Verkehr in Aurich Schilder für Fahrradstraßen werden Ende August aufgestellt
Erst passierte vier Jahre lang nichts, jetzt geht es Schlag auf Schlag: Die Stadt will gleich acht Straßen im Zentrum Aurichs zu Fahrradstraßen machen. Dabei gibt es mindestens einen Knackpunkt.
Aurich - Die Schilder sind bestellt, die Weichen gestellt − nach dem Stadtfest, also in den letzten beiden August-Wochen macht die Stadt ernst mit dem Festlegen von Fahrradstraßen. „Das passiert im Rahmen einer verkehrsbehördlichen Anordnung“, sagt Stadtsprecher Johann Stromann. Das heißt, dass kein Beschluss der Ratsgremien erforderlich war, um die Wallstraße, die Marktstraße, die Lilienstraße, die Friedhofstraße, die Kirchstraße, die Nürnburger Straße, die Bahnhofstraße und den Extumer Weg zu Fahrradstraßen umzuwidmen. Die Grundlage dafür ist bereits vor vier Jahren durch die Verabschiedung des Masterplans Radverkehr gelegt worden. Jetzt geht es an die Umsetzung. Die Schilder werden jeweils am Anfang und am Ende einer Straße aufgestellt, damit sich jeder Verkehrsteilnehmer darüber informieren kann, worauf er sich einzustellen hat.
Eigentlich gehören Radfahrern die speziell für sie ausgewiesenen Straßen alleine. Mit dem Auto befahren werden dürfen sie nur von Menschen, die dort wohnen, arbeiten, geschäftlich zu tun haben oder jemanden besuchen. Zwei Radfahrer können nebeneinander fahren, und zwar jederzeit. Auf anderen Straßen gilt dies nur, wenn dadurch der Verkehr nicht beeinträchtigt wird. Auf Fahrradstraßen darf man nicht schneller als 30 km/h unterwegs sein.
Farbe auf dem Pflaster verblasst schnell
Mancherorts ist es üblich, die Fahrradstraße auch durch entsprechende Zeichen auf dem Asphalt zu kennzeichnen. Ob das in Aurich passieren wird, konnte Helmut Lücht vom Ordnungsamt der Stadt nicht sagen. Er machte darauf aufmerksam, dass auf das Pflaster gemalte Farbe mitunter schnell verblast und sich dann der ganze Aufwand unter Umständen nicht lohnt.
Verblasst schien in Aurich auch die Idee der Einführung von Fahrradstraßen generell. Nachdem im August 2019 der Grüne Weg offiziell die erste Fahrradstraße geworden war, passierte vier Jahre lang sichtbar nichts.
Die Vorschriften am Grünen Weg sind vielfach nicht eingehalten worden. Fahrzeuge haben sie genutzt, obwohl sie dafür keine Berechtigung hatten. Die Stadt wollte diese Erfahrungen auswerten, machte Verkehrszählungen und dachte über Lösungen nach, etwa über das Aufstellen von Pollern. Beim Nachdenken ist es dann geblieben.