Osnabrück Wann bieten wir Querdenkern endlich keine Bühne mehr?
Schlagersänger Michael Wendler ist zurück – oder doch nicht? Ein Auftritt wurde abgesagt, dennoch tauchen immer wieder neue Comeback-Angebote auf. Das ist gefährlich.
Lange für sein künstlerisches Schaffen belächelt, brachte Michael Wendler es dann doch mit verschiedenen Auftritten in RTL-Formaten zu einer gewissen Prominenz in der Schlagerwelt. Mit seinem Song „Egal“ schaffte es der Musiker sogar in die deutschen Charts.
Und dann: Corona. Plötzlich waberte eine Wolke von Verschwörungstheorien, Fake News und Hass durch das Internet. Und mittendrin, neben Promis wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann, verbreitete plötzlich auch „der Wendler“ üble Theorien.
Was anfangs nur hohle Medienschelte war, wurde im Laufe der Zeit zu rechtsextremen Haltungen, antisemitischen Aussagen und russischer Kriegspropaganda. Als RTL2 im März diesen Jahres eine Doku-Soap über die Schwangerschaft Laura Müllers, der Frau von Michael Wendler drehen wollte, schwappte eine so große Welle der Kritik über den Sender, dass RTL2 das Angebot zurückzog und sich entschuldigte. Michael Wendler nutzte den Aufwind um seine Person für eine wirtschaftlich geplante und überzogene Entschuldigung für die Verfehlungen der vergangenen Zeit.
Nun sollte der Wendler wieder öffentlich auftreten. Doch der kürzlich angekündigte Auftritt bei der „Schlager unter Palmen“-Reise wurde nach der Weigerung der Sänger Ross Anthony und Julian David, sich mit Wendler im Laufe der Kreuzfahrt eine Bühne zu teilen, abgesagt.
Schade, dass es dieses öffentliche Korrektiv braucht; und doch ist es gut, dass einem rechten Verschwörungstheoretiker keine Bühne geboten wird.
Es braucht eine klare Haltung gegen so schwerwiegende und hetzerische Ansichten wie die, die Michael Wendler vertritt, der nun auf Social Media auch noch seine Schlager-Kollegen beleidigt. Eine Gesellschaft muss tolerant sein, aber es gibt Grenzen – und innerhalb derer muss man konsequent bleiben.