Wärmeversorgung für Aurich Beim Baugebiet Im Timp sind Alternativen zu Gas gefragt
Wer sich im neuen Extumer Baugebiet ansiedeln will, muss sich Gedanken um die Wärmeversorgung machen. Das ist laut Investor herausfordernd, führe aber nicht zu Kurzschlussreaktionen.
Aurich - Wie bekomme ich mein Haus im Winter warm, ohne gegen gesetzliche Auflagen zu verstoßen? Diese Frage treibt in Deutschland viele Eigentümer um. Das gilt vor allen Dingen für Häuslebauer in Wohngebieten, die gerade in der Entwicklung begriffen sind, wie etwa in dem Auricher Baugebiet „Im Timp“. Der Bebauungsplan dafür hat erst im Januar 2022 Rechtskraft erlangt, er sieht bei der Wärmeversorgung sowohl Gas als auch Wärmepumpen vor. In Extum sind laut Investor Udo Fuhrmann vor wenigen Wochen die letzten erschlossenen Teilgebiete auf dem Areal von der Stadt für die Bebauung freigegeben worden. Geplant sind 159 Einfamilienhäuser, 51 Reihenhäuser und 54 Mehrfamilienhäuser. „75 Prozent der Grundstücke sind derzeit bereits verkauft“, so Udo Fuhrmann.
Keinen Einfluss habe er mit seiner Projektentwicklungsgesellschaft darauf, wie die Häuslebauer ihre Wärmeversorgung gestalten: „Das ist alleine eine Entscheidung der Versorgungsträger.“ In einem sehr kleinen Areal des Baugebiets in Extum sei Gas verlegt worden, in dem überwiegenden Teil aber nicht. Laut Fuhrmann wäre es auch nicht wirtschaftlich gewesen, überall Gas zu verlegen: „Vermutlich hätten sich zu wenige Eigentümer an das Netz anschließen lassen.“ Es sei aus seiner Sicht vernünftig, nicht die Möglichkeit eines Doppelanschlusses, also einer Wahl zu geben.
EWE verlegt keine Gasleitungen mehr
Die EWE hat bereits angekündigt, keine Gasleitungen mehr in Neubaugebiete zu verlegen. Das heißt, dass Alternativen gesucht werden müssen.
Mittlerweile hat sich die strombetriebene Wärmepumpe zumindest im Neubau als Standard durchgesetzt. In allen Köpfen ist das offenbar noch nicht angekommen. In Aurich kursierte das Gerücht, Im Timp seien Reservierungen für Baugebiete storniert worden, weil dort kein oder nur in einem kleinen Gebiet Gas verlegt werde. Udo Fuhrmann bezeichnete solche Behauptungen als haltlose Versuche, ein Baugebiet kaputtzureden: „Ich kenne keinen, der sein Grundstück zurückgegeben hat, weil er einen Gasanschluss nicht kriegt.“
Kommune plant ebenfalls
Der Investor verweist darauf, dass die Bundesregierung mit dem Wärmeplanungsgesetz ganz klare Vorgaben gemacht hat. So sieht das erst vor Kurzen verabschiedete Gebäudeenergiegesetz vor, dass ab 2024 jede eingebaute Heizung auf Basis von 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Für Bestandsbauten soll eine kommunale Wärmeplanung der Dreh- und Angelpunkt sein, die schrittweise kommen soll. Laut Mirko Wento vom Planungsamt hat die Stadt Aurich gemeinsam mit der Stadt Norden diese Leistung ausgeschrieben. Man suche nach einem geeigneten Fachbüro, das den Wärmeplan erstellen soll, der sich groß in vier Phasen gliedert, und zwar auf der Basis einer Bestandsaufnahme. Im Kern geht es um die Frage, welche Gebäude wie viel Wärme verbrauchen und welche Menge an Öl, Gas oder Strom für deren Erzeugung erforderlich ist. Dabei werden nicht nur kommunale Gebäude betrachtet, sondern auch private und Gewerbeimmobilien.
Als nächstes muss ermittelt werden, wo überall Energie eingespart werden kann. Daraus wird berechnet, wie sich der Bedarf der Gebäude und die Struktur der Wärmeversorgung entwickeln müsste, damit die Wärmeversorgung 2040 treibhausgasneutral ist. Erst im vierten Schritt geht es um Strategien, die der einzelne anwenden kann.