Gericht mit Fall aus Jever beschäftigt  Schlägerei in Friseursalon – Bundeswehrsoldat greift ein

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 31.07.2023 19:43 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verhandelt wurde am Landgericht Oldenburg. Foto: dpa
Verhandelt wurde am Landgericht Oldenburg. Foto: dpa
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Erst hatte er nur Streit mit einem Kollgen, dann holte sich ein 20-Jähriger Verstärkung. Die Schlägerei in einem Friseursalon in Jever nahm ein jähes Ende und landete schließlich vor Gericht.

Jever/Oldenburg - In einem Friseursalon in Jever haben sich vor knapp zwei Jahren wilde Szenen abgespielt. Dort sollen mehrere Friseure aufeinander eingeschlagen haben – mittendrin ein zweijähriger Junge, der auf einem Friseurstuhl saß. Ein Soldat der Bundeswehr konnte die Angreifer in die Flucht schlagen.

Zwei der Täter (33 und 20 Jahre alt) sind jetzt zu sieben Monaten Haft auf Bewährung beziehungsweise zu 80 Sozialstunden verurteilt worden. Dieses erstinstanzlich vom Amtsgericht in Wilhelmshaven gefällte Urteil ist jetzt vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Das Amtsgericht in Wilhelmshaven war für den Fall zuständig, weil der 20-jährige Angeklagte dort wohnt. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden werden Taten immer dort verhandelt, wo sie wohnen, nicht dort, wo der Tatort ist.

Auszubildender hat Streit mit Kollegen

Der 20-Jährige war seinerzeit Auszubildender in dem Friseursalon in Jever. Mit einem festangestellten Mitarbeiter war er dort in Streit geraten, weil er einem Kunden schon die Haare geschnitten haben soll, obwohl er das noch nicht durfte. Der Streit eskalierte, die Polizei musste anrücken.

Die Polizeibeamten verwiesen den 20-Jährigen dann aus dem Salon. Zwei Stunden später kehrte er mit dem Mitangeklagten und zwei weiteren, unbekannt gebliebenen Männern zurück. Auch der Mitangeklagte ist Friseur. Alle vier Männer sollen nun auf den festangestellten Mitarbeiter des Salons, mit dem der 20-Jährige den Ärger gehabt hatte, eingeschlagen haben. Die Schlägerei spielte sich um einen Frisörstuhl herum ab, auf dem der Zweijährige zum Haareschneiden saß.

Vater bugsiert Schläger aus dem Salon

Auch der Junge wurde bei der Massenschlägerei verletzt. Er war nicht alleine im Salon, sondern war mit seinem Vater dort. Der ist Berufssoldat, kam gerade von einem Auslandseinsatz zurück und ist im Nahkampf ausgebildet. Als er sah, dass sein kleiner Sohn angegriffen wurde und vor Angst schrie, trat er den Kampf gegen alle vier Angreifer an und bugsierte sie allesamt nach draußen.

Gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichtes in Wilhelmshaven hatten die beiden Angeklagten Berufung eingelegt. Als sie in der jetzigen Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht von mehreren Zeugen schwer belastet wurden, zogen sie ihre Berufung wieder zurück. Damit hat das Amtsgerichts-Urteil nun Bestand.

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