Elfenkinder-Hospiz-Stiftung  Bäckermeister gibt sein Vermögen an schwer kranke Kinder

| | 21.09.2023 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Stiftungsrat freut sich über die künftige Zusammenarbeit: Diedrich Krüger (von links), Gretel Bluhm-Janssen und Alfred Hartmann, nicht im Bild: Günther Preuschaft. Foto: Cordes
Der Stiftungsrat freut sich über die künftige Zusammenarbeit: Diedrich Krüger (von links), Gretel Bluhm-Janssen und Alfred Hartmann, nicht im Bild: Günther Preuschaft. Foto: Cordes
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Diedrich Krüger hat sein Geld in Leer verdient – und möchte es Leer zurückgeben. Darum hat er eine Stiftung gegründet, die schwer kranke und trauernde Kinder sowie deren Familien unterstützen soll.

Leer - Diedrich Krüger und seine Frau Elfi wollten mit ihrem Vermögen den Menschen im Raum Leer und Umgebung etwas zurückgeben. Im Oktober 2021 verstarb seine Frau. Auch auf ihrem Wunsch gründete der ehemalige selbstständige Bäckermeister die „Elfenkinder-Hospiz-Stiftung“ – und gedenkt damit namentlich seiner Frau Elfi. Mit der Stiftung sollen lebensverkürzend erkrankte, schwerstkranke sowie sterbende und trauernde Kinder sowie deren Familien unterstützt werden.

Was und warum

Darum geht es: Diedrich Krüger hat die Elfenkinder-Hospiz-Stiftung ins Leben gerufen und mit seinem Vermögen ausgestattet. Wir haben mit dem Stiftungsrat über den Hintergrund und ihr Vorhaben gesprochen.

Vor allem interessant für: Angehörige von schwer erkrankten Kindern

Deshalb berichten wir: Der Stiftungsrat hatte zu einem Pressetermin geladen.

Die Autorin erreichen Sie unter: d.cordes@zgo.de

„Was wollen wir mit unserem Vermögen machen?“, hatten sich schon damals die Eheleute gefragt, sagt Krüger. „Wir haben hier unser Geld verdient und wollen das auch hier lassen“, sagt er. Seine Frau sei schon immer sehr angetan von der Hospizarbeit gewesen. Auch für Kinder hatten die beiden schon immer ein Faible, das sie unter anderem durch Spenden von Trostteddybären oder der Zusammenarbeit mit Kindern in der Bäckerei zum Ausdruck brachten. „Heute kommen auch Erwachsene auf mich zu und erzählen: ‚Hey, ich war im Kindergarten in deiner Bäckerei‘“, erzählt Krüger. Eigene Kinder sind nie aus der Ehe hervorgegangen. Die Hospiz-Stiftung Leer habe viel von den Krügers bekommen, fügt Gretel Bluhm-Janssen von der Hospiz-Stiftung Leer hinzu.

Stiftung soll mit Leben gefüllt werden

Kindern in schwierigen Lebenssituationen zur Seite zu stehen, sei schon immer ein Bestreben des Ehepaars gewesen. „So sollten Herzenswünsche erfüllt werden können, Hoffnung gegeben werden und damit ein Leuchten in die Kinderaugen gezaubert werden“, fasst die Stiftung die Wünsche des Ehepaars zusammen. Krüger ging mit seinem Vorhaben, eine Stiftung zu gründen zunächst auf Günther Preuschaft zu, der durch die Arbeit mit diversen Stiftungen mit dem Thema vertraut ist. „Alleine hätte ich das nicht hinbekommen“, sagt Krüger und bedankt sich auch für die Zusammenarbeit mit der Hospiz-Stiftung Leer. Eineinhalb Jahre hat die Planung gedauert – und nun ist es so weit. „Ich hoffe, dass die Stiftung mit Leben gefüllt wird“, sagt Krüger.

Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen werden satzungsgemäß zur Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens im Landkreis Leer und Umgebung eingesetzt. Gefördert werden kann beispielsweise ein Rollstuhl, Medikamente oder auch ein letzter Zoobesuch der ganzen Familie. Förderungsanträge können „ganz unbürokratisch“ gestellt werden, sagt Alfred Hartmann, Stiftungsvorstand der Hospiz-Stiftung Leer. Im Stiftungsrat werde dann über die Förderung entschieden.

Kinder-Hospizarbeit profitiert

Auch die ambulante Kinder-Hospizarbeit der Hospiz-Initiative Leer könne von der Stiftung profitieren, so Gretel Bluhm-Janssen. Dort werden schwer kranke Kinder, ihre Geschwister sowie ihre Eltern begleitet. Sterbebegleitung bietet die Initiative ebenfalls an. „Das kann bei Kindern auch mal zehn Jahre dauern“, sagt Gretel Bluhm-Janssen. Ein weiterer Punkt ist die Trauerbegleitung. Die Hospiz-Initiative bietet mehrere Trauergruppen für Kinder und Jugendliche an. Bluhm-Janssen holt eine Schatzkiste, einen beklebten und bemalten Schuhkarton, hervor: „Darin können die Kinder dann Erinnerungen an den Verstorbenen aufbewahren“, erklärt sie und nennt ein altes Nachthemd oder Parfum als Beispiel. „Ein Junge hat mal ein Werder-Bremen-Ticket reingelegt, weil er mit seinem Vater bei dem Spiel war“, sagt Bluhm-Janssen.

Diedrich Krüger sei gut mit seinem Geld umgegangen, sagt Alfred Hartmann und lobt den Bäckermeister für seine Tat. Die Elfenkinder-Hospiz-Stiftung wird als Treuhandstiftung unter dem Dach der Hospiz-Stiftung Leer verwaltet. Hartmann und Krüger sitzen mit Gretel Bluhm-Janssen, Motor der hiesigen Hospiz-Bewegung, sowie Günther Preuschaft im Stiftungsrat.

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