Berlin  Bluthochdruck: Was Sie gegen die Volkskrankheit tun können

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 19.09.2023 13:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jeder dritte Mensch leidet nach Angaben der WHO unter zu hohem Blutdruck. Foto: dpa/Jana Bauch
Jeder dritte Mensch leidet nach Angaben der WHO unter zu hohem Blutdruck. Foto: dpa/Jana Bauch
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Jeder dritte erwachsene Mensch weltweit leidet unter Bluthochdruck - und sehr viele werden falsch behandelt. Das stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem neuen Bericht fest. Dabei ist eine Behandlung einfach und kostengünstig. Hier erfahren Sie, was gegen Bluthochdruck hilft.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit: Jeder Dritte leidet darunter und zudem wird die Krankheit oft unterschätzt und falsch behandelt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird nur jeder fünfte Mensch mit Bluthochdruck richtig behandelt. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl der Erkrankten auf 1,3 Milliarden verdoppelt.

Doch obwohl so viele Menschen einen zu hohen Blutdruck haben, wird nur wenig dagegen getan. Dabei wären entsprechende Programme und Medikamente eigentlich für alle Länder finanzierbar, erklärt die WHO. Außer der medizinischen Behandlung sind auch alltagstaugliche Methoden wirksam gegen zu hohen Blutdruck.

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist nur durch eine Messung des Blutdrucks feststellbar. Dabei wird der Blutdruck durch zwei Zahlen dargestellt. Die erste (systolische) Zahl zeigt den Blutdruck in den Adern an, wenn das Herz schlägt. Die zweite (diastolische) Zahl zeigt den Blutdruck, während das Herz zwischen den Schlägen pausiert.

Ein Mensch hat Bluthochdruck, wenn an zwei Tagen der Blutdruck über 140/90 mmHg liegt.

Faktoren, die das Bluthochdruckrisiko erhöhen sind eine ungesunde Ernährung, vor allem zu hoher Salzkonsum und wenig Obst und Gemüse, wenig Bewegung, Alkohol- und Tabakkonsum und Übergewicht. Auch mit einem Alter über 65 und einer familiären Veranlagung für Bluthochdruck ist das Risiko erhöht. Der Kaffeekonsum kann bei hohem Blutdruck auch problematisch werden.

Erst bei sehr hohem Blutdruck von 180/120 machen sich Symptome bemerkbar. Diese reichen von Brustschmerzen, über verschwommene Sicht, bis hin zu unregelmäßigem Herzschlag. In diesen Fällen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, denn eine sichere Diagnose liefern die eigenen Blutdruckmesser nicht. Sie können zwar Hinweise geben, aber laut WHO ist eine ärztliche Einschätzung wichtig.

Gegen einen zu hohen Blutdruck können zum einen Medikamente helfen, die von einem Arzt verschrieben werden müssen. Neben Medikamenten können auch Umstellungen der Lebensweise helfen.

Die WHO gibt für die meisten Menschen ohne Vorerkrankungen das Ziel aus, einen Blutdruck von weniger als 140/90 zu haben. Die Folgen von Bluthochdruck können Schlaganfälle, Leberschäden, Herzanfälle und andere Krankheiten sein. Eine zusätzliche Hilfe bietet die kostenlose Broschüre der Deutschen Herzstiftung zum Thema Bluthochdruck.

Zudem liege es auch an den einzelnen Nationen selbst, etwas gegen die Volkskrankheit Hypertonie zu unternehmen. Die WHO merkt an, dass die Behandlung und Prävention von Bluthochdruck 18-mal günstiger sei als die Kosten, die durch eine Nicht-Behandlung entstehen. Durch eine verbesserte Behandlung könnten bis 2050 76 Millionen Tode verhindert werden, erklärt die Weltgesundheitsorganisation.

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