Rostock „Letzte Generation“: Klima-Aktivisten behindern Berufsverkehr in Rostock
Die Aktivisten hafteten sich mit Händen und Füßen auf Asphalt. Die Polizei löste die Blockade auf.
Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ haben am Donnerstagmorgen den Berufsverkehr in der Hansestadt Rostock teilweise zum Erliegen gebracht. Mehrere Demonstranten behinderten den Autoverkehr und klebten sich auf der Straße fest. Die Polizei musste die Aktion beenden. Mit Rapsöl gingen die Beamten bei der Auflösung der Straßenblockade zu Werke – teilweise hatten sich die Aktivisten nicht nur mit den Händen sondern auch mit den Füßen auf dem Asphalt festgeklebt.
Die Protestaktion begann blitzschnell. Gegen 7.30 Uhr näherten sich mehrere Personen von der Hermannstraße kommend der August-Bebel-Straße. Die Männer und Frauen passten den Moment ab, als Autos an einer roten Ampel warten mussten. Dann gingen sie auf die Fahrbahn, hielten ihre Transparente in der Hand und setzten sich auf den Asphalt. Noch bevor die Polizei eintraf, klebten sich die Aktivisten mit mitgebrachtem Sekundenkleber auf der Straße fest. Mehrere Streifenwagen trafen kurz daraufhin ein. Die Beamten begannen, mit den Verantwortlichen zu sprechen.
Da die Beamten offenkundig auf derartige Aktionen inzwischen vorbereitet sind, brachten sie gleich eine Flasche Rapsöl und einen Pinsel mit. Damit strichen sie die auf dem Asphalt haftenden Hände und Füße der Klima-Aktivisten ein und entfernten sie dann vorsichtig. Da auch im Anschluss wenig Kooperation den Beamten gegenüber vorhanden war, mussten die Polizisten die Blockierer von der Straße tragen. Auf den Transparenten machten die Teilnehmer auf ihre drei Hauptforderungen aufmerksam: Rückkehr des 9-Euro-Tickets für alle, 100 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen, Gründung eines Gesellschaftsrats zum Ende der fossilen Brennstoffe bis 2030.
Die Autofahrer zeigten überwiegend wenig Verständnis für die Aktionen. Der Verkehr hatte sich bereits bis zur Steintorkreuzung gestaut. Autofahrer hupten vor Wut, weil sie zu spät zur Arbeit kamen und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Nach rund 20 Minuten Behinderung war die Strecke wieder frei. Die Beamten haben von allen Demonstranten die Personalien aufgenommen und leiten nun Verfahren unter anderem wegen des Verdachts der Nötigung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein.
In einer Pressemitteilung ließ die Letzte Generation verkünden, dass die Gruppe in allen größeren deutschen Städten, so auch in Rostock, den Protest fortführen wolle. So lange, bis die Bundesregierung beginnt, die Lebensgrundlagen aller Generationen wieder ausreichend zu schützen.