Nachruf Fünf Jahrzehnte für die Rettung aus Seenot aktiv
Der Emder Herbert Molkewehrum ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er engagierte sich ehrenamtlich für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Emden- Die Flagge des Museumsrettungskreuzers Georg Breusing im Emder Ratsdelft weht auf halbmast: Der Förderkreis des Schiffes und die Deutsche Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) trauern um einen ihrer Förderer. Der Emder Herbert Molkewehrum ist tot. Er starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 89 Jahren - nur einige Wochen nach seiner Ehefrau Ilse, die früher ebenfalls im Vorstand des Förderkreises aktiv war.
Herbert Molkewehrum engagierte sich fast fünf Jahrzehnte lang ehrenamtlich für die Rettung von Menschen aus Seenot auf Nord- und Ostsee. Er war seit 1974 in der DGzRS aktiv. Von 1976 bis vor gut zwei Jahren gehörte er dem beschlussfassenden Gremium und damit dem obersten satzunggebenden Organ dieser Gesellschaft an. In dieser Funktion löste ihn der Emder Wilhelm-Alfred Brüning ab.
Er holte den Museumsrettungskreuzer nach Emden
Einige Jahre lang führte Herbert Molkewehrum zudem den ehemaligen Bezirksverein Emden der DGzRS. Er schob unter anderem auch die großen Spendensammlungen zugunsten der Seenotretter beim traditionsreichen Kaufmannsmahl der Emder Kaufmannschaft und des Nautischen Essen des Nautischen Vereins zu Emden an.
Nach Angaben der DGzRS-Zentrale in Bremen hatte der Verstorbene wesentlichen Anteil daran, den Seenotrettungskreuzer Georg Breusing nach dessen Außerdienststellung im Jahr 1988 als Museumsschiff in den Emder Ratsdelft zu holen. Zum Erhalt dieses von 1963 bis 1988 auf Borkum stationierten Spezialschiffes gründete sich - unabhängig von der DGzRS - ein Förderkreis, dessen Gründungsmitglied Molkewehrum war. Bis 2020 führte er als Schatzmeister auch die Kasse des Vereins.
Er prägte jahrzehntelang die Geschicke an Bord
„Ohne ihn wäre der Kreuzer nicht dort, wo er jetzt ist“, sagt der amtierende Vorsitzende des Förderkreises, Thomas Fröhling. Jahrzehntelang habe Herbert Molkewehrum die Geschicke an Bord geprägt, den Ausbau des Museums mit vorangetrieben und dazu beigetragen, „dass das Schiff eine Institution für Emden geworden ist“, so Fröhling. Auch im Arbeitskreis der Museumsschiffe im Ratsdelft sei er an führender Stelle aktiv gewesen und habe das Bild des Museumshafens mitgeprägt. „Wir haben einen Freund und Förderer verloren“, so der Vorsitzende.
Eine maßgebliche Rolle hatte der Verstorbene auch bei der Doppeltaufe zweier neuer Seenotrettungskreuzer: Sie erhielten am 16. Oktober 1997 im Emder Ratsdelft die Namen Bernhard Gruben und Theo Fischer und erinnern damit an die knapp zwei Jahre zuvor mit dem Seenotrettungskreuzer Alfried Krupp vor der Insel Borkum tödlich verunglückten beiden Seenotretter.
Auch beruflich der Schifffahrt verbunden
Die DGzRS würdigte die Verdienste Molkewehrums mit der silbernen Ehrennadel, ihrer zweithöchsten Auszeichnung. Die Gesellschaft würdigt den Emder als „außerordentlich engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter“.
Auch beruflich war Herbert Molkewehrum der Schifffahrt sehr verbunden. Als Kaufmann war er für das Schifffahrtsunternehmen Fisser & v. Doornum und für andere Tochtergesellschaften der Fisser-Gruppe tätig. Mit unermüdlicher Schaffenskraft und persönlichem Engagement habe er zum Erfolg der Firmen beigetragen, schreiben die Inhaberfamilien Fisser und Miechielsen in einem Nachruf. Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand habe er der Firma und und den Familien als „treuer und sachkundiger Berater“ zur Seite gestanden.
Die Trauerfeier für Herbert Molkewehrum ist am kommenden Montag ab 14 Uhr in der Kirche Wolthusen. Im Anschluss wird die Urne auf dem Friedhof in Wolthusen beigesetzt.