Hamburg  Flüchtlinge: Mehr als 200.000 Asylanträge in diesem Jahr

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 08.09.2023 15:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mehr als 200.000 Menschen haben seit Anfang des Jahres einen Asylantrag gestellt. Foto: imago images/ Mike Schmidt
Mehr als 200.000 Menschen haben seit Anfang des Jahres einen Asylantrag gestellt. Foto: imago images/ Mike Schmidt
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Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist in den ersten acht Monaten des Jahres um fast 80 Prozent gestiegen. Unter den Schutzsuchenden waren mehr Russen als im Vorjahr.

In der ersten Jahreshälfte haben deutlich mehr Menschen in Deutschland Asyl beantragt als im selben Zeitraum des vorigen Jahres. In den ersten acht Monaten des Jahres sind 204.461 Erstanträge auf Asyl eingegangen, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in seiner aktuellen Asylgeschäftsstatistik mit. Im Vergleichszeitraum 2022 waren es nur 115.402 Anträge. Das bedeutet einen Anstieg um 77,2 Prozent.

Syrien stellt mit 62.610 Asylsuchenden die größte Einzelgruppe, gefolgt von Afghanistan (37.474) und dem Nato-Partner Türkei (29.661). Auffällig ist der Anstieg der Zahl der Asylsuchenden aus Russland. Insgesamt 6.306 Menschen aus Russland baten von Januar bis August um Asyl in Deutschland. Im gesamten Jahr 2022 hatte die Zahl der Erstanträge aus Russland bei 2.851 gelegen.

Die Bleibeperspektive für russische Asylbewerber ist im Vergleich schlecht. Nur 8,8 Prozent der Antragssteller wurde ein Schutzstatus zuerkannt. Zum Vergleich: Die Schutzquote für alle Herkunftsländer liegt bei 52 Prozent.

7,8 Prozent der Anträge (15.587) betrafen Kinder, die in Deutschland zur Welt kamen und noch kein Jahr alt sind. Die meisten Antragssteller sind vergleichsweise jung. Knapp jeder Vierte ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. 71,7 Prozent sind unter 30 Jahre alt. Es kommen zudem deutlich weniger Frauen als Männer nach Deutschland. Nur knapp 30 Prozent der Anträge wurden von Frauen gestellt.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine tauchen nicht in der Statistik auf. Sie müssen in Deutschland kein Asyl beantragen, sondern erhalten automatisch einen befristeten Aufenthaltstitel in der Europäischen Union.

Die Verteilung der ankommenden Migranten erfolgt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Laut Bamf nahm Nordrhein-Westfalen mehr als 42.000 Menschen auf. Es folgen Bayern (31.191) und Baden-Württemberg (24.435). Niedersachsen hat mehr als 20.000 Menschen aufgenommen. Kleinere Bundesländer wie Schleswig-Holstein (6.369) oder Mecklenburg-Vorpommern (3.641) nehmen entsprechend ihrer Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft auch weniger Asylbewerber auf.

Mehr als 192.000 Verfahren waren laut Bamf zum Stichtag 31. August noch offen. Im Schnitt müssen Asylbewerber mehr als sechs Monate auf eine Entscheidung warten.

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