3:1-Sieg gegen Oldenburg Starkes Kickers Emden beschert Mielitz ein unschönes Déjà-vu
486 Zuschauer im Ostfriesland-Stadion haben am Sonnabend ein teils dominierendes Kickers-Team im Derby gesehen. Dem Torjäger gefällt die neue Spielweise.
Der Kickers-Coach, damals wie heute: Stefan Emmerling. Und jener war nach dem überzeugenden Testspiel-Erfolg vor 486 Zuschauern gegen den klassenhöheren VfB Oldenburg durchaus stolz auf seine Mannschaft. „Wir haben gegen starke Mannschaften in dieser Vorbereitung schon mal eine gute Halbzeit gespielt. Jetzt wollten wir es über 90 Minuten durchhalten. Das haben wir geschafft. Die Jungs haben die Vorgaben gut umgesetzt“, sagte Emmerling. „Wir haben aber auch gesehen, dass wir permanent die Zweikämpfe suchen müssen. Wenn einer nicht mitmacht, bricht nahezu das System zusammen.“ Der Emder Trainer spielt auf die etwas geänderte, sehr mannorientierte Spielweise zur neuen Saison an. „Wir laufen jetzt auch mal direkt die Innenverteidiger an und wollen frühe Ballgewinne erzwingen. Das finde ich gut, denn dann ist man auch schon näher am gegnerischen Tor“, erläuterte der Spieler des Spiels am Sonnabend, Tido Steffens.
Stöhr erzielt erneute Emder Führung
Der BSV-Angreifer erzielte zwei der drei Emder Tore, beide in toller Manier. Beim 1:0 in der 17. Minute führte Emdens Tobias Steffen einen Freistoß von der Mittellinie schnell flach in den Lauf von Steffens. „Ich sah den Torwart im Augenwinkel auf mich zustürmen und habe dann zum Heber angesetzt. Dass der Ball dann auch noch reinging, war richtig geil“, sagt der 29-Jährige, der es zuvor schon mal mit einem Heber aus 40 Metern versucht hatte. Dieser war noch misslungen. Der zweite Steffens-Treffer war nicht minder schön: Nach einem Kopfball-Klärungsversuch der Oldenburger nahm Steffens den Ball aus 17 Metern aus der Luft direkt und drosch ihn in den linken Winkel (51.).
Die zwischenzeitliche 2:1-Führung hatte Verteidiger Julian Stöhr nach einer Ecke per Schuss aus der Drehung erzielt (49.). Der zur Halbzeit bei Oldenburg eingewechselte Sebastian Mielitz war chancenlos beim Doppelschlag der Emder. Der Routinier konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt mal nach sechs Minuten Einsatzzeit zwei Gegentore bekommen hatte. Auch bei seinem letzten Gastspiel im März 2009 hatte Mielitz früh doppelt hinter sich greifen müssen. Nach Toren von Nils Pfingsten-Reddig und Enrico Neitzel hatte es nach neun Minuten 2:0 für Kickers gegen Werder II geheißen.
Spieldaten
Kickers: Onken (46. Djokovic) - Engel, Dassel, Stöhr - Visser (59. Abbey), Kaissis (59. Siderkiewicz), Eilerts, Steffen (66. Buß), N´Diaye - Steffens, Schiller (83. Frerichs).
Tore: 1:0 Steffens (17.), 1:1 Möschl (28.), 2:1 Stöhr (49.), 3:1 Steffens (51.).
Feier bei Konda vor den freien Tagen
Mehr unter Beobachtung als der einstige Bundesliga-Torwart stand am Sonnabend aber der BSV-Keeper der ersten Halbzeit: Moritz Onken. Der 19-Jährige, der gerne zu Kickers wechseln würde, aber noch beim VfB Oldenburg unter Vertrag steht, durfte überraschend gegen seine Noch-Mitspieler ran. Souverän, lautstark und mit einer Parade machte er einen starken Eindruck. Beim Gegentor durch einen fulminanten Schuss von Patrick Möschl kann ihm kein Vorwurf gemacht werden. Zur Pause kam Isaak Djokovic für ihn in die Partie, auch er war ein sicherer Rückhalt.
So blieb es am Ende beim 3:1-Sieg gegen den Drittliga-Absteiger. Vor allem für die Emder Kai Kaissis und Dennis Engel war es eine besondere Partie. Beide kamen vom VfB zum BSV. „Es hat Spaß gemacht, gegen die Ex-Kollegen zu spielen. Die wollen, glaube ich, zurück in die 3. Liga. Heute hat es bei uns sehr gut geklappt“, sagte ein zufriedener Dennis Engel.
Nach dem Derbysieg lud Yanic Konda, der wegen einer Bauchmuskel-Zerrung nicht spielte, die Mannschaft zu sich nach Hause nach Moordorf ein. Dort wurde ein wenig gefeiert. Emmerling gab seiner Mannschaft zwei Tage frei, ehe am Dienstag trainiert wird und am Mittwoch (19 Uhr) beim SV Großefehn das letzte Testspiel ansteht.
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