Stadt gibt Planung in Auftrag  Politik stellt Weichen für Parkhaus im Emder Behördenviertel

Heiko Müller
|
Von Heiko Müller
| 27.08.2023 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf der Fläche zwischen der Medmannstraße (links) und der Ringstraße soll ein Parkhaus entstehen. Foto: Hanssen/Archiv
Auf der Fläche zwischen der Medmannstraße (links) und der Ringstraße soll ein Parkhaus entstehen. Foto: Hanssen/Archiv
Artikel teilen:

Die Planungen für ein neues Parkhaus zwischen Medmannstraße und Ringstraße in Emden werden konkreter. Die Stadt verfolgt mit diesem Projekt gleich mehrere Ziele.

Emden - Die Stadt Emden hat jetzt die Weichen für den Bau eines Parkhauses im Behördenviertel gestellt. Der Verwaltungsausschuss des Rates - das ist das wichtigste Gremium zwischen den Ratssitzungen - hat jetzt in nicht-öffentlicher Sitzung die Planung für das „Garagengebäude Medmann“, wie es amtlich heißt, in Auftrag gegeben. Den Zuschlag bekam das Emder Architektenbüro beyer + freitag + zeh. Es soll zunächst einen Entwurf liefern. Die Kosten dafür liegen laut einer Mitteilung der Stadt bei 63.000 Euro.

Das Vorhaben ist schon seit Jahren im Gespräch. Das neue Parkhaus soll auf einem städtischen Grundstück zwischen Medmannstraße und der Ringstraße in unmittelbarer Nähe des Amtsgerichtes und des städtischen Verwaltungsgebäudes II entstehen. Dieses Fläche wird bereits jetzt als Parkplatz für Bedienstete der Stadtverwaltung genutzt.

Architekten stehen vor Herausforderungen

Früher hatte dort ein Pavillon gestanden, der lange Zeit einen Frisör-Salon und einen Blumenladen beherbergte. Die Stadt hatte dieses aus dem Jahr 1956 stammende, markante Flachdachgebäude 2018 gekauft und ließ es ein Jahr später abreißen. Das Planverfahren für die Fläche läuft schon seit Ende 2021.

Der Standort des neuen Parkhauses stellt die Architekten vor besondere Herausforderungen. Bei der Planung müssten nämlich insbesondere Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden, so die Stadt. Das Gebäude müsse sich in die Umgebung einfügen. Aus der Entwurfsplanung, die jetzt in Auftrag gegeben wurde, soll deshalb beispielsweise hervorgehen, wie die Fassade des Parkhauses gestaltet werden kann.

Freie Plätze im Zentrum sind rar

Als zweiten wichtigen Punkt, der in der Planung ebenfalls berücksichtigt werden muss, nennt die Stadt den Immissionsschutz. Zur Größe des Gebäudes und der Zahl der Einstellplätze gibt es bislang keine Angaben. In der Vergangenheit war auch von einem Parkdeck an dieser Stelle die Rede.

Hintergrund dieses Projektes ist, dass die vorhandenen öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt werktags nicht ausreichen. Das führt zu einem erheblichen Parkplatzsuchverkehr. Nach einem im Frühjahr vorgestellten Gutachten sind in der Woche schon gegen 10 Uhr fast 80 Prozent der rund 3500 Einstellplätze im Zentrum ausgelastet.

Der Druck im Behördenviertel ist hoch

In der südlichen Altstadt und im Behördenviertel ist der Parkdruck besonders hoch. Gebührenfreie Plätze lassen sich dort laut Gutachter vormittags so gut wie gar nicht mehr finden. Sie werden meist von vielen der etwa 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der umliegenden Behörden belegt. Sie stellen ihre Fahrzeuge gerne so nahe wie möglich am Arbeitsplatz ab - und das natürlich gebührenfrei.

Der Untersuchung zufolge sind das bis zu 235 Fahrzeuge. Es gibt aber nur knapp 180 Einstellplätze an der Ringstraße und an der Medmannstraße. Viele Autofahrer weichen bei der Suche nach einem freien Platz deshalb auch auf die angrenzenden Wohnviertel aus.

Es gibt die Vision von grünem Boulevard

Mit dem neuen Parkhaus sollen diese Probleme gelöst werden. Wenn es einmal fertig ist, sollen nach den Plänen der Stadt die Stellplätze auf dem Mittelstreifen der Ringstraße entfallen. Gegenwärtig werden Autos dort kreuz und quer geparkt, weil dort keine Parkgebühren fällig sind und die Parkdauer deshalb auch beliebig ist. Die Stadtplaner haben dafür schon lange die Vision eines autofreien Boulevards mit Sitzbänken und viel Grün.

Auf dem Mittelstreifen der Ringstraße werden Autos zeitweise kreuz und quer geparkt. Dort müssen keine Parkgebühren bezahlt werden. Foto: Hanssen/Archiv
Auf dem Mittelstreifen der Ringstraße werden Autos zeitweise kreuz und quer geparkt. Dort müssen keine Parkgebühren bezahlt werden. Foto: Hanssen/Archiv

Das Parkhaus und die Neuordnung der Stellplätze sind bereits Bestandteil der Vorhaben im Sanierungsgebiet Südliche Ringstraße und in das entsprechende Förderprogramm aufgenommen worden. Für Planung und Bau des Parkhauses könnten deshalb grundsätzlich Städtebaufördermittel aus Töpfen des Bundes und des Landes fließen, heißt es. Allerdings weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass bei der Finanzierung dieses Projektes nur die Ausgaben berücksichtigt werden können, die nicht durch die Einnahmen aus den Parkgebühren gedeckt werden können.

Bauherr steht noch nicht fest

Das heißt: Sollte sich das Parkhaus zu 100 Prozent rentieren, kommen keine Zuschüsse von Bund und Land mehr in Betracht. Die Rentabilität lasse sich aber erst dann berechnen, sobald die Gesamtkosten für den Bau des Parkhauses sowie die Höhe der zukünftigen Einnahmen feststehen. Beides sollen die Architekten ebenfalls ermitteln.

Laut Stadtverwaltung steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch noch nicht fest, wer Bauherr des Parkhauses sein wird. Möglich sei auch, dass dieses Vorhaben von einem privaten Investor umgesetzt wird, heißt es in der Mitteilung.

Ähnliche Artikel