Wacken  So ein Wacken gab es noch nie – und trotzdem ist es eigentlich wie immer

Anna Krohn
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Von Anna Krohn
| 03.08.2023 13:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das WOA 2023 und den Matsch wird man wohl für die Ewigkeit miteinander in Verbindung bringen – aber nicht mit einer getrübten Wacken-Stimmung, wie hier Metalheads in bester Laune trotz des Regens vor der Headbangers Stage beweisen. Foto: Nicolas Fromm
Das WOA 2023 und den Matsch wird man wohl für die Ewigkeit miteinander in Verbindung bringen – aber nicht mit einer getrübten Wacken-Stimmung, wie hier Metalheads in bester Laune trotz des Regens vor der Headbangers Stage beweisen. Foto: Nicolas Fromm
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Die Einschränkungen durch hohe Matsch-Schneisen und Wasserpegel auf dem Festivalgelände sind da, das ist klar – aber Außenstehende sehen es falsch, wenn sie meinen, alle in Wacken müssten jetzt leiden. Der Spirit bleibt – die Metalheads feiern eine kleinere, aber abgefahrene Party.

Lass es 50.000 Menschen sein, die auf dem gesamten Festival-Gelände des Wacken Open Airs (WOA) 2023 sind. Und zwar insgesamt. Allein 50.000 Ticketinhaber dürften es eher nicht sein, die auf den matschigen Campgrounds ihre Quartiere wie Zelte, Wohnwagen, Wohnmobile oder auch die WOA-Angebote von Moshtel bis Residenz Evil bezogen haben. Ganz genau weiß das wohl derzeit niemand.

Fest steht: Es sind natürlich deutlich weniger Menschen auf dem Matsch-WOA 2023 unterwegs, als beim Festival im vergangenen Jahr. Rund 120.000 Menschen, vom Ticket-Inhaber über den WOA-Mitarbeiter bis hin zu den ganzen Arbeits- und auch Einsatzkräften, sollen ja – auch wenn diese Zahl nie offiziell bestätigt wurde – auf einem gewöhnlichen WOA eine Woche lang zusammenkommen.

Und wer am Donnerstagmorgen (3. August) von der A23 beziehungsweise der Landstraße/Schenefelder Straße kommend in den Ort hineinfuhr, der merkte deutlich: Nicht wirklich was los auf den Straßen, allerhöchstens 50 Metalheads sind ab dem Einkaufszentrum in Richtung Ortsmitte auf den Bürgersteigen zu entdecken, und darunter mischen sich sogar einheimische Spaziergänger mit Hund. Und das um 9.30 Uhr. Das ist eindeutig dem Wetter und auch der geringeren Zahl der WOA-Anreisenden geschuldet, wiederum zurückzuführen auf den Anreise- und letztlichen Besucherstopp.

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Bei einem gewöhnlichen, trockenen WOA 2022 wäre diese Straße, und vor allem die Hauptstraße, um diese Uhrzeit gefüllt mit Hunderten, wenn nicht bereits mehr als tausend Metalfans, die morgens gut gelaunt zum Supermarkt gehen oder einfach nur so durchs Dorf pilgern. Durch ihr Dorf Wacken. Doch selbst dieses an sich war am Mittwoch (2. August) zum offiziellen Start des WOA 2023 den ganzen Tag über eher leer, die Wacken-Stimmung dort verhalten.

Das WOA 2023 ist eindeutig ein WOA, wie es nie zuvor war, selbst die Veranstalter sagten in Bezug auf Anreise- und Besucherstopp wegen des Matschwetters ja:

Aber: Trotzdem ist es auch ein Wacken Open Air, wie es früher immer war. Am Mittwochabend im Infield, dem Hauptbereich vor den großen Bühnen „Faster“ und „Harder“, war die Stimmung bestens, und ja, es regnete tatsächlich nicht, der Himmel hatte viele hellblaue Stellen, und es gab sogar Flecken im Infield, auf denen Metalheads standen und die noch mit Gras bewachsen waren, das noch nicht zertrampelt wurde. Viele hatten die Pullover wieder ausgezogen und man sah endlich wieder mehr WOA-Shirts aus den ganzen vergangenen Jahrzehnten.

Es wurde mit den Bands auf der Bühne mitgerockt und mitgegrölt, nach einem Auftritt versorgte man sich an den vielen Verzehrständen mit Döner, Pommes und Co. Da waren die Schlangen eindeutig nicht so lang wie gewöhnlich, klar, es sind eben zigtausende Personen weniger in Wacken, das merkt man auch vor den Toiletten. Die meisten Metalheads lassen sich die gute Laune aber nicht verderben. Und sie sind gerade zum 32. Mal dabei, das WOA einmal mehr zu einem unvergesslichen Metal-Festival zu machen, Schlamm und Matsch hin oder her.

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