Ehrenamt Wie geht es dem DRK in Hinte?
Der Verein musste vergangenes Jahr umziehen und ein halbes Jahr ohne Vereinsheim auskommen. Das hat das Miteinander aber eher gestärkt, sagt der Vorsitzende Arne Wirth.
Hinte - Routiniert scannen die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hinte die Ausweise der Blutspender. Schon bevor sich die ersten Spender auf den Weg gemacht haben, haben die einen Tische und Stühle geschleppt, die anderen den Grill angeschmissen. Auch die Kinder aus der Jugendabteilung bringen sich an diesem Tag ein und verteilen Cola und Wasser an die Spenderinnen und Spender.
Was und warum
Darum geht es: den DRK-Ortsverein in Hinte
Vor allem interessant für: alle, die sich für Ehrenamt interessieren
Deshalb berichten wir: Uns hat interessiert, wie es dem Ortsverein nach dem Umzug in sein neues Heim mittlerweile so geht. Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de
Der erste Vorsitzende Arne Wirth ist direkt nach der Arbeit zur Mensa der IGS in Hinte gefahren, um einem Mann zu gratulieren, der an diesem Tag zum 100. Mal sein Blut gespendet hat. Dazu wird ihm später auch noch ein kleines Geschenk überreicht. Laut Wirth gibt es in Hinte einen großen Stamm an Spenderinnen und Spendern, die regelmäßig kommen.
Umzug auf dem Rücken der Ehrenamtler
Ob bei größeren Unglücken, bei Großveranstaltungen oder in der Jugendarbeit. Für die Ehrenamtlichen ist immer etwas zu tun. Arne Wirth ist mit dabei, seit er 14 ist. Der heute 31-Jährige hat 2020 den Vorsitz des Ortsvereins in Hinte übernommen. Seitdem ist beim DRK einiges passiert. Unter anderem verloren die Rotkreuzler ihr bisheriges Vereinsheim und wurden quasi obdachlos. Zwar wussten die Mitglieder schon seit etwa zwei Jahren, dass sie werden umziehen müssen. Aber: „Es gab große Schwierigkeiten, ein passendes Objekt zu finden“, sagt Arne Wirth. „Das war wirklich sehr stressig.“
Während dieser Zeit mussten die Materialien des Ortsvereins teilweise bei den Mitgliedern zuhause oder beim Bauhof gelagert werden. Auch die Treffen konnten nicht mehr in gewohnter Form stattfinden. „Das ist alles auf dem Rücken der Ehrenamtlern getragen worden“, sagt Wirth. Glücklicherweise konnte das DRK aber während dieser Zeit alle Aufgaben wie gewohnt ausführen, es gab nicht mal Ausfallzeiten.
Jugendarbeit wurde ausgezeichnet
Erstaunlicherweise hat der Ortsverein in Hinte trotz der bescheidenen Umstände während des halben Jahres der Obdachlosigkeit nicht einmal Mitglieder verloren. Im Gegenteil: Das Miteinander wurde eher noch gestärkt. An die 150 Mitglieder zählt der Verein heute, hinzu kommen 25 Mitglieder in der Kinder- und Jugendabteilung sowie 28 Teilnehmer in den Schulprojekten, die das DRK Hinte am Max-Windmüller-Gymnasium und der Grundschule Früchteburg in Emden anbietet.
Generell liegt dem Ortsverein in Hinte die Jugendarbeit sehr am Herzen. Neben den wöchentlichen Treffen bietet der Verein auch Jugendfreizeiten an: Erst vor kurzem sind die Mitglieder von ihrer jährlichen Freizeit aus Schweden wiedergekommen. Im nächsten Jahr soll es nach Italien gehen, wo zu dieser Zeit das internationale Treffen „Fiaccolata“ stattfindet, das vom italienischen Roten Kreuz organisiert wird. „Wir haben generell immer mehr Zuwachs in der Jugendabteilung“, sagt Wirth. Für sein Engagement des Ortsvereins gab es deshalb auch den Emder Ehrenamtspreis „Ehrensache“.
Ende 2022 konnte der Ortsverein seine neuen Räumlichkeiten in Groß-Midlum beziehen. Das Gebäude gehört der Kirchengemeinde und wird von der Gemeinde angemietet. „Wir beteiligen uns dort an den Nebenkosten“, sagt Wirth. Ein eigenes Heim hätte sich der Ortsverein nicht leisten können, da er sich selbst finanziert. Die Mitglieder haben deshalb kräftig angepackt und alles in Eigenleitung hergerichtet. Aktuell stehen noch Arbeiten an der Außenanlage an. „Wenn wir damit fertig sind, wird es auf jeden Fall auch einen Tag der offenen Tür geben“, sagt Arne Wirth. Wie man Ostfriesen das Blutspenden schmackhaft macht
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