Politik tritt auf die Bremse Weihnachtskirmes in Leer? Ja, aber nicht zu groß
Eine Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz soll den Leeraner Weihnachtsmarkt aufwerten. Das findet auch die Politik gut. Im ersten Anlauf will man es aber ruhig angehen.
Leer - Zwei Varianten einer Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz hatte der Leeraner Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf dem Tisch. Eine relativ große und eine kleine. Die Politiker entschieden sich für die kleine – einstimmig.
Die Idee einer Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz komme von Marktmeister Michael Meyer, betont Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos). Ziel sei es, den Weihnachtsmarkt aufzuwerten und für mehr Betrieb im Bereich zwischen Ledastraße und Wörde zu sorgen. Dort habe man in der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen müssen, dass weniger Besucher kämen. Würden das noch weniger, sei zu befürchten, dass sich die Buden dort für die Schausteller nicht mehr lohnten, hatte die Stadtverwaltung im Juni dem Feuerwehr- und Marktausschuss mitgeteilt.
Auf einen Teil des Platzes beschränkt
Eine Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz, so die Hoffnung, werde für mehr Frequenz im südlichen Bereich der Fußgängerzone sorgen und so auch die Weihnachtsmärkte in der Altstadt und in der Mühlenstraße näher aneinanderrücken lassen. Nicht zuletzt sei eine Weihnachtskirmes ein Highlight, das es so in Ostfriesland bisher nicht gebe.
Die Version, für die der Verwaltungsausschuss votierte, konzentriert sich auf den Eingangsbereich des Ernst-Reuter-Platzes von der Mühlenstraße kommend. Dort sollen ein Riesenrad und ein historisches Kinderkarussell stehen. Das Riesenrad sei nicht mit dem auf dem Gallimarkt zu vergleichen, sagt der Bürgermeister. „Es ist deutlich kleiner.“ Verpflegungs- und Verkaufsstände sollen das Angebot abrunden. Die Baumgruppe auf dem Platz solle weihnachtlich beleuchtet werden. Die Musik werde dezent und weihnachtlich sein. Marktmeister Meyer habe schon die ersten Kontakte zu den verschiedenen Anbietern geknüpft, sagt Horst: „Es sieht ganz gut aus.“
Keine großen Investitionen nötig
Die größere Variante einer Weihnachtskirmes hätte außerdem noch einen Autoscooter vorgesehen. Die Kirmes hätte außerdem einen deutlich größeren Teil des Platzes in Anspruch genommen. Keine Option für die Gruppe SPD/Linke, wie deren Sprecher Heinz Dieter Schmidt der Redaktion sagte: „Wir wollen keine Riesenveranstaltung dort mit großer Lichtshow, sondern es erst einmal ausprobieren.“ Noch wichtiger: Es sollen keine großen Investitionen getätigt werden, beispielsweise für zusätzliche Stromanschlüsse. Das sei bei beiden Varianten gewährleistet, sagt der Bürgermeister. Die kleinere Variante biete aber die Möglichkeit, dass auch der Wochenmarkt noch einen Teil des Platzes belegen könne.
Das sei ein zusätzliches Argument gewesen, dass die Grünen veranlasst habe, sich für die kleinere Variante zu entscheiden, sagt Fraktionsvorsitzender Bruno Schachner. Vor allem hätten er und seine Kollegen aber keine zu trubelige Veranstaltung gewollt. Auch die CDU lege Wert auf eine besinnliche Veranstaltung, die dem Weihnachtsfest angemessen sei“, begründet Fraktionsvorsitzender Ulf-Fabian Heinrichsdorff, warum seine Fraktion sich für die kleine Variante ausgesprochen habe. Die biete außerdem die Chance, dass die Wochenmarkt-Beschicker noch so viel Platz fänden, dass auch sie zufrieden seien.
Wenn es überhaupt etwas werden solle mit der Weihnachtskirmes in diesem Jahr, müsse man ein bisschen Gas geben, sagt Timo von Halle, der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller in Ostfriesland: „Wir sind schon jetzt ziemlich spät dran.“ Das ist auch dem Bürgermeister bewusst. Deshalb habe er das Thema im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss behandelt. „Wir brauchten ein Stimmungsbild aus der Politik.“ Die Weihnachtskirmes werde aber auch noch öffentlich im Feuerwehr- und Marktausschuss diskutiert. Nach aktueller Planung ist dessen nächste Sitzung am Donnerstag, 7. September.