Wacken  Kartenfrust wegen Wacken: „Das Angebot der WOA-Veranstalter ist eine Frechheit“

Anna Krohn
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Von Anna Krohn
| 06.08.2023 11:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So ein Festival-Bändchen hätten zigtausende WOA-Karten-Besitzer gern 2023 gehabt - sie bekamen aber keins, weil sie gar nicht erst anreisen durften. Foto: Anna Krohn
So ein Festival-Bändchen hätten zigtausende WOA-Karten-Besitzer gern 2023 gehabt - sie bekamen aber keins, weil sie gar nicht erst anreisen durften. Foto: Anna Krohn
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Nicht alle Wacken-Fans konnten in diesem Jahr auf das Festival – trotz Ticket. Nun haben die Veranstalter alle Betroffenen angeschrieben. Der exklusive Vorverkauf 2024 läuft für sie bereits seit Samstag. Ein Metalhead aus Flensburg äußert dennoch viel Kritik.

Hans-Hermann Bock-Carstens darf wie zigtausende andere WOA-Ticket-Inhaber nicht auf das Wacken Open Air (WOA) 2023, weil es ab Mittwochmorgen (2. August) einen kompletten Besucher-Stopp gab und er bis dahin noch nicht aufgebrochen war.

Er musste zu Hause bleiben – ziemlich enttäuscht, sauer und deprimiert, dass er zum Beispiel die Show zum 40-jährigen Bühnenjubiläum von Doro Pesch nicht sehen konnte. Der 40-Jährige findet:

Zwar zählte es sogar zu seinen Vorschlägen, dass es für daheimgebliebene Wacken-Fans einen Vorverkauf für 2024 gibt. Einen automatischen Umtausch seines Tickets von 2023 für 2024 – nach entsprechender Abfrage der Veranstalter bei allen Betroffenen – hätte er aber besser gefunden.

Und er regt sich darüber auf, dass man nun ein exklusives T-Shirt bekommen könne – „angeboten allerdings zum Kauf! Das können die gern behalten – oder schickt mir und allen anderen das doch einfach.“ Und noch dreister findet er: „In der Mail steht, dass wir dieses ,exklusive Bundle-Shirt‘ überhaupt kaufen können, wird gerade noch geprüft, es steht nicht mal fest, dass wir es kaufen können.“

Tatsächlich läuft nun seit Samstagmorgen um 9.30 Uhr ein exklusiver Vorverkauf für alle, die ein WOA-2023-Ticket besitzen, aber wegen des Verbots überall anders sind, nur nicht auf dem Festival-Gelände.

Die Veranstalter haben die WOA-Fans in der Nacht auf Samstag gegen 0 Uhr angeschrieben, es soll aber mehrere Versende-Intervalle gegeben haben: Der Kartenpreis – die meisten zahlten für das Ticket 299 Euro – wird komplett zurückerstattet, und es gibt jenes exklusive Vorkaufsrecht für die 2024er-Karten. Das soll aber bereits am Sonntag wieder enden.

An die Betroffenen gerichtet heißt es seitens der Veranstalter:

Nun wolle man die Fans wissen lassen, „dass wir eure Enttäuschung und Traurigkeit darüber teilen, dass wir euch dieses Jahr nicht auf dem Holy Ground begrüßen konnten“. Man habe nun „das Möglichste getan, um euch so schnell wie möglich eine akzeptable Lösung anzubieten“. Deshalb gebe es den exklusiven Vorverkauf für 2024, und dieser läuft bis genau Sonntag (6. August) um 9 Uhr.

Ganz klar heißt es seitens der WOA-Veranstalter aber: „Bitte beachtet, dass es nicht möglich ist, Tickets von 2023 auf 2024 zu übertragen. Daher werden eure Tickets für 2023 zurückerstattet.“

Lesen Sie auch: Tickets für Wacken – so funktioniert die Rückerstattung

Für jedes gekaufte WOA-Ticket von 2023 können bei dem exklusiven Vorverkauf „bis zu zwei neue Tickets für das WOA 2024 bestellt“ werden. Die WOA-Veranstalter weisen darauf hin, so gebe es „kein Bangen“, dass man keine Karte für 2024 erhalte.

Hans-Hermann Bock-Carstens sagt noch: „Also da es nicht möglich ist, das Ticket auf 2024 zu übertragen, daraus folgere ich: Die wollen mehr Geld!“ Mit 299 Euro werden die Tickets im exklusiven Vorverkauf jedoch für denselben Preis wie die für 2023 angeboten. Er fragt sich insgesamt trotzdem: „Wollen die mich veralbern?“

Und direkt an die Veranstalter gerichtet: „Für eure Arbeit mit dieser ungewohnten und auch garantiert schweren Situation vielen Dank, aber man hört, von Mittwoch auf Donnerstag habt ihr dann doch noch tausende normale Personen reingelassen – das stimmt mich alles andere als positiv.“

Am Ende der Veranstalter-Mitteilung lassen diese die WOA-Fans übrigens noch wissen: „Neben den laufenden Arbeiten zur Bewältigung der diesjährigen schwierigen Bodenverhältnisse arbeitet unser Produktionsteam bereits an Ideen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Geländes für den Fall, dass wir jemals wieder mit solchen Bedingungen konfrontiert werden.“ Das WOA soll in kommenden Jahren somit für sämtliche Wetterkatastrophen gewappnet sein.

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