Projekt biegt auf Zielgerade ein Beim Bau des Emder Festspielhauses gibt es einen Lichtblick
Der städtische Kulturbetrieb musste lange auf ein Ersatzteil für die Decke im Theatersaal warten. Jetzt ist es da. Das gibt den Verantwortlichen neue Zuversicht.
Emden - Der zuletzt ins Stocken geratene Umbau des früheren Neuen Theaters zum Festspielhaus am Wall nimmt wieder mehr Fahrt auf. Bei dem Millionen-Projekt gibt es einen Lichtblick - und das im doppelten Wortsinn. Denn eine spezielle Lichtleiste für die Deckenkonstruktion im Theatersaal, auf die die Elektroinstallateure lange gewartet hatten, ist vor einigen Tagen aus China eingetroffen. Davon hing viel für den Fortgang der Arbeiten im Saal des Festspielhauses ab.
Was und warum
Darum geht es: um den Stand der Dinge beim Umbau des früheren Neuen Theaters in Emden zum Festspielhaus am Wall
Vor allem interessant für: alle Kulturfreunde aus der Region, die gerne Theater, Konzerte oder Opern erleben, und diejenigen, die sich für den schleppenden Fortschritt bei öffentlichen Bauvorhaben interessieren
Deshalb berichten wir: Im Kulturausschuss des Emder Rates wurde jüngst über den Stand der Dinge berichtet. Wir haben die Sitzung verfolgt und danach noch einmal darüber mit der Emder Kulturchefin gesprochen. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Das etwa zehn Meter lange Teil ersetzt einen Lichtstrang, der vor der Montage bei anderen Arbeiten beschädigt worden war und deshalb nachbestellt werden musste. Laut der Emder Kulturchefin Kerstin Rogge-Mönchmeyer hatte es zunächst geheißen, die Lieferung sollte eine Woche dauern. Später seien fünf und am Ende sieben daraus geworden, erläuterte die Leiterin des städtischen Betriebs Kulturevents im Gespräch mit dieser Zeitung.
Lange Lieferzeit blockiert Innenausbau
Durch die lange Lieferzeit verzögerte sich auch der Innenausbau des neuen Kultur- und Kongresshauses. Denn auf der gesamten Fläche des Veranstaltungssaals steht ein großes sogenanntes Flächengerüst, das den Installateuren ein sicheres Arbeiten ermöglichen soll und für den Einbau der Zwischendecke aus speziellen Akustiksegeln und Lichtelementen notwendig ist. Diese Arbeiten können jetzt fortgesetzt und das Gerüst stufenweise wieder abgebaut wurden.
Durch das lange Warten auf das Ersatzteil verzögerten sich unter anderem das Verlegen des bereits produzierten Teppichs, der Einbau der neuen Bestuhlung, die Kulturevents schon seit Wochen in der Nordseehalle zwischenlagert, sowie Malerarbeiten und der Einbau der Akustikverkleidung.
Hoffnung auf zügigen Fortgang wächst
Bei den Verantwortlichen von Stadt und Kulturevents nährt das die Hoffnung, auf die Zielgerade des vor etwa zwei Jahren begonnen Projektes abbiegen zu können und endlich schneller voranzukommen. Im Kulturausschuss des Rates äußerte sich Rogge-Mönchmeyer in der vergangenen Woche zwar erneut vorsichtig optimistisch, dass das Festspielhaus in diesem Herbst fertig werden könnte. Auf einen Termin festlegen lassen wollte sie sich aber nach wie vor nicht. Sie sei „froh, dass die Sommerferienzeit vorbei ist“ und alle Firmen wieder in voller Stärke auf der Baustelle seien, sagte sie im Ratsausschuss.
Bei dem Vorhaben bekommen sie und der von Kulturevents beauftragte Architekt Peter Müller es immer wieder mit neuen Unwägbarkeiten und Überraschungen zu tun. Zuletzt hätten in den Zugängen zum Veranstaltungssaal Brandschutzdecken eingezogen werden müssen, die ursprünglich nicht vorgesehen gewesen seien, so Rogge-Mönchmeyer. Das sei deshalb notwendig geworden, weil das Gebäude durch den Umbau seinen Bestandschutz quasi verloren habe.
Ausschreibung gestaltet sich schwierig
Unvorhersehbare Hürden gab es auch bei der Ausschreibung einer neuen Rampe, die von vorne gesehen an der rechten Seite des Festspielhauses entstehen soll. Sie soll sowohl Rollstuhlfahrern als Fluchtweg dienen als auch zur An- und Ablieferung von technischem Equipment für Veranstaltungen dienen. „Das Ergebnis hat uns vom Hocker gehauen“, sagte Rogge-Mönchmeyer über den Preis.
Kulturevents habe deshalb im zweiten Anlauf das Instrument der beschränkten Ausschreibung gewählt, bei der der Auftraggeber mehrere Firmen dazu auffordert, Angebote abzugeben. Das Ergebnis läge zwar immer noch über dem Budget, sei aber nicht so, „dass wir es nicht verantworten können“, so die Betriebsleiterin. Das größte Problem sei aber, dass bei jeder Ausschreibung auch Fristen einzuhalten seien und das auch jedes Mal Zeit koste.
Foyer ist schon fast fertig
Unterdessen nimmt das neue Foyer des Festspielhauses immer mehr Formen an. „Es ist schon fast fertig“, sagte Rogge-Mönchmeyer. Ihren Angaben wird der Oldenburger Gastronomie-Vollausstatter Hinsche Anfang Oktober die gastronomische Einrichtung liefern. Dazu gehören auch der Einbau eines Kühlraumes, eine kleinen Küche und des Tresens.
Die Kosten für den gesamten Umbau liegen nach den jüngsten Angaben bei etwa 5,8 Millionen Euro. Ursprünglich war man von rund 4,7 Millionen Euro ausgegangen. Etwa 2,7 Millionen Euro der Gesamtkosten fließen als Zuschüsse des Landes. Mit dem Projekt wurde vor rund zwei Jahren begonnen.