Fußball-Landesliga Ausgleich in 92. Minute – Esens besiegt fast den Spitzenreiter
Gegen den Titelanwärter SV Wilhelmshaven führten die Esenser durch ein Tor von Manuel Meints lange Zeit mit 1:0. Der SVW-Druck wurde am Ende immer größer. Der Ausgleich war aus zwei Gründen ärgerlich.
Esens - Der TuS Esens stand in der Fußball-Landesliga ganz knapp vor einer großen Überraschung. Gegen Tabellenführer und Titelanwärter SV Wilhelmshaven führte der Aufsteiger bis in die Nachspielzeit 1:0, kassierte dann vor mehr als 350 Zuschauern noch in der 92. Minute den Ausgleich. Aber auch das Remis war ein Achtungserfolg der Esenser.
Spieldaten
Esens: Sikma: Ahrends, R. Til, F. Til, Taddigs, Hohn, Rosenboom, Smidt (89. Bents), Stainbank (67. Janssen), Meints, Sukowski (67. Bamezon).
Tore: 1:0 Meints (19.), 1:1 Grozdanov (92.).
„Wir haben eine tolle Leistung gezeigt. Unterm Strich geht das Unentschieden wahrscheinlich in Ordnung, aber das Wie des Ausgleiches ist sehr ärgerlich“, sagte TuS-Trainer Ralf Backhaus. Er meinte damit nicht nur die Minute, sondern besonders die Freistoßentscheidung 30 Meter vor dem Esenser Tor, in dessen Folge Kiril Aleksandrov Grozdanov der Ausgleich gelang. „Für uns war das niemals ein Foul.“
Esens startet gefährlich
Die Zuschauer wunderten sich zu Beginn der Partie etwas. Es waren die Gastgeber, die gegen die spielstarken Gäste die besseren Chancen besaßen. Zunächst scheiterten Frank Til per Kopf und Malte Ahrends per Volleyschuss hintereinander (8.). Zwar köpfte Dennis Wego kurz danach am Esenser Tor vorbei. Aber in der 15. Minute hatten die Esenser Fans in einer Szene fast viermal den Torschrei auf den Lippen. Nach einer starken Vorarbeit von Klaas Taddigs verpasste Niklas Sukowski per Kopf, dann Bjarne Hohn per Volleyabnahme und schließlich noch zweimal Sukowski per Kopf das 1:0, als der Ball zweimal auf oder kurz vor der Linie geklärt worden war (15.). Die Führung besorgte Manuel Meints, der in Abwesenheit von Jannes Havemann (verletzt) und Niklas Pinkernell (beruflich verhindert) die Kapitänsbinde trug. Der frischgebackene 35-Jährige köpfte eine Hohn-Flanke unbedrängt ins Netz (19.).
Im zweiten Teil der ersten Halbzeit kam der SVW vor allem nach Standardsituationen zu Chancen. Aber entweder köpfte der SVW-Spieler neben das Tor oder Ersatztorwart Robin Sikma war zur Stelle. Er vereitelte auch eine Großchance von Wego (34.).
Die junge Esenser Elf mit zwei 18- und einem 19-jährigen in der Startelf verteidigte nach dem Wechsel weiter couragiert und clever. Auch wenn der SVW-Druck zunahm, hielten sich die Chancen zunächst in Grenzen. Und wenn, war Robin Sikma da. Der im Sommer vom BSC Burhafe zurückgekehrte Keeper entschärfte aussichtsreiche Schüsse und Kopfbälle von Wego (61.), Feras Ibrahim Allamushi (70.) und Jan Speer (87.) aus kurzen Distanzen bravourös. Demgegenüber stand nur ein Schuss von Manuel Meints. Als die drei Punkte trotz großem SVW-Drucks schon zum Greifen waren, gab es noch den umstrittenen Freistoß. Zur Verwunderung der Esenser entschied der Unparteiische nach einem Esenser Ballgewinn mit Konter-Option auf Freistoß für den SVW. Aus diesem entstand ein Gewühl, an dessen Ende der eingewechselte Joker Kiril Aleksandrov Grozdanov in der 92. Minute zum 1:1 einschoss.