Der Hund gehört dazu Greetsiel ist auf vierbeinige Urlauber bestens vorbereitet
Seit kurzem ist der neue Hundespielplatz in dem Fischerdorf eröffnet. Wir haben ihn uns genauer angeschaut und auch Greetsiel insgesamt auf Hundefreundlichkeit getestet.
Greetsiel - Der Hund ist für viele Menschen ein festes Familienmitglied. Ganz klar: Er kommt auch mit in den Urlaub. Der Trend habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr gefestigt, sagt Wolfang Lübben, Marketing-Leiter der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Ließ man früher den Vierbeiner bei Verwandten zurück, muss er heute mit. „Und der Trend geht ja auch zum Zweit- oder Dritthund“, sagt Lübben. Die Touristiker wollen auf solche neuen Bedürfnisse der Urlauber reagieren.
Was und warum
Darum geht es: den Urlaub mit Hund in Greetsiel
Vor allem interessant für: Leute, die einen Hund haben und diesen gerne mit in den Urlaub oder auf Tagestrips nehmen wollen
Deshalb berichten wir: Im Juni wurde der neue Hundespielplatz in Greetsiel eröffnet. Wir haben uns diesen vor Ort angeschaut und haben auch Greetsiel insgesamt auf Hundefreundlichkeit untersucht. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Im Juni hat daher - mit bestem Blick auf den Greetsieler Hafen, aber ruhig gelegen - ein Hundespielplatz in Greetsiel eröffnet. Als wir ihn am vergangenen Samstag testen - ich habe Labradoodle-Hündin Josy dabei - ist schon morgens viel Betrieb. Eine große Wiese ist für den Spielplatz vollständig eingezäunt worden. Darauf stehen Spielgeräte aus Holz: etwa eine Wippe, Stege, Sprungringe und Tunnel. „Wir haben das zufällig gesehen“, sagen Nicole Königsberger und Bernd Kessner aus der Nähe von Kassel. Sie sind mit Jack-Russel-Mischling Felix im Urlaub. „Er braucht viel Bewegung“, sagen sie. Nach dem Spaziergang im Dorf kommt die Wiese ihnen ganz gelegen.
Das fehlt noch beim Hundespielplatz
Zwei einheimische Frauen, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen möchten, sind ebenfalls zum Spielplatz spaziert und haben es sich in einem Strandkorb bequem gemacht. Davon stehen ein paar auf dem Hundeplatz. Mit dabei: zwei deutlich größere Hunde als Felix. Labrador-Hündin Lucy versucht sich an der Wippe, als Josy diese gerade inspiziert. Schnell lernen die Vierbeiner einander kennen. Wichtig bei einem solchen Platz natürlich: Die Hunde sollten mit Artgenossen gut verträglich sein.
„Es ist schön gemacht hier, sehr sauber und gepflegt“, sagt eine der Frauen. Die Aussicht sei hervorragend, ebenso wie die Idee mit den Strandkörben. Was nur fehle: eine Wasserstelle für die Hunde. Es gibt weder einen Wasserhahn, aus dem man Frischwasser für die tobenden Tiere nehmen kann, noch eine kleine Badestelle. „Das ist schade.“ Wolfgang Lübben von der Touristik erklärt, dass man kontinuierlich Verbesserung vornehmen wolle, aber eine Wasserleitung sei bislang in dem Bereich einfach nicht vorhanden. „Das ist erst mal schwierig. Wir müssen gucken“, sagt er auf Nachfrage. Hundehalter sollten also auf jeden Fall Wasser für die Tiere mitbringen.
Beim Hunde-Sport sollte man vorsichtig sein
Ansonsten haben die Frauen noch einen Tipp: Agility, so nennt sich die Sportart mit Hunden in einem solchen Parcours, ist vielleicht nicht für jeden Hund etwas. Und: Man sollte mit jedem Vierbeiner erst einmal langsam anfangen und die Grenzen austesten. „Wenn man keine Ahnung hat, können sich die Hunde schnell die Beine brechen“, sagt eine der Frauen. Etwa, wenn sie von einem zu hohen Spielgerät einfach runterspringen. Labradoodle Josy und der Urenkel unseres Fotografen, Ben, haben aber gleichermaßen Spaß am Rumturnen und Ausprobieren. „So ein Platz hat einfach noch gefehlt“, sagt Wolfgang Lübben. Er sei auch als eine Art Ausgleichsfläche gedacht, denn Hunde sind anderswo in der Krummhörn strengstens verboten, nämlich auf den Deichen.
„Es ist schade, dass wir nicht einmal mit unserem angeleinten Hund zum Pilsumer Leuchtturm können“, sagt ein Bielefelder Paar, das wir beim Greetsieler Hafen treffen. Im Zuständigkeitsbereich der hiesigen Deichachten gilt tatsächlich ganzjährig ein absolutes Hundeverbot - es gibt nur wenige Ausnahmen etwa in einem kleinen Abschnitt in Norddeich und Moormerland. Man sollte sich vorher genauestens informieren. Das Verbot fußt auf dem Niedersächsischen Deichgesetz, das vorgibt, dass Deiche erhalten werden sollen. Hunde, so die Auslegung, gefährden diesen Erhalt durch Buddeln, das Jagen von Schafen und Kot.
Unterkünfte können jetzt als hundegerecht zertifiziert sein
Ansonsten empfinden die Bielefelder, die eine Wohnung in Greetsiel haben und alle paar Wochen herkommen, das Fischerdorf als sehr hundefreundlich. Bei den meisten Restaurants und Cafés gebe es keine Probleme. Wir finden direkt am Hafen schon ein positives Beispiel: Beim Fischerhuus hängt das Schild „Wir sind herzlichst willkommen“ mit einem Hundebild. „Ich bin mit Hunden groß geworden, die gehören mit zur Familie“, sagt Inhaber Tobias Sinagowitz. Vor seinem Restaurant stehen auch Näpfe mit Futter und Wasser.
Wassernäpfe finden sich in ganz Greetsiel vor vielen Geschäften und gastronomischen Betrieben. Hündin Josy kann sich an dem warmen Tag überall bedienen. Nur vereinzelt gibt es Geschäfte - mal ein Restaurant, ein Café oder die Bäckerei-Filiale -, in denen Vierbeiner nicht erlaubt sind.
In Deutschland leben mittlerweile mehr als zehn Millionen Hunde. Laut dem Deutschen Tourismusverband entscheide immer öfter die Verfügbarkeit einer hundegerechten Unterkunft über die Urlaubswahl. Der Trend zum Urlaub mit dem Hund in Deutschland sei ungebrochen. Seit kurzem gibt es daher eine neue bundesweite Klassifizierung für hundegerechte Unterkünfte. Weitere Infos dazu gibt es hier.