Berlin  Neue ARD-Doku enthüllt: Das sagen Fußballspieler und Schiedsrichter auf dem Spielfeld

Jule Pinno
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Von Jule Pinno
| 15.08.2023 06:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Schiedsrichter muss im Schnitt 200 Entscheidungen pro Spiel treffen. Foto: IMAGO IMAGES / Jan Huebner
Ein Schiedsrichter muss im Schnitt 200 Entscheidungen pro Spiel treffen. Foto: IMAGO IMAGES / Jan Huebner
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Die ARD-Doku-Reihe „Unparteiisch“ enthüllt den echten Funkverkehr während der Fußballspiele zwischen den Schiedsrichtern und lässt tief über die Herausforderungen des Berufes blicken. Was Zuschauer erwartet.

„Wir müssen da voll dranbleiben. Die Frankfurter lassen sich hier nicht abschlachten. Die werden dagegen halten“, sagt der Schiedsrichter Deniz Aytekin in der Halbzeit des Bundesligaspiels FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt zu seinen Kollegen. „Die hören nicht auf die Bayern, das ist krank.“

„Du verstehst die Regeln nicht. Forderst du gelb, kriegst du gelb“, stellt der Schiedsrichter Sven Jablonski im Stadtderby Hamburger SV gegen den FC St. Pauli gegenüber dem St.-Pauli-Spieler Eric Smith klar.

Genau diese Art von Gesprächen bleiben Fernsehzuschauern und Fans im Stadion vorenthalten. Die fünfteilige ARD-Doku-Reihe „Unparteiisch“ gibt nun Aufschluss darüber, was auf dem Spielfeld zwischen Schiedsrichtern und Spielern gesagt wird.

Ein Jahr lang wurden die Top-Schiedsrichter in „total wichtigen Spielen und Momenten“ begleitet, erzählt Daniel Schlager, der seit 2018 für die Bundesliga pfeift. „Viele Fans regen sich immer darüber auf, dass man keinen Einblick bekommt, dass man nicht weiß, wie Entscheidungen zustande kommen. Jeder Zuschauer kann die Kommunikation hören und Entscheidungen nachvollziehen. Mehr Transparenz geht nicht.“

Diese Doku-Reihe gebe außerdem einen Einblick, welche Bedeutung große Spiele für die Schiedsrichter haben. „Wir sind auch Sportler und wollen als Sportler wahrgenommen werden“, so Schlager. Nicht umsonst steht Folgendes auf den Trikots der Unparteiischen:

Ebenso zeigt die ARD-Serie die Schattenseiten des Berufs. Immer wieder sind Schiedsrichter Kritik und Anfeindungen ausgesetzt.

„Wir ertragen viel. Aber es gibt eben Grenzen. Wir sind auch nicht die Mülleimer der Nation“, äußert sich der Schiedsrichter Deniz Aytekin gegenüber der Presse, nachdem der Trainer Bo Svensson vom 1. FSV Mainz 05 auf das Spielfeld geschrien hatte, ob die Schiedsrichter blind seien. Daraufhin erhielt Svensson eine Rote Karte.

„All der Dreck, der rund ums Spiel passiert, landet irgendwo. Und wo? Beim Schiedsrichter. Da müssen sich die Trainer und zum Teil auch die Spieler die Frage stellen, warum beschäftigen sie sich nicht mit ihrem Dreck, mit ihrem Müll, der ihnen passiert. Warum wird das immer wieder reingeschossen in den Schiedsrichterbereich?“, sagt der Leiter der Abteilung Schiedsrichter beim DFB, Lutz Michael Fröhlich, in der ARD-Serie. Die Unparteiischen seien in den vergangenen Jahren immer mehr zur Zielscheibe von wütenden Trainern, Spielern und Fans geworden.

Zuletzt musste der Schiedsrichter Sascha Stegemann unter Polizeischutz gestellt werden, aufgrund von Bedrohungen nach einer Fehlentscheidung im Spiel VfL Bochum gegen Borussia Dortmund.

Die ARD-Serie ist online über ardmediathek.de abrufbar. Im Fernsehen wird sie ab dem 26. August zu sehen sein.

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