Graffiti  Comicfiguren gehen an der Schule die Wände hoch

| | 17.08.2023 08:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Andreas Kutzner hält schon 30 Jahre Spraydosen in der Hand. Foto: Ortgies
Andreas Kutzner hält schon 30 Jahre Spraydosen in der Hand. Foto: Ortgies
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Mehrere neue Kunstwerke verzieren bisher trostlose Flächen an der Schule. Wie das Projekt entstanden ist und was der Graffitiverein Ostfriesland noch so plant, erzählt Andreas Kutzner im Gespräch.

Aurich - Wie viele Spraydosen braucht man eigentlich, um so ein Graffiti an die Wand zu bringen? „Einen Kofferraum voll“, scherzt Andreas Kutzner vom Graffitiverein Ostfriesland. Grob nachgerechnet schätzt der Auricher die Zahl auf 100 bis 130 Dosen, „wobei nicht alle komplett geleert werden“.

Sein Motiv ist eines von mehreren, die der vierköpfige Verein in Zusammenarbeit mit der IGS Aurich auf verschiedene Flächen am Schulgelände sprüht. „Die Wände waren in einem trostlosen Zustand“, weshalb die Graffitikünstler Anfang des Jahres ein Konzept entwickelten, das jetzt verwirklicht wird. Nun belebt eine Nachtszene von Kutzner die Fassade. Sie zeigt einen Schriftzug und zwei Comicfiguren. „Das ist eher ein klassisches Graffitimotiv“, sagt der gebürtige Berliner. Seine ersten Graffitis hat er Anfang der 1990er Jahre auf die Reste der Berliner Mauer gesprüht.

Eine Nachtszene mit zwei Comicfiguren und einem klassischen Graffiti-Schriftzug ziert die IGS Aurich. Foto: Ortgies
Eine Nachtszene mit zwei Comicfiguren und einem klassischen Graffiti-Schriftzug ziert die IGS Aurich. Foto: Ortgies

Der Graffitiverein auch in Ostfriesland immer nach Möglichkeiten, Flächen durch gesprühte Kunstwerke aufzuwerten und so die Graffitikultur hier im hohen Norden zu verbreiten. „Wir wollen möglichst frei bei der künstlerischen Gestaltung sein“, erzählt Kutzner. „Dann entstehen individuelle und coole Graffitis.“

Zwar ging es nicht ganz ohne organisatorische Telefonate und Emails, aber am vergangenen Wochenende hat Kutzner angefangen, seine Skizzen als Graffiti an die Wand zu bringen. Ungefähr zehn bis 20 Arbeitsstunden braucht Kutzner dafür. Dabei benutzt er keine Schablonen, sondern sprüht frei Hand, was er vorher auf Papier skizziert hat. Zunächst wird die Fläche vorgestrichen, dann das Motiv gezeichnet und in Lagen aufgemalt und schattiert.

Um das Motiv zu entwickeln wurden viele Skizzen gezeichnet. Foto: Ortgies
Um das Motiv zu entwickeln wurden viele Skizzen gezeichnet. Foto: Ortgies

Was für Motive der Verein bevorzugt, hat Ingo Oltmanns vom Graffitiverein Ostfriesland, im Gespräch mit unserer Zeitung verraten: „Wir nehmen gern und oft auch bekannte Comicfiguren, die wir zum Teil nach unseren Vorstellungen verändern und in einen Hintergrund einbetten. Es soll ja für die Leute interessant sein. Und das Ganze arbeiten wir dann in einen Hintergrund ein, machen uns vorher Gedanken, wie wir das Ganze aufbauen und wie wir die Ebenen übereinanderlegen.“

Kunstwerke in ganz Ostfriesland

Die Arbeiten des Vereins sieht man in ganz Ostfriesland, zum Beispiel in Emden an einer Grundschule und an einem Parkhaus in Leer. Manchmal lädt der Verein auch nationale und internationale Künstler ein, die dann bei der Gestaltung mitwirken, wie bei dem Graffiti an einem Unterstand bei der Freilichtbühne in Wiesmoor, immerhin eine Leinwand von 57 Metern Länge und einer Höhe von 2,50 Metern.

Für die Aktion waren damals zwei Künstler aus Köln und einer aus Groningen angereist. Deren Fazit im Gespräch mit unserer Zeitung war: „Das war ′ne richtig tolle Sache, hat sich voll gelohnt. Und es war schön, einfach mal wieder aus der Großstadt rauszukommen, was ganz anderes zu sehen und mit tollen Leuten hier gemeinsam was zu machen.“

Die Aufwertung von Flächen wird allgemein immer beliebter. So hatten in diesem Jahr auch schon Mitarbeiter der Firma Lackaffen in Emden einige Motive an Stromkästen und die Eisenbahnbrücke gesprüht, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen und erlebbar zu machen, hieß es von der Stadt Emden.

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