Hamburg Schlechtes Wetter im Urlaub – kann ich deshalb stornieren oder vorzeitig abbrechen?
Ein Urlaub kostet in diesem Jahr besonders viel Geld – umso ärgerlicher, wenn dann das Wetter nicht mitspielt. Können Urlauber eine Buchung stornieren, weil die Wettervorhersage schlecht ist? Oder gibt es bei einem Abbruch Geld zurück? Ein Überblick.
Laut dem Statistischen Bundesamt sind Pauschalreisen und Flugtickets für die Verbraucher im ersten Halbjahr 2023 deutlich teurer geworden: Bei internationalen Flügen gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Preisaufschlag von 24,9 Prozent, Pauschalreisen sind im Durchschnitt rund zehn Prozent teurer geworden.
Wer will schon in den teuren Urlaub, wenn die Vorhersage schlecht ist? In solchen Fällen liegt ein Gedanke nahe: Den gebuchten Urlaub absagen und das Geld für eine spätere Buchung sparen.
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Können Verbraucher einen Urlaub stornieren, weil die Wettervorhersage schlecht ist? Reiserechts-Expertin Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW sagt unserer Redaktion: „Nein. Die Wettervorhersage rechtfertigt grundsätzlich keine Stornierung.“
Ausgenommen hiervon könnten außergewöhnliche Wetterphänomene sein, wie ein Hurrikan oder Überflutungen. Bei solchen Extremwetterlagen sollten Verbraucher „sich kurzfristig mit dem Reiseveranstalter auseinandersetzen, um gegebenenfalls kostenlos umzubuchen“, rät Husemann.
Eine komplette Stornierung ist also kaum möglich. Wie sieht es aus, wenn frustrierte Urlauber einen verregneten Aufenthalt vorzeitig beenden möchten – gibt es in diesen Fällen Geld zurück? Auch für diesen Fall sieht die Verbraucherschützerin kaum Chancen. Urlauber könnten nur dann auf eine Erstattung hoffen, „wenn die Fortsetzung des Urlaubs unzumutbar ist und ein Stornogrund vorliegt“, so Husemann.
Schlechtes Wetter gehört jedoch nicht dazu, sondern Krankheit, ein Jobwechsel oder ein größerer Schaden zu Hause, um den man sich kümmern muss. In solchen Fällen kann eine vor dem Urlaub gebuchte Reiserücktrittsversicherung einspringen. Unzufriedenheit mit dem Wetter am Urlaubsort deckt diese jedoch nicht ab. Urlaubern bleibt dann nur, das Beste aus der Situation zu machen.
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