Osnabrück  Mit Terroranschlägen gedroht: Jugendlicher in Osnabrück angeklagt

Elena Werner
|
Von Elena Werner
| 10.08.2023 13:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Anrufe des Angeklagten lösten unter anderem die stundenlange Sperrung des Düsseldorfer Weihnachtsmarktes aus. Foto: dpa/Frank Hammerschmidt
Die Anrufe des Angeklagten lösten unter anderem die stundenlange Sperrung des Düsseldorfer Weihnachtsmarktes aus. Foto: dpa/Frank Hammerschmidt
Artikel teilen:

Er drohte damit, Geiseln zu töten oder eine Bombe auf dem Weihnachtsmarkt in Düsseldorf hochgehen zu lassen. Nichts davon war wahr, Konsequenzen gibt es für den Jugendlichen aus dem Raum Osnabrück trotzdem: Er wurde jetzt angeklagt.

Gut zwei Monate dauerte die Serie von Drohanrufen, mit denen ein Jugendlicher aus dem Raum Osnabrücker die Sicherheitsbehörden in Atem hielt. Im gesamten Bundesgebiet kündigte er Terroranschläge an. Am Ende war das wohl alles nur ein Bluff. Konsequenzen hat die Drohserie nun trotzdem für den heute 16-Jährigen.

Die für Terrorismusbekämpfung zuständige Generalstaatsanwaltschaft Celle hat Anklage am Osnabrücker Amtsgericht erhoben. Die Liste der Vorwürfe ist lang.

Der 16-Jährige rief wohl zwischen Oktober und Dezember 2022 an verschiedenen Stellen an; zu dem Telefonat mit den größten Folgen hat wohl die Drohung in Düsseldorf geführt: Der Jugendliche soll angekündigt haben, mit einem Lkw auf den Weihnachtsmarkt zu rasen. Umgehend räumte die Düsseldorfer Polizei die Märkte, verschiedene Spezialeinsatzkommandos durchforsteten drei Stunden lang die Innenstadt.

Darüber hinaus hat der Minderjährige laut Mitteilung der Celler Generalstaatsanwaltschaft angekündigt, einen Bombenanschlag in Köln zu verüben. Auch soll er eine Explosion in der Düsseldorfer Innenstadt angedroht haben, eine weitere kündigte er am Frankfurter Flughafen an. In seinen Telefonaten soll der 16-Jährige zudem von einem Amoklauf an einer Münsteraner Grundschule, einer Bluttat in Dresden im Namen des Islamischen Staates und dem Mord an Geiseln in Bremerhaven gesprochen haben.

Den Islamischen Staat soll der Jugendliche auch im Fall einer weiteren Bombendrohung genannt haben, mit der er ankündigte, einen Menschen in einer Wohnung in Dresden töten zu wollen. Unerwähnt blieb, ob der Jugendliche tatsächlich einen islamistischen Hintergrund hat. Zusätzlich zu den Drohanrufen soll es auch Anrufe bei der Polizei gegeben haben, in denen der Jugendliche seinen Suizid in Wesseling angekündigt und eine brennende Wohnung in Dresden gemeldet haben soll. Die Anrufe lösten laut der Generalstaatsanwaltschaft Celle immer wieder polizeiliche Großeinsätze aus.

Die Drohserie zog sich nach Informationen der Staatsanwaltschaft vom 25. Oktober bis zum 27. Dezember 2022 hin. Die Ermittler kamen dem Jugendlichen auf die Schlichte. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung. Nun drohen ihm die juristischen Konsequenzen.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihn vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Osnabrück angeklagt. Ihm wird die Störung des öffentlichen Frieden, die Androhung und das Vortäuschen von Straftaten vorgeworfen, ebenso wie der Missbrauch des Notrufs.

Der Sprecher des Osnabrücker Amtsgerichts, Christian Koch, bestätigt: „Die Anklage ist nach den üblichen Verfahrensregeln eingegangen.“ Über die Zulassung der Anklage der Celler Staatsanwaltschaft werde nun entschieden. Währenddessen befindet sich der 16-Jährige auf freiem Fuß.

Ähnliche Artikel