Plate Mit Schaufeln und Metalldetektoren: LKA Bayern sucht nahe Schwerin nach dem Goldschatz
An mehreren Stellen in Plate und Consrade in Mecklenburg-Vorpommern vermutete die Polizei, die wertvollen Münzen aus Oberbayern zu finden.
Auf dem verdächtigen Grundstück in Plate hat die Polizei alles auf den Kopf gestellt. „Wir haben jeden Stein umgedreht“, sagt Fabian Puchelt, Pressesprecher des LKA Bayern, der mit vor Ort ist. Das Kaminholz liegt verteilt auf dem Boden, die Gartenmöbel befinden sich in jeder Ecke des Grundstücks und überall sind Löcher im Rasen. „Da haben die Metalldetektoren gepiept“, so Puchelt.
Sofort begannen also die Einsatzkräfte mit dem Graben. Doch die Münzen haben sie dort nicht gefunden. Auch in dem Loch daneben und in dem nächsten: Die wertvollen Münzen, die im vergangenen Jahr aus dem Manchinger Kelten Römer Museum in Oberbayern gestohlen wurden, bleiben verschwunden. Das Landeskriminalamt Bayern hatte zur Ermittlung der Täter eine Sonderkommission namens „Oppidum“ eingesetzt und seit Dienstag, 18. Juli, unter anderem in Plate ermittelt. Es konnten vier Verdächtige festgenommen werden.
Obwohl die Polizei in Plate keine Münzen fand, konnte bei einem der vier Festgenommenen 18 Goldklumpen gefunden werden. Eine sofortige erste Analyse ergab eine Materialzusammensetzung an Gold, Silber und Kupfer, die der Zusammensetzung des Goldschatzes entspricht. Somit muss mit hoher Wahrscheinlichkeit derzeit davon ausgegangen werden, dass es sich hier um bearbeitete Stücke des Manchinger Goldschatzes handelt, heißt es vom LKA Bayern.
Die Suche in Plate habe sich aber trotzdem gelohnt: „Wir haben viele Beweismittel sichergestellt“, sagt Puchelt. Dafür haben sich die Einsatzkräfte nicht nur das Grundstück in Plate, das in den vergangenen Tagen von der Polizei untersucht wurde, angeguckt, sondern auch einen Feldweg im Ort und ein Feld in Consrade. „Dort hätte der Täter etwas versteckt haben können“, so Puchelt. Weil die Polizei Verbindungen des Täters mit diesen Flächen vermutete.
Sogar das THW kam am Donnerstag, 20. Juli, zu Hilfe, um den Brunnen des Grundstücks in Plate abzupumpen. Die Polizisten vermuteten im Inneren den gestohlenen Goldschatz aus Manching zu finden. Doch auch hier: Nichts. Einer der Einsatzkräfte war in den Brunnen gestiegen und hatte eimerweise Schlamm vom Grund an die Oberfläche befördert. So wurde klar, dass die keltischen Münzen auch hier nicht waren. Nachdem rund 1,5 Hektar Land allein in Plate abgesucht wurden, bricht das LKA jetzt die Suchaktion in Plate ab.
Grund für den großen Einsatz von SEK und Kriminalpolizei in Plate war, dass hier offenbar die Spur der Diebe hinführte, die aus dem Manchinger Kelten Römer Museum einen großen Goldschatz stahlen. Ein Datenbankabgleich der Spuren am Tatort in der bundesweiten DNA-Datenbank sowie im benachbarten Ausland führte die Polizei unter anderem nach Plate und Schwerin.
Das LKA Bayern und die Staatsanwaltschaft Ingolstadt führten die Ermittlungen mit der Sonderkommission namens „Oppidum“. Im Rahmen des gesamten Einsatzes wurden 28 Wohnungen, Geschäftsräume, Gartenparzellen, ein Bootshaus und Fahrzeuge durchsucht. Insgesamt befanden sich in der Spitze mehr als 100 Beamtinnen und Beamte aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Berlin und der Staatsanwaltschaft Ingolstadt im Einsatz.