Eröffnung in wenigen Wochen Klaus-Peter-Wolf-Ausstellung zieht auf den Norder Marktplatz
Monatelang stand der Marktpavillon leer. Jetzt soll aus dem trostlosen, leeren Raum mitten auf dem Marktplatz ein kultureller Anziehungspunkt werden – wenn auch nur für den Übergang.
Norden - Lange Zeit wurde über die Zukunft des Pavillons auf dem Norder Marktplatz gerätselt. Jetzt ist klar, wer dort einziehen wird – zumindest für den Übergang: In den kommenden Monaten ist die Klaus-Peter-Wolf-Ausstellung in den ehemaligen Räumen des Marktcafés gezeigt. Das bestätigten der Erfolgsautor selbst und Inga Graber von den Norder Wirtschaftsbetrieben auf Anfrage. Zu übersehen sind die neuen Pläne ohnehin nicht mehr. Große Plakate des Autors zieren bereits die Schaufenster. Die ersten Vitrinen sind im Innenraum aufgestellt. Der genaue Eröffnungstermin steht zwar noch nicht fest. Laut Graber soll aber alles in den kommenden zwei bis drei Wochen fertig sein. Auch, wie lange die Ausstellung im Marktpavillon bleibt, ist unklar. Denn grundsätzlich halten die Wirtschaftsbetriebe am geplanten Verkauf der Immobilie fest.
Der Grund für den Umzug: Die bisherigen Räume am Dörper Weg in Norddeich werden anderweitig gebraucht. „Viele Fans haben sich bei mir gemeldet, weil sie enttäuscht waren, dass es die Ausstellung nicht mehr gibt und haben gefragt, wie es weitergeht“, sagte Klaus-Peter Wolf im Gespräch mit unserer Zeitung. Dann seien die Wirtschaftsbetriebe mit der Idee zum Umzug in den derzeit leerstehenden Marktpavillon auf ihn zugekommen. Darüber habe sich der Erfolgsautor sehr gefreut. „Ich fühle mich geehrt“, sagte Wolf. Die ständig ausgebuchte Ausstellung im Dörper Weg habe gezeigt, wie groß das Interesse der Fans ist. Norden und Norddeich hält er aber auch für den richtigen Ort für diese Ausstellung, denn auch seine Geschichten sind dort verankert. Wolf glaubt, dass auch die Stadt Norden vom neuen, zentralen Ausstellungsort sehr profitieren wird. Es sei das eine, mit dem Strand und dem Meer zu werben, so Wolf. Das ginge aber nur bei gutem Wetter. Über die Kultur vermarkte sich die Stadt noch einmal ganz anders und ziehe auch ein anderes Publikum an.
Verlage unterstützten die neue Ausstellung
Auch die Norder Wirtschaftsbetriebe schätzen die neue Sichtbarkeit der Ausstellung auf dem Norder Marktplatz, wie Inga Graber sagte. Neben eigenen Investitionen wurden die Wirtschaftsbetriebe dabei auch vom S. Fischer Verlag unterstützt, bei dem die Bücher von Klaus-Peter Wolf erscheinen. Sie stellten die Vitrinen für den Ausstellungsraum zur Verfügung. Der Jumbo Verlag richtet im Pavillon eine Hörstation ein, an der Hörproben der Nordseedetektive zu hören sein werden. Denn auch diese Bücher, die Klaus-Peter Wolf gemeinsam mit seiner Frau Bettina Göschl schreibt, sollen im neuen Raum mehr Platz bekommen. Immerhin sind diese Bücher bereits in 26 Sprachen übersetzt worden. Gezeigt werden zum Beispiel auch Ausgaben in kyrillischer, hebräischer oder chinesischer Schrift.
Auch für die Fans der Ostfriesenkrimis gibt es viel zu sehen. Neben Originalrequisiten aus den Filmen werden unter anderem Originalkladden und der Füller des Autors ausgestellt, erzählte Graber. Besucher können auch ein Drehbuch in die Hand nehmen und erfahren genau, wie ein Drehplan aufgebaut ist, wie viele Schauspieler und Mitarbeiter es braucht. Auf drei Monitoren werden Videos mit Interviews von Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl gezeigt. Zum Beispiel darüber, wie sie zum Schreiben gekommen sind und wie sie vorgehen, wenn sie ein Buch schreiben. Aber auch das soziale Engagement von Wolf und Göschl soll ein Thema werden. Der Autor ist der Schirmherr des „Hospiz am Meer“ in Hage und beide haben die Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ übernommen.
Kritiker werfen Wolf Verdrängung vor
Im Dörper Weg haben die Wirtschaftsbetriebe im vergangenen Dreivierteljahr die Eintrittsgelder in Höhe von 2,50 Euro zugunsten des Hospiz gesammelt. Dadurch seien mehrere Tausend Euro zusammengekommen, so Graber. Die genaue Summe werde gerade vom Hospizverein ermittelt. Wie hoch der Eintritt am neuen Ausstellungsort sein wird, sei noch nicht geklärt. Dieser werde unter anderem dafür verwendet, um den Mitarbeiter für die Führungen zu bezahlen. Denn auch die soll es wieder geben. Für das Hospiz wird aber auch in der neuen Ausstellung wieder eine Spendenbox aufgestellt und auf das Thema aufmerksam gemacht werden, kündigte Inga Graber an.
Schon jetzt würden ihm Fans Ausstellungsstücke, wie etwa gestrickte Klaus-Peter-Wolf-Figuren oder selbst gestaltete Brillentücher schicken, erzählte Wolf, der den neuen Ausstellungsort am Donnerstag selbst auf seinem Facebook-Account verriet. Eine Sache, will der Autor aber klar stellen: Neben zahlreichen freudigen Kommentaren seiner Fans habe es auch negative Stimmen gegeben, die behaupten, das bisherige Café im Marktpavillon musste ausziehen, damit Wolf dort seine Ausstellung bekomme. „Das ist nicht so“, betonte Wolf. Das Lokal sei schon vor einer ganzen Weile ausgezogen (wir berichteten). Ohne die Ausstellung würde der Marktpavillon einfach leer stehen. „Mit der Ausstellung, die dort übergangsweise gezeigt wird, ist der Pavillon so wenigstens wieder ein Anziehungspunkt in Norden“, sagte Wolf.