USA Macht der neue Meta-Dienst das Sprachenlernen überflüssig?
Ein neues KI-Programm vom Facebook-Mutterkonzern Meta soll ein allumfassender Übersetzer werden. Schon jetzt kann die Software namens „SeamlessM4T“ hundert Sprachen verstehen und auch Spracheingaben übersetzen und umwandeln. Das Unternehmen hat große Pläne für das Programm.
In gebrochenem Englisch einen Kaffee bestellen? Was hat der Kellner jetzt gerade gesagt? Und wie frage ich jetzt nochmal nach dem Weg? Unsicherheiten im fremdsprachigen Ausland kennt fast jeder, doch wenn es nach Mark Zuckerberg geht, könnte das alles bald vorbei sein. Das ist zumindest die Vision für den neuen Universalübersetzer von Meta.
Die Software des Facebook-Konzerns soll knapp 100 Sprachen erkennen können und Übersetzer, Spracherkennung- und Transkription-Gerät in einem sein. Neben Text-zu-Text Übersetzung kann auch Sprache-zu-Sprache und Sprache-zu-Text Übersetzung von dem Programm durchgeführt werden. Momentan sind aber „nur“ 35 Ausgabesprachen dieser Sprachfunktionen möglich.
Außerdem kann das Modell auch weiter übersetzen, wenn die Sprache mitten im Satz wechselt. Das Modell ist in einer Demo-Version online verfügbar und Nutzer können per Spracheingabe mit der KI experimentieren.
Das Meta-Modell ist frei zu nicht kommerziellen Zwecken verfügbar und erlaubt somit anderen Forschern und Entwicklern die KI weiterzuentwickeln. Für einige Investoren ist dies sicherlich bedenklich, hat das zuständige „Reality Labs“-Programm von Meta doch allein im letzten Quartal 3,7 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht. Doch das scheint die KI-Entwickler nicht aufzuhalten.
In dem zugehörigen Blogpost schreibt der Konzern über das Modell: „Unsere Aufgabe war es, ein einziges, multisprachliches Modell zu entwickeln, das alles kann.“ In demselben Post bezieht sich Meta auf den Babelfisch, ein fiktionales Wesen aus dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, das man nur in das Ohr einsetzen muss, um alle Sprachen zu verstehen.
Zu dem versteckten Bibel-Verweis auf den Turmbau von Babel passt auch die Vorstellung vom Meta-Konzern, was die Zukunft des Super-Übersetzers angeht. Das Unternehmen gibt an, dass „die Welt noch nie verbundener war“. Daher wüchsen die Anforderungen an die Menschen und sie müssten „Welt-bereit“ sein, schreibt der Konzern in dem zugehörigen Forschungsbericht.
Das scheint ein zentraler Punkt in Metas Strategie zu sein, denn diese „Welt-Bereitschaft“ werde durch den universellen Übersetzer gefördert. In Zukunft sollen fließende Gespräche im Ausland auch ohne große Sprachkenntnisse möglich sein und auch der Zwang, neue Sprachen zu lernen, soll aufgeweicht werden. Das Programm erlaube es den Menschen zu „Globalen Bürgern“ zu werden.
Generell sieht der Meta-Konzern in KI-Technologie und „Virtual Reality“ die Zukunft der Tech-Branche. „Ich kann nicht garantieren, dass ich richtig liege, aber ich glaube, das wird die Zukunft sein“, sagte Meta-CEO Zuckerberg.
Und auch andere Unternehmen steigen in die virtuelle Realität ein, wie beispielsweise Apple. Der iPhone-Hersteller bringt ein eigenes VR-Headset auf den Markt: für 3,499 US-Dollar.
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