet ist. Nach mehreren Verkehrsexperimenten hatte man sich für diese Lösung entschieden, die bis Mitte 2026 auch baulich umgesetzt werden soll. Bislang ist die Einbahnstraße in dem Abschnitt zwischen Agterum und Rathaus mit Markierungen versehen, die einen breiteren Radstreifen und Zebrastreifen vorgeben. Die Ampelanlage vor dem Rathaus ist seit Ferienbeginn ausgeschaltet, damit der Verkehr weniger staut. Durch das Geschwindigkeitsdisplay soll bereits vor Umbau der Straße noch stärker auf die Sonderregel hingewiesen werden.
Autofahrer sollen für Tempo sensibilisiert werden
Die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße beklagen sich seit Beginn der Verkehrsexperimente in der Neutorstraße, durch die viele Autofahrer auf die Stadtteile Klein und Groß Faldern ausweichen, über den Verkehr - und auch die Fahrgeschwindigkeit. Durch die neue Anzeige sollen Autofahrer nun also auch dort stärker sensibilisiert werden. Die Nordertorstraße schließt an die Friedrich-Ebert-Straße an und wird ebenfalls gerne mal schneller befahren. Häufig steht seit der Anschaffung der teilmobile Blitzer „Engelke“ an der Straßenseite.
Aber was bringt so ein Tempo-Display? Ist es die Anzeige eines grünen Smileys wert, vom Gaspedal zu gehen? Offenbar schon. Das hat zumindest Studien unter anderem der Technischen Universitäten in Dresden von 2010 und Braunschweig von 2011 gezeigt. Letztgenannte Studie hatte in Hannover nachgewiesen, dass Autofahrer bei einem zu schützenden Fußüberweg durch die Displays deutlich langsamer gefahren sind. „Die Systeme leisten tagsüber vorrangig einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit; nachts zur Lärmreduzierung“, heißt es im Fazit.
In Dresden stellte man im Vergleich zwischen drei unterschiedlichen Display-Typen fest, dass der, der ähnlich auch in Emden verwendet wird, einen „kleinen bis mittleren Effekt“ hat. Am schlechtesten schnitt ein einfarbiges Display ab, auf dem also nicht Grün zur Belohnung und Rot zur Warnung gezeigt wurde. Am besten schnitt eine Anzeigetafel ab, auf der ein Kind abgebildet war, unter dem der Schriftzug „Danke“ oder „Langsam“ zu sehen war. Eine aktuelle Geschwindigkeit war da gar nicht angezeigt.