München  Dämpfer für den FC Bayern: Palhinha-Wechsel in letzter Sekunde geplatzt

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Von AFP User
| 01.09.2023 21:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Joao Palhinha bleibt widererwartend beim FC Fulham. Foto: imago images/Shutterstocka
Joao Palhinha bleibt widererwartend beim FC Fulham. Foto: imago images/Shutterstocka
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Der Schlusstag des Fußball-Transferfensters verlief für den deutschen Rekordmeister äußerst bitter. Der sicher geglaubte Palhinha-Wechsel kam letztlich doch nicht zustande.

Thomas Tuchels Wunschspieler Joao Palhinha hatte bereits den Medizincheck absolviert, für Fotos im Trikot posiert und sich offen an der Säbener Straße gezeigt – doch dann handelte sich der deutsche Rekordmeister Bayern München plötzlich doch noch eine Abfuhr ein. Laut übereinstimmenden Medienberichten blieb der FC Fulham hart und verweigerte dem von FCB-Trainer Tuchel so herbeigesehnten Mittelfeldabräumer Palhinha die Freigabe.

Kein Palhinha. Kein Armel Bella-Kotschap – der Transfer des deutschen Nationalspielers vom FC Southampton schien ebenfalls auf der Zielgeraden. Kein Cancelo, kein Ndidi, kein Chalobah, kein Geertruida oder wer auch immer zuletzt für die größten Baustellen in Mittelfeld und Abwehr bei den Bayern gehandelt wurde. Nach dem zähen, aber erfolgreichen Gezerre um Harry Kane holte sich der Rekordmeister eine deftige blutige Nase.

Dabei waren sich die Klubs im Fall Palhinha bereits praktisch einig gewesen, der Spieler sollte für 65 Millionen Euro in die Bundesliga wechseln und einen Fünfjahresvertrag bis 2028 unterschrieben. Doch weil der Premier-League-Klub in der Kürze der Zeit keinen adäquaten Ersatz für den Portugiesen finden konnte, platzte der Deal auf der Zielgeraden.

Die Bayern bestätigten diesen empfindlichen Dämpfer auf dem Transfermarkt naturgemäß nicht, ihre Vorbereitung auf das Bundesligaspiel beim Angstgegner Borussia Mönchengladbach wurde dennoch deutlich gestört. „Es bleibt aufregend und spannend. Man darf sich nicht zu sehr ablenken lassen“, hatte Bayern-Coach Tuchel am Freitagmittag noch gesagt.

An den Spekulationen wollte sich Tuchel bei der Spieltagspressekonferenz nicht beteiligen, wohl aber sagte er: „Wir versuchen, unsere Mannschaft zu ergänzen und zu verstärken. Es scheint auf eine Last-Minute-Entscheidung hinauszulaufen. It is, what it is.“

Tuchel dürfte zu diesem Zeitpunkt noch beste Laune gehabt haben, diverse Medien hatten den Wechsel als „nahezu perfekt“ vermeldet. Der Trainer hatte schließlich mit Vehemenz betont, dass er einen Mittelfeldspieler haben möchte, der auch wirklich defensiv denkt und als Abräumer fungiert.

Eine Eigenschaft, die Tuchel bei seinen Platzhirschen im defensiven Mittelfeld offenbar vermisste. Vizekapitän Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Konrad Laimer seien sich von ihrer Spielweise laut Tuchel zu ähnlich. Nun muss sich der Coach offenbar mit den vorhandenen Spielern eine Lösung einfallen lassen.

Keine Rolle bei seinen Überlegungen spielt demnach weiterhin Ryan Gravenberch, dessen Wechsel zum FC Liverpool unmittelbar bevorstand. Die Tendenz sei „klar“, sagte Tuchel zu der Personalie am Mittag. Der niederländische Mittelfeldspieler verspricht sich beim englischen Spitzenklub mehr Spielzeit, der FC Bayern kassiert 45 Millionen Euro inklusive möglicher Bonuszahlungen.

Dafür die des Rechtsverteidigers, wo nach den Abgängen von Benjamin Pavard (Inter Mailand) und Josip Stanisic (Leverkusen) eine „große Lücke“ klaffe, wie Tuchel einräumte. Da sich bis zum Transferschluss nichts mehr tat, „müssen wir kreativ werden“. Gegen Augsburg (3:1) hatte sich kurz schon Laimer auf rechts probieren dürfen. Zeitweise kam am Freitag das Gerücht auf, der in der vergangenen Saison Joao Cancelo könnte die Lücke schließen, dies bewahrheitete sich aber nicht.

Gegen Gladbach am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wird so oder so wieder Noussair Mazraoui verteidigen. Überhaupt wird Tuchel wohl wieder der Elf um Harry Kane vertrauen, die mit zwei Siegen in die Liga startete – und der dritte soll folgen, auch wenn es gegen Gladbach geht. In 19 Duellen seit 2014 gab es neun Niederlagen bei nur sechs Siegen, zuletzt blieben die Bayern sogar fünfmal sieglos.

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