Wien Fernsehteam bei Rammstein-Konzert attackiert – Lindemann äußert sich
Die aufgeheizte Stimmung bei einem Rammstein-Konzert in Wien wurde zum Verhängnis für ein Fernsehteam des ORF. Wütende Fans attackierten Kameraleute und Reporter. Nun hat sich Frontmann Till Lindemann dazu geäußert.
Es sollte ein ausgelassener Abend für die 55.000 Fans der Band Rammstein werden. Doch die Vorwürfe gegen Frontmann Till Lindemann überschatteten auch das Konzert in Wien am Mittwoch.
Während die Menge im Happel-Stadion jubelte, protestierten davor laut Veranstalter 1800 Menschen gegen die Band, Lindemann und sexuelle Übergriffe. Das berichtet das „Radio Wien“, das zum öffentlich-rechtlichen Sender ORF gehört. Doch die Gewalt gegen ein Fernsehteam des Senders sei schließlich von Fans der Band ausgegangen. Was war passiert?
Nach dem Konzert ist die Stimmung unter den Konzertbesuchern aufgeheizt, obwohl die Demonstranten längst weg sind, wie der ORF-Reporter Dietmar Petschl vor Ort berichtet. Er stehe mittlerweile unter Polizeischutz vor dem Stadion, sagt er live in einer Nachrichtensendung des ORF. Denn er und sein Team seien angegriffen worden.
Der österreichische öffentlich-rechtliche Sender hatte – wie viele andere Medien auch – über die Vorwürfe gegen Rammstein berichtet. Offenbar Grund genug für ein paar Fans, verbal ausfallend und handgreiflich zu werden. „Ihr seid lauter Juden...der scheiß ORF“, schreit ein Mann dem Fernsehteam entgegen. Dann springt ein Mann auf Reporter Petschl zu und stößt ihn heftig weg. Die Kamera zeichnete die Szenen auf.
Wie Petschl in der darauffolgenden Live-Übertragung erzählt, wurde auch seine Kamerafrau attackiert. So etwas habe er nach einem Konzert noch nicht erlebt, sagt er sichtlich schockiert.
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Die politischen Reaktionen auf die Attacke ließen nicht lange auf sich warten. So zeigte sich etwa Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) erschüttert. „Ich verurteile das auf das Schärfste“, ließ sie angesichts der antisemitischen Beschimpfung mitteilen, wie „Radio Wien“ berichtet. Die liberale Partei NEOS teilte mit, dass die Sicherheit und das ungestörte Arbeiten von Medienschaffenden oberste Priorität haben und man Angriffen auf die Pressefreiheit „entschlossen entgegenwirken“ müsse.
Am Donnerstag äußerte sich auch Rammstein-Sänger Lindemann selbst dazu. Während des zweiten Konzerts in Wien sagte er mit Nachdruck zu seinen Fans: „Wir hassen Rassismus und Antisemitismus. Wir hassen das.“