Wenn der Akku schlappmacht  Wenige Ladestationen für E-Bikes im Kreis Leer

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 21.08.2023 18:31 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Pedelecs haben meistens Strom für etwa 60 Kilometer. Foto: Ortgies
Pedelecs haben meistens Strom für etwa 60 Kilometer. Foto: Ortgies
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Durch den Landkreis Leer führen viele Fernradwege. E-Bike-Fahrer müssen ihren Akku allerdings gut im Blick haben, denn nicht überall kann nachgeladen werden.

Landkreis Leer - 60 Kilometer liegen auf dem Emsradweg schon hinter der Radlergruppe, 20 Kilometer sind es noch bis zur Unterkunft - und der E-Bike-Akku lässt langsam nach.

Was und warum

Darum geht es: E-Bike-Ladestationen gibt es derzeit im Landkreis Leer nur vereinzelt.

Vor allem interessant für: Menschen, bei denen der Akku schlappmacht

Deshalb berichten wir: Wir haben uns gefragt, wie Radfahrer, die auf den Fernradwegen unterwegs sind, im Landkreis, ihre Räder aufladen können.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de

So kann es Radfahrern, die im Landkreis Leer unterwegs sind, durchaus ergehen. Durch den Landkreis führen viele Fernradwege, die gerade im Sommer von Touristinnen und Touristen für mehrtägige Radtouren gern genutzt werden. Zur Auswahl: Die Dollard-Route, die durch Leer und das Rheiderland in Richtung Emden führt, oder der Ems-Radweg, der entlang des Flusses durch Leer und Moormerland in Richtung Papenburg oder Emden führt. Auch der Kreuzfahrtweg von Emden nach Papenburg oder der 137 Kilometer lange Fehnrouten-Rundkurs laden zu langen Radtouren ein.

Einige Stellen im Landkreis Leer

Klar, das Rad ist noch mit der Muskelkraft voranzutreiben, doch dank langer Strecke, viel Gegenwind und großem Gepäck auf dem Hinterrad wird das Treten zunehmend schwieriger. Ein voller Akku würde die Tour angenehmer machen. Dafür gibt es in einigen Städten und Gemeinden öffentliche Ladestationen. Eine Übersicht über Ladestationen gibt die Tourismusgesellschaft südliches Ostfriesland auf ihrer Homepage. Dort ist zu sehen, dass im Rheiderland und in Moormerland keine Ladestationen verfügbar sind. Auch auf Borkum wird nichts angezeigt. Im Jümmegebiet gibt es mindestens am Rathaus Filsum drei kostenfreie Ladestationen, am Gulfhof-Café in Nortmoor sind ebenfalls drei kostenfreie Ladestationen erreichbar. In Hesel sollen im Zuge der Baumaßnahme zum Umbau der Ortsdurchfahrt mit dem Neubau der Bushaltestellen zusätzlich zu den abschließbaren Fahrradboxen auch Ladestationen für E-Bikes geschaffen werden. Bereits vorhanden sind Stationen in der Grünanlage am Combi-Markt, Im Brink (kostenfrei), am Reisemobilstellplatz, Kirchstraße (kostenpflichtig, zwei Euro/sechs Stunden) und am Wasserpark (kostenpflichtig, zwei Euro/sechs Stunden).

In Uplengen gibt es derzeit keine Ladestationen, allerdings das „Radler-willkommen-Schild“. Es zeigt E-Bikern an, bei welchen Gastronomen und Gastgebern sie kostenfrei ihr E-Bike aufladen können. Während sowohl in der Stadt Emden als auch in der Stadt Aurich E-Bike-Ladestationen vorhanden sind, hat die Stadt Leer derzeit keine Stationen. Laut Pressestelle sind auch keine Stationen geplant. Auf ihrer Homepage berichtet die Stadt allerdings von einer geplanten Lademöglichkeit bei der entstehenden Fahrradstation am Bahnhof.

Bei Neubau bedenken

Ein Plan, den auch die Touristiker in der Region unterstützen. „Dort, wo Neues gebaut und geplant wird, sollte man unbedingt auch an die E-Bike-Lademöglichkeiten denken“, sagt Kurt Radtke, Geschäftsführer der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland. Die Frage nach mehr Ladestationen gebe es allerdings schon so lange, wie es E-Bikes gibt.

Und es werden immer mehr: Deutschland ist beim Trend zum Elektro-Fahrrad eine Hochburg in Europa. Mit E-Bikes wurde hierzulande 2022 ein Umsatz von knapp 6,2 Milliarden Euro erzielt – fast die Hälfte (45 Prozent) des gesamten europäischen Umsatzes mit Elektro-Rädern, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft EY. In Deutschland steuerten Elektro-Räder mehr als 80 Prozent des Umsatzes mit Fahrrädern bei, hieß es darin. Europaweit lag der Anteil 2022 bei 62 Prozent. Ähnlich hoch wie in Deutschland war der Umsatzanteil der E-Bikes demnach in den Niederlanden.

„In der Regel ist es so, dass ein E-Bike-Akku 60 Kilometer schafft“, sagt Radtke. Das sei für den normalen Genussradler an einem Tag auch völlig ausreichend, „wenn man nicht die ganze Zeit auf Turbo fährt“, sagt er. Da gebe es dann die Möglichkeit, wenn man abends in der Unterkunft ankommt, dort seinen Akku wieder aufzuladen. „Aber natürlich ist es schön, wenn man zwischendurch eine Pause machen kann und bei dieser Gelegenheit nachladen kann“, sagt er. Der Touristik-Chef gibt daher den Tipp, an Radler, bei der Tourismus-Information zu fragen. „Während der Öffnungszeiten hier in Leer kommt es häufig vor, dass hier ein Fremd-Akku lädt“, sagt er. Auch viele Gastronomen seien gewillt, den Fahrradakku ihrer Gäste zu laden.

Mit Material von DPA.

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