Berlin  Keine Alternative für Deutschland? 47 Prozent für ein Verbot der AfD

Jule Pinno
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Von Jule Pinno
| 08.08.2023 14:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Zustimmung für die AfD sinkt in Umfragen. Foto: IMAGO IMAGES / Bihlmayerfotografie
Die Zustimmung für die AfD sinkt in Umfragen. Foto: IMAGO IMAGES / Bihlmayerfotografie
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Einer neuen Umfrage des Magazins „Stern“ zufolge sind 47 Prozent der Deutschen für und ebenso gegen ein Verbot der AfD. Die Partei spaltet das Land. Überraschend: Auch aus den eigenen Reihen gab es Zustimmung für das Verbot.

2017 zog die AfD erstmals nach der Bundestagswahl ins Parlament ein. Seitdem spaltet sie die Bevölkerung. Einer neuesten Forsa-Umfrage des „Sterns“ zufolge sind 47 Prozent der 1001 Befragten für ein Verbot der Alternative für Deutschland. Weitere 47 Prozent hingegen sprechen sich gegen ein Verbot aus. Die übrigen sechs Prozent enthielten sich. Berücksichtigt wurde nicht nur das Geschlecht der Befragten, ebenso spielten der Wohnort und die Parteipräferenz eine Rolle.

Besonders die befragten Frauen befürworten laut „Stern“ ein Verbot der Partei. 55 Prozent von ihnen stimmten mit Ja, wohingegen 57 Prozent der Männer ein Verbot ablehnen. Wahlanalysen zeigen, dass in der Regel mehr Männer als Frauen die AfD wählen. Auch der Frauenanteil in der Partei ist gering. Bei 78 Sitzen im Bundestag sind nur neun Abgeordnete der Partei weiblich.

In Ostdeutschland, wo die AfD viel Zustimmung erfährt, sind nur 34 Prozent für ein Verbot und 58 Prozent dagegen. In Westdeutschland hingegen lehnen 45 Prozent das Verbot ab. Eine knappe Mehrheit von 49 Prozent ist dafür.

So würden die Wahlberechtigten in Deutschland wählen, wenn am Sonntag Wahlen wären.

Gerade bei der Parteipräferenz zeigen sich deutliche Unterschiede. Insbesondere die Anhänger der Grünen mit 68 Prozent und der Union mit 53 Prozent sind für ein Verbot des Bundestagskollegen.

Die Wähler des Koalitionspartners FDP sprechen sich mit 62 Prozent gegen ein Verbot aus. Spitzenreiter der Umfrage sind die Anhänger der AfD. Mit 88 Prozent stimmen sie gegen ein Verbot der Partei.

Aber nicht alle Anhänger aus den eigenen Reihen stehen hinter ihrer präferierten Partei. Überraschenderweise sind zehn Prozent der befragten AfD-Wähler für ein Verbot ihrer Partei. Forsa-Chef Manfred Güllner vermutet, dass sich einige der AfD-Anhänger durch ein Verbot auch Vorteile für die Zukunft der rechten Politik erhoffen, berichtet der Stern. Zudem schätzt Güllner die Ablehnung des Verbots durch Sympathisanten anderer Parteien nicht als Zustimmung für die AfD ein. Es gäbe lediglich Zweifel, inwiefern ein Verbot umsetzbar sei und dem Zweck diene.

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